Hamburgs Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne). © NDR Foto: Heiko Sander

Doppel- statt Einzelbüros: Ärger in der Justizbehörde

Stand: 28.10.2020 08:39 Uhr

Umzugspläne bei der Justiz- und Verbraucherschutzbehörde sorgen zurzeit für erhebliche Unruhe bei der Hamburger Staatsanwaltschaft.

Nach dem neuen Behördenzuschnitt soll der Verbraucherschutz von der Billstraße unters Dach der Justizbehörde an der Drehbahn ziehen - und die dortige IT-Abteilung dafür zur Staatsanwaltschaft in die Kaiser-Wilhelm-Straße.

Büros sollen zusammengelegt werden

Doch dort sind im fünften Stock die Jugendstaatsanwälte und -anwältinnen der Hauptabteilung IV untergebracht. Um Platz zu machen, sollen sie unter anderem von Einzel- in Doppelbüros umziehen. So sieht es der Vorschlag von Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne) vor.

Richterverein: "Schlicht unmöglich"

In der Hamburger Verwaltung ist das nicht unüblich, doch für die Arbeit der Staatsanwälte sei dies schlicht unmöglich, meint der Richterverein. In einem offenen Brief kritisiert die Interessenvertretung von Richtern, Richterinnen und Staatsanwältinnen und -anwälten die Behördenplanungen. Konzentriertes Arbeiten sei in Doppelzimmern ebenso unmöglich wie vertraute Gespräche von Staatsanwaltschaft mit Richtern, Richterinnen, Verteidigungen oder Polizei. Auch die sogenannten Ermahnungsgespräche mit Jugendlichen und Heranwachsenden könnten dann nicht mehr in adäquater Weise wahrgenommen werden.

Staatsanwaltschaft zieht bald zusammen

Die Reaktionen innerhalb der Staatsanwaltschaft reichen von "problematisch" bis zu "Wir sind am Verzweifeln". Die stellvertretende Vorsitzende des Richtervereins, Nicole Geffers, hofft, dass die Umzugspläne noch ein gutes Jahr zurückgestellt werden können. Denn im Frühjahr 2022 wird die Staatsanwaltschaft ohnehin in neue Räume im Michaelisquartier ziehen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 28.10.2020 | 09:00 Uhr

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