Kräne im Hamburger Hafen. © picture alliance / dpa Foto: Georg Wendt

Corona-Krise: Deutsche Seehäfen mit weniger Umschlag

Stand: 09.11.2020 12:35 Uhr

Die deutschen Seehäfen haben durch die Corona-Krise deutliche Einbußen beim Umschlag. Der Zentralverband der Deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) fordert mehr Unterstützung von der Politik.

Minus 80 Prozent beim Autoexport, minus 60 Prozent bei Passagieren - und auch weniger Container: Im ersten Halbjahr haben die deutschen Häfen unter dem Strich rund zehn Prozent an Umschlag verloren. Inzwischen besserten sich die Geschäfte jedoch etwas, sagte ZDS-Präsident Frank Dreeke am Montag in Hamburg. Der derzeitige Teil-Lockdown mache sich noch nicht beim Export und Import bemerkbar. Dies sei jedoch kein Grund für eine Entwarnung, so Dreeke. Für das Gesamtjahr rechnen die Seehafenbetriebe mit einem mittleren einstelligen Minus. Einige Unternehmen wie der Gesamthafenbetrieb Hamburg haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt.

ZDS verlangt mehr Unterstützung von der Politik

Angesichts der deutlichen Umschlagsrückgänge wegen der Corona-Krise verlangt der ZDS von der Politik mehr Engagement in der Hafenwirtschaft. "Wir erwarten ein herausforderndes Jahr 2021 und benötigen von dieser und auch der nächsten Bundesregierung eine ehrgeizige Standortpolitik", sagte Dreeke. Der ZDS fordert unter anderem, die Lkw-Maut zu senken und den Breitbandausbau zu verstärken. "Die deutsche Hafenwirtschaft braucht eine Politik des Bundes, die Wettbewerbsnachteile ausräumt und Innovation fördert", so Dreeke.

Erleichtert zeigte sich derweil die Chefin der Hamburger Hafen und Logistik AG, Angela Titzrath, über den Ausgang der US-Wahl. Sie hofft, dass es wieder einen Dialog zwischen Europa und den USA gibt, um Handelshemmnisse abzubauen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 09.11.2020 | 13:00 Uhr

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