Stand: 21.07.2019 16:06 Uhr

Starkregen und Sturmböen fegen über den Norden

Der Sonnabend hat als schöner Sommertag begonnen, doch in der zweiten Tageshälfte sind vielerorts heftige Gewitter niedergegangen. Sie zogen vom Nachmittag bis in die Nacht vom Südwesten Niedersachsens in östlicher Richtung über Norddeutschland und weiter nach Polen. Starkregen und Sturmböen verursachten in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen Schäden.

Gewittriges Ende eines Sommertages

Drei Brände nach Blitzeinschlägen in Niedersachsen

In Niedersachsen verursachten Blitzeinschläge drei Brände. In Ribbesbüttel im Landkreis Gifhorn wurde eine 17-Jährige durch einen Stromschlag leicht verletzt, als im Nachbarhaus ein Blitz einschlug. Der elektrische Impuls habe sich durch die Überspannung auf das Haus übertragen, sagte ein Sprecher der Polizei. Die junge Frau habe in der Nähe einer Steckdose geschlafen. Sie wurde in ein Krankenhaus gebracht. Der Dachstuhl des Hauses, in das der Blitz eingeschlagen war, fing Feuer, die beiden Bewohner blieben unverletzt. Der Schaden beläuft sich auf rund 150.000 Euro.

In Glandorf (Landkreis Osnabrück) wurde ein Schuppen von einem Blitz getroffen, kurze Zeit später in Gölenkamp (Landkreis Grafschaft Bentheim) ein Bauernhof. Verletzte gab es in beiden Fällen nicht. In Syke im Kreis Diepholz setzte das Gewitter die Telefonanlage eines Kindergartens in Brand. Das "Kleine Fest im Großen Garten" in Hannover wurde für den Sonnabend abgesagt.

Scharbeutz: Kinder treiben auf Ostsee und werden gerettet

Bei dem aufziehendem Gewitter wurden zwei Kinder vor Scharbeutz im Kreis Ostholstein durch den starken Wind auf einer Luftmatratze auf die Ostsee hinausgetrieben. Rettungsschwimmer der Feuerwehr und Einsatzkräfte der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft retteten die beiden aus dem Wasser, wie ein Sprecher am Sonntag mitteilte.

Sturmböen wirbeln Sand über A1

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Starke Böen wirbeln Sand auf, nicht nur wie hier am Hamburger Flughafen: Autofahrer berichten von solchen Problemen auch auf der A1 bei Ahrensburg.

Die Leitstellen in Schleswig-Holstein meldeten insgesamt zwar mehr als 100 Einsätze, dabei handelte es sich laut NDR 1 Welle Nord aber meist um umgeknickte Bäume oder gelöste Dachziegel. Autofahrer auf der A1 bei Ahrensburg im Kreis Stormarn hatten laut Polizei schlechte Sicht, weil Sturmböen Sand aufgewirbelt hatten. Auf der Travemünder Woche suchten Besucher vorübergehend Schutz in den Zelten.

Regen überspült Straßen in Hamburg

Die Hamburger Feuerwehr rückte zu 58 wetterbedingten Einsätzen aus, wie ein Sprecher NDR 90,3 am Sonntag sagte. Der Regen überspülte demnach mehr als 20 Straßenzüge und flutete einige Keller. In 34 Fällen rissen Sturmböen Bäume und Äste auf die Fahrbahn. In Osdorf stürzte ein Baum auf ein parkendes Auto. Aus Sicherheitsgründen wurde das Volksparkfest des Hamburger SV vorzeitig beendet. Außerdem mussten einige Open-Air-Veranstaltungen unterbrochen werden.

MV: Dach abgedeckt und Ast auf Lkw gefallen

In Westmecklenburg musste die Feuerwehr mehr als 100 Mal ausrücken. Innerhalb von drei Stunden räumten die Einsatzkräfte vor allem herabgestürzte Äste und umgeknickte Bäume von den Straßen, wie NDR 1 Radio MV am Sonntag berichtete. Es waren auch zahlreiche Keller vollgelaufen, die ausgepumpt werden mussten. In der Schweriner Innenstadt brachen Teile eines Schornsteins an einem Wohnhaus ab, in diese Bruchstelle lief dann Wasser.

Die Polizei im Land zählte 37 Einsätze wegen des Unwetters. Ein herabfallender Ast etwa traf die Frontscheibe eines Lkw, woraufhin der Laster nicht mehr weiterfahren konnte, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Der Fahrer blieb unverletzt. Der Wind deckte zudem ein Pappdach in Güstrow ab. Der Christopher Street Day in Rostock musste wegen des aufziehenden Unwetters bereits gegen 19 Uhr beendet werden. Aus Sicherheitsgründen mussten außerdem Tausende Besucher der Schlager-Party "Rostock Olé" vorzeitig den IGA-Park verlassen.

Sonne und Hitze stehen bevor

Ab Dienstag soll es den Wetterexperten zufolge bis mindestens Donnerstag sonnig und heiß werden. In manchen Regionen werden dann 30 Grad und mehr erreicht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 21.07.2019 | 06:00 Uhr