Stand: 28.09.2018 20:38 Uhr

Ryanair-Streik: 20 Flüge im Norden gestrichen

Der Streik bei Ryanair hat am Freitag auch den Flugverkehr in Norddeutschland beeinträchtigt. Nach Angaben der Fluglinie fielen europaweit rund 250 Flüge aus - zehn Prozent des üblichen Aufkommens der Airline.

In Hamburg 16 Flüge abgesagt

In Hamburg strich Ryanair die Hälfte der geplanten Flüge, wie eine Sprecherin des Flughafens NDR.de sagte. Von 16 geplanten Starts und 16 Landungen fanden demnach nur je acht statt. Betroffen seien Ziele wie Palma de Mallorca, London-Stansted, Lissabon, Verona, Malaga, Barcelona und Madrid.

In Bremen vier Flüge gestrichen

Auch Bremen war von dem Ryanair-Streik betroffen. Von den geplanten 16 Starts und Landungen fielen nach Flughafenangaben vier weg. Betroffen waren die Verbindungen Bremen-Tampere und Bremen-Mallorca.

Auch deutsche Flugbegleiter machen mit

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte am späten Mittwochabend die in Deutschland beschäftigten Ryanair-Piloten zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Am Donnerstagnachmittag zog dann die Gewerkschaft ver.di nach, indem sie die rund 1.000 Ryanair-Flugbegleiter in Deutschland zu dem Ausstand aufrief.

24-stündiger Streik

Die Vereinigung Cockpit hatte einen 24-stündigen Streik ausgerufen. Die Gewerkschaft VC begründete ihren Aufruf damit, dass auch seit dem letzten Arbeitskampf am 12. September kein verbessertes Angebot gemacht worden sei. Zudem sei bislang keine Schlichtungsvereinbarung zwischen Ryanair und der Vereinigung Cockpit erzielt worden.

Flugbegleiter und PiIoten fordern höhere Gehälter und neu strukturierte Arbeitsverhältnisse, etwa planbare Einsatzzeiten.

Diese Ansprüche haben Passagiere

Passagiere, deren Flüge ausfallen oder sich verspäten, haben Ansprüche auf Ersatzleistungen. Diese sind jedoch im Streikfall sehr eng begrenzt: Einen streikbedingt gestrichenen Flug kann der Kunde stornieren, er bekommt dann sein Geld zurück. Wer trotzdem fliegen will, hat Anspruch auf einen späteren Flug. Das kann aber dauern, bis der Streik vorbei ist - und auch länger, da ein Rückstau entstehen kann. Bei Flügen bis zu 1.500 Kilometern haben Fluggäste ab zwei Stunden Verspätung Anspruch auf Betreuungsleistungen - also Telefonate, Getränke, Mahlzeiten und gegebenenfalls eine Übernachtung im Hotel. Bei einer Strecke von 1.500 bis 3.500 Kilometern gibt es Unterstützung nach drei Stunden, ab 3.500 Kilometern nach vier Stunden. Auch bei einer großen absehbaren Verspätung sollten Passagiere immer zur ursprünglichen Abflugzeit am Flughafen sein. Es besteht sonst die Gefahr, dass die Fluggesellschaft doch früher einen Ersatzflug anbieten kann - und Reisende ihn dann verpassen.

Entschädigungen gibt es bei Streiks nicht

Bei Annullierung, Überbuchung oder Verspätung ab drei Stunden haben Passagiere zwar laut EU-Verordnung Anspruch auf eine Entschädigung von bis zu 600 Euro - aber nur, wenn kein "außergewöhnlicher" Umstand daran schuld ist. Die Fluggesellschaften werten Streiks aber wie miserables Wetter als außergewöhnlichen Umstand. Entschädigungen gibt es daher nicht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 27.09.2018 | 09:15 Uhr

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