Stand: 12.06.2017 18:07 Uhr

Razzia: Vier Syrer im Norden verhaftet

Die Bundesanwaltschaft hat heute am frühen Morgen nach eigenen Angaben vier mutmaßliche Mitglieder der "Jabhat al-Nusra" (JaN) (al-Nusra-Front). festgenommen. Die Männer im Alter zwischen 39 bis 51 Jahren sind von Polizeibeamten in Hamburg und Lübeck sowie in Seevetal (Landkreis Harburg) verhaftet worden. Auch die Wohnungen der Terror-Verdächtigen wurden durchsucht. Im Seevetaler Ortsteil Bullenhausen wurde nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen ein 44-Jähriger festgenommen. Sein Name: Sultan K. Drei der Festgenommenen sind den Angaben zufolge Brüder. Dass der Vierte ebenfalls zur Familie gehört, wurde auf Nachfrage weder bestätigt noch dementiert. Seit wann sich die Männer in Deutschland aufhalten und wie sie hierher kamen, teilten die Ermittler nicht mit.

Verdacht auf Kriegsverbrechen

"Mustafa K., Abdullah K., Sultan K. und Ahmed K. sind dringend verdächtig, sich als Mitglieder an der ausländischen terroristischen Vereinigung 'Jabhat al-Nusra' beteiligt und gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen zu haben", so die Bundesanwaltschaft. Mustafa K. und Sultan K. werden zudem Kriegsverbrechen zur Last gelegt.

Ab November 2012 in Syrien aktiv?

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Die vier Männer sollen sich im November 2012 der "JaN" angeschlossen haben und im Zuge dessen Angehörige des Assad-Regimes aus der nordsyrischen Stadt Ra's al-'Ain vertrieben haben. Auch Plünderungen werden den Verdächtigen vorgeworfen. "Darüber hinaus war es Ziel der 'JaN', auch den überwiegend von Kurden bewohnten nordöstlichen Stadtteil zu besetzen. Vor diesem Hintergrund beteiligten sich Sultan K. und Abdullah K. für die 'JaN' an Gefechten mit den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG)", teilte die Ermittlungsbehörde weiter mit.

Pistorius: Weiterer wichtiger Schlag gegen Gefährder

Die Beschuldigten sollen am Dienstag einem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der ihnen den Haftbefehl eröffnen und über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheiden wird. "Die Festnahmen sind ein weiterer wichtiger Schlag gegen islamistische Gefährder", sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD). Die niedersächsischen Sicherheitsbehörden hierzulande seien im Kampf gegen den Terror gut aufgestellt. "Der Erfolg zeigt, dass die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden aus Bund und Ländern ausgezeichnet funktioniert", so Pistorius weiter. Es sei richtig, Gesetze konsequent anzuwenden, Gefährder im Blick zu behalten und gleichzeitig die Antiradikalisierung voranzubringen.

Hintergrund: "Jabhat al-Nusra"

Die "Jabhat al-Nusra" (Unterstützerfront) wurde im Jahr 2011 gegründet. Ihr Anführer ist Fatih Abu Muhammad al-Golani. Mitte des Jahres 2013 erhielt sie de-facto den Status der Al Kaida-Regionalorganisation in Syrien. Seither besteht ein von gewaltsamen Auseinandersetzungen geprägter Konflikt mit der Terrorgruppierung "Islamischer Staat" (IS), der die "Jabhat al-Nusra" in eine tiefe Krise stürzte. Im Schatten des "IS" hat sich die "Jabhat al-Nusra" als eine der dominierenden Kräfte innerhalb des bewaffneten Widerstandes gegen das Assad-Regime durchgesetzt. Ein Bruch dann im Juli 2016: Die Organisation hat sich nach eigenen Angaben von Al-Kaida gelöst und sich auch einen neuen Namen gegeben. Die Miliz will sich künftig "Jabhat Fatah Scham", also "Eroberungsfront der Levante", nennen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 12.06.2017 | 10:30 Uhr

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