Stand: 18.10.2019 15:47 Uhr

Norddeutsche Schüler weiter schwach in Mathe

In mehreren Bundesländern sind Neuntklässler in den vergangenen Jahren in Mathematik, Biologie, Chemie und Physik schlechter geworden. Das geht aus der am Freitag präsentierten Studie IQB-Bildungstrend 2018 hervor, die die Kultusministerkonferenz in Auftrag gegeben hatte. Zurückgefallen sind beispielsweise Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein, wie der Vergleich mit der IQB-Studie von 2012 zeigt. Auch in Mecklenburg-Vorpommern gab es in mehreren Fächern Verschlechterungen. Der Vergleich der aktuellen Leistungen in den Bundesländern zeigt: Wer in Norddeutschland zur Schule geht, hat in Mathe, Bio, Chemie und Physik eher schlechte Karten.

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Die Forscher haben unter anderem die "mittleren Kompetenzwerte" der Kinder in den vier Fächern verglichen und die Abweichung vom Bundesdurchschnitt errechnet. Bremen kommt demnach bei allen Werten bundesweit auf das schlechteste Ergebnis. Hamburg schneidet insgesamt am zweitschlechtesten ab. Im Fach Mathematik allerdings sind die Hamburger Neuntklässler besser als die meisten ihrer norddeutschen Kollegen. Nur die Niedersachsen können besser rechnen. Diese wiederum schneiden norddeutschlandweit auch insgesamt am besten in der Studie ab. Dennoch liegt Niedersachsen bei vielen der gemessenen Werte etwas unter dem Bundesdurchschnitt. Was man allerdings in Relation sehen muss: Denn der Schnitt wird durch enorm gute Leistungen der Kinder in wenigen Ländern - Sachsen, Bayern und Thüringen - nach oben gezogen.

Mecklenburg-Vorpommern sind schlecht in Mathe

Die schlechtesten Matheleistungen im Norden zeigten - nach Bremen - die Schülerinnen und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern. In den übrigen Fächern schnitten die Kinder aus dem Nordosten hingegen etwa im Bundesdurchschnitt ab - und erzielten damit die besten Leistungen im Vergleich der norddeutschen Länder.

Schleswig-Holsteiner besser in Physik als in Chemie

Die Schleswig-Holsteiner liegen im norddeutschen Vergleich mit ihren naturwissenschaftlichen Fähigkeiten im Mittelfeld. Auffällig ist dort das mangelhafte Fachwissen in Chemie: Bundesweit schnitten nur Bremen und Hamburg in dieser Kategorie schlechter ab. Deutlich besser steht es übrigens um das Fachwissen der Schleswig-Holsteiner in Physik.

Schuldzuweisungen und Pläne für Förderprogramme

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) wies die Verantwortung für das insgesamt schwache Abschneiden ihres Landes von sich und gab indirekt der Vorgängerregierung aus SPD, Grünen und SSW die Schuld: "Die Ergebnisse zeigen leider sehr deutlich, dass die Politik der Vergangenheit hier nicht die richtigen Schwerpunkte gesetzt hat." Angesichts der Studie müsse man sich nun weitere Fördermaßnahmen überlegen, sagte Prien.

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) reagierte auf die mäßigen Mathematik-Ergebnisse, die sein Land in der Studie erzielte: Der Fokus müsse verstärkt auf das Vermitteln von Grundlagen gerichtet werden. Es gebe bereits zahlreiche Förderprogramme für Spitzenschülerinnen und -schüler, hohe Priorität habe jetzt die Förderung der Kernkompetenzen Lesen, Schreiben, Rechnen.

Jungen fallen gegenüber Mädchen ab

Bundesweit blieben im vergangenen Jahr rund 24 Prozent der getesteten Schülerinnen und Schüler unterhalb des für den mittleren Schulabschluss nötigen Mindeststandards in Mathematik. In Biologie, Chemie und Physik waren es 5 bis 17 Prozent. Die Studie kommt auch zu dem Schluss, dass sich an Gymnasien die Situation in den naturwissenschaftlichen Fächern eher negativ entwickelt hat. Und: Jungen sind im Vergleich zu Mädchen schlechter geworden.

An der Erhebung des IQB-Bildungstrends 2018 nahmen knapp 45.000 Schüler der 9. Jahrgangsstufe in 1.460 Schulen aus allen Bundesländern teil.

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NDR Info | Aktuell | 18.10.2019 | 10:30 Uhr

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