Stand: 21.09.2018 18:02 Uhr

Erster Herbststurm bläst Sommer aus dem Norden

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Den Wind spüren: In Büsum lehnen sich Spaziergänger gegen die starken Böen.

Der Super-Sommer geht zu Ende - und ohne Überleitung hat sich im Norden gleich der erste Herbststurm eingestellt. Für die Nordseeküste galt bis Freitagnachmittag eine amtliche Unwetterwarnung. Seit Donnerstagabend fegten orkanartige Böen über den Brocken im Harz in Niedersachsen. Die Temperatur sank dort auf unter zehn Grad Celsius.

Trotz Sturm viele Wanderer auf Brocken

Laut des Deutschen Wetterdienstes DWD gab es auf Norddeutschlands höchstem Berg zunächst Sturmböen bis 85 Kilometer in der Stunde. Im Laufe der Nacht erreichten sie sogar Geschwindigkeiten bis zu 100 Kilometern in der Stunde. Auch am Freitagvormittag fegten orkanartige Böen über den Brocken. Trotz Unwetterwarnung des DWD waren aber jede Menge Wanderer und Radfahrer auf dem Harzgipfel unterwegs.

Eine Landstraße von Bäumen gesäumt bei Sturmwetter

Erster Herbststurm fegt über Niedersachsen

Hallo Niedersachsen -

In Oyten ist ein Zug in einen umgestürzten Baum gefahren. Dabei wurde ein Rollstuhlfahrer schwer verletzt. Die meisten Auswirkungen des Herbststurmes gab es aber auf den Inseln.

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Bäume liegen auf Gleisen

Am Hamburger Hauptbahnhof stellten die Metronom-Züge auf der Strecke nach Stade und Cuxhaven wegen umgestürzter Bäume den Betrieb ein. Feuerwehrleute versuchten am frühen Abend, einen Metronom bei Stade zu befreien, der von einem umgestürzten Baum blockiert wurde, teilte das Unternehmen mit. Ein Ast durchbohrte die Scheibe des Führerhauses. Verletzt wurde niemand.

Auch im Fernverkehr der Deutschen Bahn gibt es erhebliche Verspätungen. Bäume knickten um und blockierten die Bahnstrecke Bremen-Hamburg, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Reisende nach Bremen sollten deshalb in Kirchweyhe auf den Regionalverkehr ausweichen. Mitten im Berufsverkehr am späten Nachmittag stürzten Bäume auf Gleise der Strecke Hamburg-Rostock, unter anderem bei Hagenow, wie eine Bahnmitarbeiterin sagte. Züge aus Hamburg in Richtung Schwerin und Rostock fielen aus.

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Sturm: Container stürzt auf Lkw

21.09.2018 19:30 Uhr
Hamburg Journal

Der erste Herbststurm hat in Hamburg für einige Unfälle gesorgt: Im Hafen krachte ein Container auf einen Lkw. Bei Stade kollidierte ein Metronom mit einem umgefallenen Baum. Video (01:33 min)

Böe drückt Container auf Lkw

Im Hamburger Hafen drückte eine Sturmböe einen vier Container hohen Stapel um. Einer der umherfliegenden Container traf das Führerhaus eines vorbeifahrenden Lastwagens. Dieses wurde schwer deformiert und der Fahrer eingeklemmt, wie Feuerwehrsprecher Werner Nölken sagte. Es seien rund 35 Einsatzkräfte vor Ort gewesen, um den eingeklemmten Mann mithilfe eines Krans zu befreien. Den Einsatzkräften zufolge war der Fahrer nach ersten Einschätzungen ansprechbar. "Es ist wirklich ein kleines Wunder, dass der Container das Führerhaus so schwer deformiert und der Fahrer nahezu unverletzt aussteigen kann", sagte Nölken.

Reeperbahn Festival unterbricht Außen-Programm

Aufgrund starker Sturmböen bis Windstärke 9 stellte das Hamburger Reeperbahn Festival das Programm auf dem Spielbudenplatz und auch den Betrieb im Festival Village bis 16 Uhr ein. Alle anderen Programmpunkte fanden nach Angaben des Veranstalters wie geplant statt.

Moorbrand könnte sich durch Sturmböen ausbreiten

Der Sturm könnte auch die Folgen des Moorbrandes bei Meppen noch verschärfen. Rauch und Funken könnten sich weiter ausbreiten, deshalb droht mehreren Orten die Evakuierung. Am Morgen verzeichnete der Deutsche Wetterdienst im Raum Meppen Sturmböen von bis zu 85 Kilometern pro Stunde. In dem Moor brennt es seit mehr als zwei Wochen auf rund acht Quadratkilometern.

Fähren und Sylt Shuttle stellen Betrieb ein

In Schleswig-Holstein ließen viele Reedereien ihre Schiffe im Hafen. Es gab keine Fahrten nach Helgoland und zurück. Der Halunder-Jet ab Hamburg sowie die Schiffe von Büsum, Bremerhaven und Cuxhaven fuhren nicht. Es fanden ebenfalls keine Fahrten zwischen Cuxhaven und der Insel Neuwerk statt. Auch der Sylt Shuttle stellte seinen Verkehr ein.

In Mecklenburg-Vorpommern knicken Bäume um

In Westmecklenburg mussten Feuerwehr und Polizei mehrfach wegen Bäumen ausrücken, die auf Straßen gestürzt waren. Im Schlosspark Ludwigslust riss eine Sturmböe eine große Esche um, die auf ein Denkmal auf einer Insel im Luisenteich stürzte. In der Mecklenburgischen Seenplatte verursachte das Wetter bislang keine größeren Schäden. Wie die Polizei mitteilte, stürzte ein Baum bei Neustrelitz auf die B96. Ein Autofahrer konnte nicht mehr bremsen und fuhr dagegen. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand. Auch in der Müritz-Region seien einige Bäume umgestürzt, hieß es aus der Leitstelle, unter anderem an der B198 bei Stuer.

Sturm-Stärken: Von Windstille bis zum Orkan

Weitere Informationen

Herbststurm: Ast durchbohrt Metronom-Triebwagen

Der Herbstbeginn ist klar erkennbar: In Teilen Niedersachsens hat der erste Sturm der Saison den Verkehr behindert. Umgeknickte Bäume blockierten Bahnstrecken, Fähren fielen aus. mehr

Was Sie zum Moorbrand bei Meppen wissen müssen

Am 3. September ist auf einem Bundeswehrgelände bei Meppen ein Feuer ausgebrochen. Am 10. Oktober erklärt die Truppe den Brand für gelöscht. Alles Wichtige zum Brand in der Übersicht. mehr

Sturm: Sommer ade, hallo Herbst

Der erste Herbststurm der Saison hat am Freitag Schleswig-Holstein durchgerüttelt. Er hinterließ aber nur wenig Schäden. Die ersten Bäume kippten um, Reedereien ließen ihre Fähren im Hafen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 21.09.2018 | 16:15 Uhr

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