Vor NordArt-Start: Aufräumen in der großen Kunstgarage

Stand: 01.04.2021 15:25 Uhr

Die NordArt hat 2020 ausgesetzt. Dabei war Nordeuropas größte Kunstausstellung längst aufgebaut. Jetzt laufen die Vorbereitungen für die neue Schau, die im Juni 2021 starten soll.

von Frank Hajasch

Nordeuropas größtes Kunstspektakel NordArt hat zu kämpfen. Da sind immer noch Bilder und Objekte, die im letzten Jahr nicht gezeigt wurden. Die neue Kunst aber trifft nach und nach ein.

Es ist ein bisschen wie das Aufräumen in der Garage zu Hause: Von links nach rechts und wieder zurück. Irgendwann hat man es dann. Dabei immer schön vorsichtig, damit beim geordneten Durcheinander nichts kaputtgeht.

Großes Aufräumen auf den Ausstellungsflächen der NordArt

Industriestaubsager stehen geparkt neben einer Feuertreppe © NordArt 2021
Fast auch schon Kunst: Ein Fuhrpark mit Staubsaugern

Janusz Pretki rollt mit einem Radlader durch die weite Halle 1 der NordArt. Die dicken Reifen walken über den Steinboden der alten Carlshütte, wo der riesige Kuppelofen steht. In die Richtung soll die megaschwere Cortenstahl-Plastik. An den Teich, ans Wasserbecken am Hallenrand, denkt noch keiner wirklich.

Im Moment ist das große Aufräumen angesagt. Für den NordArt-Mitarbeiter heißt das: Immer wieder schauen, dass er mit dem gelben Dickschiff nirgendwo gegenschickert. Noch steht, liegt und hängt überall internationale Kunst.

Hindernislauf voller Kunst

Der Radlader schleicht an einer Holzplastik vorbei, die hier schon mal zu sehen war, als Publikumsmagnet: Es ist ein sich auf acht Meter hochwindender "Turm zu Babel". Sein Pendant, die Spitze des Kapitols in Washington, liegt mitten in der Halle. Davor ein Hubsteiger der Elektriker. Alles gleicht einem Hindernislauf.

Wolfgang Gramm hat die Arbeiten im Blick. Der Kurator der NordArt düst mit seinem giftgrünen Golfcaddy durch die Halle. Wo was hinkommt, steht noch lange nicht fest, erzählt er.  

Noch zwei Monate bis zur Hoffentlich-Eröffnung

Skulptur "Pferd" ist von Michal Gabriel (Tschechische Republik) © NordArt 2021
Die Skulptur "Pferd" stammt vom tschechischen Künstler Michal Gabriel.

Was die Besucher zurzeit als großes Durcheinander wahrnehmen, folgt dann doch einem Plan: von der Grundreinigung bis zum Neuaufbau. Wolfgang Gramm ist jedenfalls zuversichtlich, gibt aber zu, dass sich diesmal zwei Ausstellungsjahre mischen müssen.

22.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche in der Eisengießerei, 400 in der Wagenremise und 80.000 im Park wollen bespielt werden, auch in diesem Jahr. Die Zeit rennt, sagt Gramm: noch zwei Monate bis zur "Hoffentlich-Eröffnung".

Leinwände aufziehen und Kiesberge verteilen

Das Kurator-Mobil fährt weiter: Neue Kisten sind da. Und der Tischler braucht eine Entscheidung: Denn viele Bilder, viele Leinwände, kommen gerollt zur NordArt und müssen aufgezogen werden.

Da hat es Janusz Pretki einfacher. Mit seinem Radlader ist er unfallfrei zurück. Jetzt hängt eine Schaufel dran. Die schiebt er in einen Kiesberg. Etliche Kubikmeter sind davon in die Halle geschüttet worden - was noch mehr Staub bedeutet. Aber weiter hinten rödelt eine Mischmaschine. Farbeimer stehen daneben. Auch das muss noch.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Guten Abend Schleswig-Holstein | 01.04.2021 | 12:30 Uhr