Stand: 18.02.2019 15:22 Uhr

Hamburg-Roman von Kathrin Weßling bald im Kino?

von Patricia Batlle

Die Hamburger Autorin, Bloggerin und Journalistin Kathrin Weßling tourt zurzeit mit ihrem aktuellen, dritten Roman "Super, und dir?" durch Deutschland. Eine besonders spannende Station hatte sie bei der kürzlich beendeten 69. Berlinale: Bei der Veranstaltung mit dem Titel "Books at Berlinale", bei der die Buch- auf die Filmbranche trifft, wurde ihr in Hamburg spielender Roman als eines von zwölf besonders zum Verfilmen geeigneten Büchern vorgestellt, dessen Filmrechte zu vergeben sind. NDR.de war mit dabei, als Weßling das Buch mit der Lizenzgeberin vom Ullstein Verlag den anwesenden Produzentinnen und Verleihern aus aller Welt vorgestellt hat.

Kathrin Weßling bei Books at Berlinale

Frankfurter Buchmesse trifft seit 14 Jahren auf Berlinale

Imposant hängen fünf quadratische Gemälde von Gerhard Richter an den lichtdurchfluteten Wänden des Festsaals des Abgeordnetenhauses in Berlin. Etwa 200 Fachleute der Film- und der Buchbranche sind gekommen, um zwölf Bücher kennenzulernen, die verfilmt werden sollen. "Wir vom Berlinale Co-Production Market suchen die Bücher für diese Veranstaltung gemeinsam mit unserem Partner, der Frankfurter Buchmesse, aus. Wir stellen die vor, von denen wir denken, dass wir Produzenten finden könnten", sagt Henning Adam vom zuständigen Team von Books at Berlinale.

Seit 14 Jahren gibt es die Veranstaltung. Mit einer hohen Erfolgsrate: "Wir haben keine Zahlen dazu. Aber eine ganze Reihe der Bücher, die hier vorgestellt wurde, sind fertige Filme, sind in Produktion, in Entwicklung oder optioniert. Manchmal dauert es sehr, sehr lange, bis ein Film fertig ist, und manchmal geht es sehr schnell", so Adam. Mit dabei waren bereits Romane von Martin Suter und Bernhard Schlink.

Agnieskza Golosch (links) stellt Kathrin Weßlings Roman "Super, und dir"? bei der Veranstaltung books@berlinale vor © NDR Foto: Patricia Batlle

Kommt Kathrin Weßlings Hamburg Roman ins Kino?

Die Hamburger Autorin Kathrin Weßling hat ihren Roman "Super, und dir?" zur Verfilmung vorgestellt. NDR.de hat sie dabei begleitet.

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Historische Stoffe und eine wahre Fluchtgeschichte

Aktuell ist ein norwegischer Krimi unter den zu verfilmenden Büchern. Außerdem ein komplexer und akribisch recherchierter historischer Roman aus den 1960er-Jahren ("Die Tote im Wannsee") sowie der bereits verfilmte Roman "Salz auf unserer Haut", dessen Filmrechte neu vergeben werden. Vorgestellt wird auch ein Roman über die wahre Geschichte eines syrischen Ballett-Tänzers, dem die Flucht bis nach Amsterdam geglückt ist - und eben Kathrin Weßlings Roman "Super, und dir?" über eine 31-Jährige im Selbstoptimierungsdruck.

Die zwölf Bücher werden jeweils kurzweilig und mit spannenden Details von den lizenzgebenden Verlagen vorgestellt. Erst danach treffen die interessierten Parteien für Gespräche an den Stehtischen der Verlage zusammen. Beim Ullstein-Tisch mit Weßlings Roman melden sich mehrere Firmen: "Wir hatten eine Produktionsfirma aus Köln, bei der ich sagen würde, die passt sehr gut für den Stoff, weil sie Arthouse-Filme macht, die sehr tolle Figuren zeichnen. Denen schicken wir jetzt das Buch und dann sehen wir weiter. Das ist schon einmal viel wert", sagt Agnieszka Golosch von Ullstein. Kathrin Weßling, die mit am Tisch steht, ergänzt: "Wir hatten zwei große Produktionsfirmen aus Deutschland und eine aus Taiwan."

Auf der Suche nach Stoffen für ein großes internationales Publikum

Auch zwei Hamburger Produzenten von der Firma Tamtam Film sind mit im Saal, die viel Erfahrung mit internationalen Koproduktionen haben, Dirk Decker und Andrea Schütte. "Wir suchen hier nach internationalen Geschichten für ein großes Publikum, die wir umsetzen wollen", sagt Decker. "Und nach kraftvollen Charakteren, die nicht nur uns, sondern einem Publikum viel zu erzählen haben," ergänzt Schütte.

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Kathrin Weßling wird dem Publikum vorgestellt: "Ich habe mich mega gefreut, dass ich mitkommen konnte, weil ich so etwas noch nie erlebt habe", sagt sie.

Weßlings Heldin Marlene Beckmann hätte einem großen Publikum viel zu erzählen, denn der Stoff ist, wie Weßling selbst sagt, "superaktuell und wird es noch viele Jahre lang sein, weil immer mehr Menschen werden wie meine Protagonistin. Leider." Ihre Heldin, die 31-jährige Marlene Beckmann, arbeitet nach ihrem Studium als Volontärin und ist auch für Social Media zuständig. "Sie dachte, das wäre genau das, was sie machen wollte, geht aber zugrunde an dieser unglaublichen Herausforderung, der sich viele Frauen 2019 stellen müssen: nach Außen immer perfekt zu sein, immer supersüße Selfies zu machen, immer bei Facebook lustige Postings zu schreiben, während sie die ganze Zeit komplett überfordert ist, ihre Beziehung vernachlässigt und eine 70-Stunden-Woche hat", sagt Kathrin Weßling.

Weßling hat beim Schreiben in Filmszenen gedacht

Sie habe beim Schreiben bereits Filmszenen im Kopf gehabt: "Ich schreibe die Bücher so, weil ich aus dem Theaterbereich komme. Ich schreibe sie tatsächlich nach Szenen und einzelnen Sequenzen." Obwohl der Roman in Hamburg geschrieben ist, müsse eine Verfilmung nicht zwangsläufig in der Hansestadt umgesetzt werden, sagt Weßling. "Ich habe beim Schreiben viel Hamburg vor Augen gehabt. Aber mir war wichtig, eine Geschichte zu schreiben, die auch in jeder anderen Großstadt funktionieren würde."

Nun bleibt es abzuwarten, was mit dem Stoff passiert - und wann er auf der Leinwand landet. Kathrin Weßling fährt erst einmal nach Hause in ihre Wohnung in der Wahlheimat Berlin. Hätte sie einen Wunsch bei der Besetzung der Verfilmung frei, weiß sie genau, wer ihre Heldin Marlene spielen könnte: "Wenn ich es mir aussuchen dürfte, hätte ich gern Jessica Schwarz."

Bühne der Berlinale.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 26.02.2019 | 19:00 Uhr

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