Schauspieler Tom Cruise bei der Premiere von "Top Gun Maverick" in London © Alberto Pezzali/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk Foto: Alberto Pezzali

Tom Cruise: Perfektionistischer Actionstar ist 60

Stand: 05.07.2022 08:13 Uhr

Perfektionistisch, tollkühn, charmant und umstritten: So könnte man das Image von Tom Cruise zusammenfassen. Der nun 60-jährige Action-Filmstar hat sich zum Geburtstag selbst das größte Geschenk gemacht.

von Katharina Wilhelm, ARD Korrespondentin aus Los Angeles

Die Eigenschaften spiegeln sich aber auch in vielen seiner Paraderollen wider allen voran: "Top Gun". 1986 gelingt ihm mit als Navy Pilot Pete Maverick Mitchell mit 24 der Aufstieg zum Hollywoodstar. Ein Traum für den in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsenen Cruise. Neben Action-Blockbustern ist er auch bekannt für Autorenfilme wie "Rain Man", "Magnolia", "Jerry Maguire" und "Collateral" sowie Stanley Kubricks "Eyes Wide Shut". Drei mal wurde er mit Golden Globes ausgezeichnet, dreimal für den Oscar nominiert.

Kino war schon immer eine große Leidenschaft für Tom Cruise

Das Kino sei schon immer seine große Leidenschaft gewesen, erzählte er kürzlich bei der Premiere des zweiten Teils von “Top Gun” in Cannes: "Als Kind hatte ich verschiedene Jobs, verkaufte Postkarten an der Tür um die Familie zu unterstützen. Vom restlichen Geld ging ich ins Kino. Und irgendwann war ich 18 und landete bei dem Film 'Die Kadetten von Bunker Hill', meine zweite Rolle, sehr klein. Und ich ging zu jedem Filmgewerk, denn selbst, wenn ich nie wieder einen Film drehen sollte, wollte ich verstehen, was Film ist!"

Keine klassische Ausbildung, breites Lächeln lockt Publikum ins Kino

Cruise besucht keine Film- oder Schauspielschule, trotzdem oder gerade deswegen lockt der junge Mann mit dem breiten Lächeln Millionen Menschen in die Kinosäle. Mit Action-Filmen wie der "Mission Impossible"-Reihe beispielsweise.

Viel Lob bekommt Cruise auch für die Darstellung in "Rain Man" an der Seite von Dustin Hoffmann, für den Film "Magnolia" oder "Jerry Maguire".

Schlagzeilen in der Boulevardpresse nach Scheidung von Nicole Kidman

Schauspieler Tom Cruise mit seiner damaligen Ehefrau Nicole Kidman 1999 in Hamburg bei der Deutschlandpremiere von "Eyes Wide Shut" von Stanley Kubrick © Kay Nietfeld/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: Kay Nietfeld
Tom Cruise mit seiner zweiten Ehefrau Nicole Kidman. 1999 ist das Paar gemeinsam hier in Hamburg zu sehen: Bei der Deutschlandpremiere von Stanley Kubricks "Eyes Wide Shut".

Der Schauspieler Tom Cruise sorgt allerdings in den 1990er- und 2000er-Jahren auch für viele Schlagzeilen in der Boulevardpresse. Nachdem er sich von seiner zweiten Ehefrau Nicole Kidman scheiden lässt, beginnt er eine Beziehung mit Schauspielerin Katie Holmes. Die Szene, in der er bei Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey frenetisch auf dem Sofa auf und ab hüpft, gilt als legendär peinlich.

Kritik am Star: Öffentliches Einsetzen für Scientology

In die Kritik gerät Cruise, weil er sich in dieser Zeit zunehmend öffentlich für Scientology einsetzt. Seit den 80er-Jahren ist Cruise Mitglied in der umstrittenen Sekte und soll dort mittlerweile einen hohen Rang bekleiden. In Interviews betonte er früher, wie sehr ihm die Organisation bei seinen Lernstörungen geholfen habe - und er schreibt seiner Mitgliedschaft dort einen großen Teil seines Erfolges zu.

Nach der Scheidung von Katie Holmes lässt es Cruise wesentlich ruhiger angehen - über Privates spricht er kaum noch in Interviews. Auch Scientology ist nicht mehr nach außen so prominent vertreten.

Markenzeichen: Waghalsige Stunts, bei denen mal etwas bricht

Stattdessen redet Cruise lieber über seine Liebe zum Film, die ihm auch schon einen gebrochenen Knöchel einbrachte. Cruise ist bekannt dafür auch waghalsige Stunts gerne selbst durchzuführen, bei den Dreharbeiten zu "Mission Impossible 6" verletzte er sich, als er an eine Hauswand prallte, die Dreharbeiten mussten für sechs Wochen unterbrochen werden.

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Seinen Willen zur Perfektion müssen auch seine Kollegen am Set erdulden - bei den Dreharbeiten während der Covid-Pandemie 2020 schrie er Teammitglieder am Set an, die sich offenbar nicht an die Covid-Protokolle gehalten hatten.

Geschenk zum 60. Geburtstag: Wahnsinns-Erfolg für "Top Gun: Maverick"

Wegen Covid war auch die Premiere zu "Top Gun: Maverick" mehrmals verschoben worden. 2022 war es dann soweit - mit seiner Rolle als Navy-Pilot setzt sich Cruise selbst ein Denkmal: Fast 40 Jahre später landet er mit dem Sequel den ersten Tom Cruise-Film, der die Eine-Milliarde-Dollar-Marke knackte. Was für ein Geburtstagsgeschenk!

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NDR Kultur | Klassikboulevard | 03.07.2022 | 14:40 Uhr

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