Portrait von Robert Redford © imago/ JRC Photo Library/ The Hollywood Archive Foto: J. Cummings

Frauenschwarm mit Tiefgang: Robert Redford ist 85

Stand: 18.08.2021 23:59 Uhr

Er ist noch immer begehrt, dieser schöne, blauäugige Mann mit der besonderen Ausstrahlung - auch wenn Robert Redford dem klassischen Leinwandhelden-Alter wohl oder übel entwachsen ist. Nun ist er 85 Jahre alt geworden.

von Ralf Gödde

Am 18. August 1936 kommt Charles Robert Redford Jr. in Californien zur Welt. 1969 schafft er mit der Western-Komödie "Zwei Banditen" den Durchbruch in Hollywood. Zuvor hatte Redford in einigen Fernsehserien und Broadway-Shows mitgespielt. Die Filmstudios ließen ihn damals noch abblitzen. Das änderte sich, als Paul Newman sich für ihn einsetzt. Seite an Seite spielen sie den schweigsamen Revolverhelden Sundance Kid und Bandenchef Butch Cassidy.

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Meryl Streep und Robert Redford in dem Film "Jenseits von Afrika" von Sidney Pollack (1985) © imago

Robert Redford: Ganove und Charmeur

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Vier Jahre später landen sie gleich den nächsten Coup: "Der Clou" - eine Gaunerkomödie um zwei Trickbetrüger, die sich an einem Mafiaboss rächen wollen. Spätestens mit diesem Film avanciert auch Robert Redford zum Superstar und Frauenschwarm. Doch der gut aussehende Charmeur, der die Öffentlichkeit scheut, konnte mit diesen Etiketten nie viel anfangen.

Auf der Suche nach Grenzerfahrungen

Redford wuchs in ärmliche Verhältnissen auf und war als Jugendlicher rebellisch und aufmüpfig. Sein Talent zum Baseballspielen verhalf ihm zu einem Sport-Stipendium. Doch als seine Mutter starb - er war 19 - fiel Robert Redford in ein Loch. Er schmiss das Studium und begann zu trinken. Er versuchte sein Glück in Europa, besuchte Kunstkurse und wollte Maler werden. Doch zurück in den USA widmete er sich der Schauspielerei.

Der sympathische Sunnyboy verkörperte den großen Gatsby, kämpfte als Gefängnisdirektor Brubaker gegen Missstände im Stafvollzug und überzeugte in "Die Unbestechlichen" als investigativer Journalist. Für seine erste Regiearbeit "Eine ganz normale Familie" wird er 1981 mit dem Oscar ausgezeichnet.

Engagement fürs unabhängige Kino und die Umwelt

Auch im wahren Leben zeigt er Haltung, engagiert sich als Umweltaktivist, ist mehr Naturbursche als glamouröser Hollywood-Star. Der Traumfabrik stand der Schauspieler von Anfang an kritisch gegenüber. Als Gegenentwurf gründete er 1981 in seiner Heimat Utah das Sundance Institut, um unabhängige Filmemacher zu fördern. Von Popcorn-Kino und Special Effects hält er nicht viel, ihm geht es ums Geschichtenerzählen. 1998 ist er gleichzeitig Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller im "Pferdeflüsterer".

2019 verabschiedete sich Redford zwar von der Kinoleinwand, doch als Produzent ist er hinter den Kulissen weiter aktiv.

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Robert Redford als Forrest Tucker - Szene aus dem Film "Ein Gauner & Gentleman" (Old Man And the Gun) von David Lowery © DCM Foto: Eric Zachanowich

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 18.08.2021 | 07:20 Uhr

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