Buchcover "Tod an der Alster" © Harper Collins

"Tod an der Alster": Hamburg-Krimi von Anke Küpper

Stand: 31.07.2021 06:00 Uhr

"Tod an der Alster" ist bereits der zweite Hamburg-Krimi um die Ermittlerin Svea Kopetzki. Kerry Rügemer hat die Autorin zu Hause besucht und sich mit ihr über das neue Buch unterhalten.

von Kerry Rügemer

Stadtnah und ziemlich idyllisch wohnt Anke Küpper in einem kleinen Haus mit großem Garten in Hamburg-Bahrenfeld. Vier Hühner und ein Hahn scharren darin herum und gucken neugierig. "Meine Hühner heißen Käthe, Agathe, Bertha, Daphne und der Hahn heißt Ernie", erzählt die Autorin. "Der Hahn ist Vegetarier - er findet immer nur Würmer und Insekten für die Hühner, aber dann legt er die ihnen so vor den Schnabel." Anke Küpper ist eine genaue Beobachterin. Genau wie ihre Ermittlerin Svea Kopetzki, die schon im ersten Krimi ziemlich mit der hanseatischen Mentalität hadert.

"Tod an der Alster": Mord an einer Schönheitschirurgin

Im zweiten Band ereilt der "Tod an der Alster" einer bekannten Schönheitschirurgin. Mitten in der Nacht läuft sie vor einen Bus. Erst bei genauerem Hinsehen entdecken Ermittlerin Svea Kopetzki und ihre Kollegen von der Mordkommission, dass die Ärztin Stichspuren am Hals hat.

Ein Mord im Milieu von Schönheitswahn und Beauty-OPs: "Auf die Idee mit der Schönheitsklinik bin ich gekommen als ich selber mal beim Hausarzt war und da so sonderbare Prospekte rumlagen, dass man sich Fäden in die Wangen ziehen lassen kann, die das schlaffe Fleisch nach oben ziehen", erzählt Küpper. "Das hat mich dann nicht mehr losgelassen und ist das Setting der Geschichte geworden."

Ist Svea Kopetzki das Alter Ego von Anke Küpper?

Svea Kopetzki bleibt nichts anderes übrig, als in der ihr so verhassten Welt der Reichen und Schönen zu ermitteln. Die fiktive Hauptkommissarin ist nicht das Alter Ego von Anke Küpper. "Das sind eigenständige Charaktere, in der Corona-Zeit habe ich die öfter gesehen als meine Freundinnen und Freunde. Die haben also auch irgendwie mit mir gelebt." Dann machen die auch einfach Sachen, die ich dann aufschreibe - das funktioniert tatsächlich so. "

"Tod an der Alster" ist spannend und voll mit Lokalkolorit. Schön sind auch die fein gewählten Beschreibungen im Buch - von "röchelnden Möpsen" über "Geruchsmischungen von Chanel No. 5 mit Frittiertem" oder dem selbstgefälligen Machokollegen, der sich zur Belohnung mit Schlachterplatten vollstopft. Die Idee für eine Fortsetzung hat Anke Küpper längst im Kopf: "Ich habe dieses Mal große Lust auf den Hafen als Setting und vielleicht hat Svea sich jetzt mit dem zweiten Band langsam genug an den Reichen und Schönen abgearbeitet."

Tod an der Alster

von Anke Küpper
Seitenzahl:
336 Seiten
Genre:
Krimi
Verlag:
Harper Collins
Bestellnummer:
978-3-959-67477-5
Preis:
11,00 €

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Kulturjournal | 30.07.2021 | 19:00 Uhr

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