Ein Bücherstapel vor einem gefüllten Bücherregal © picture alliance/dpa / Frank Rumpenhorst Foto: Frank Rumpenhorst

Die interessantesten literarischen Neuerscheinungen 2021

Stand: 28.07.2021 17:09 Uhr

Spannende Romane, fesselnde Erzählungen, berührende Lyrik: Im Jahr 2021 sind viele spannende Bücher auf dem deutschsprachigen Buchmarkt erschienen. Diese Neuerscheinungen haben uns beeindruckt - unsere Buchempfehlungen ohne Gefallensgarantie.

Der Titel "Ciao" klingt nach sommerlich-leichter Lektüre, aber Johanna Adorjáns Roman ist eine Gesellschafts- und Mediensatire. Ein alternder Journalist, eine frühere Edelfeder, soll einen Artikel über eine junge Feministin schreiben. Da aber ein "alter weißer Mann" nicht allein über eine junge Frau schreiben soll, wird ihm eine Praktikantin an die Seite gestellt. Wer darf was über wen schreiben? Diese Frage taucht in dem Buch immer wieder auf. Alle Figuren kriegen ihr Fett weg. Im Bücher-Podcast "eat.READ.sleep" erzählt Johanna Adorján, dass sie alle Figuren in ihrem neuen Roman mag, sie aber auch alle ein bisschen lächerlich findet.

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Buchcover: Johanna Adorján - Ciao © Kiepenheuer & Witsch Verlag

"Ciao": Bissige Gesellschaftssatire von Johanna Adorján

Im Zentrum des amüsanten Romans "Ciao" steht eine junge Feministin und ein in die Jahre gekommener Kulturjournalist. mehr

"Die Verlorenen": Simon Beckett beginnt neue Thriller-Reihe

In Simon Becketts neuem Roman "Die Verlorenen" übernimmt der Polizist Jonah Colley die Hauptrolle. Nachdem dieser einen verzweifelten Anruf von einem alten Freund bekommt, findet er in einem verlassenen Lagerhaus mehrere Leichen. Doch schnell wird Jonah selbst verdächtigt, etwas mit den Leichen im Lagerhaus zu tun zu haben. Und ein altes Trauma bricht auf: Sein kleiner Sohn Theo verschwand vor zehn Jahren von einem Spielplatz, während Jonah auf einer Parkbank eingenickt war. Beide Fälle scheinen irgendwie zusammenzuhängen. "Er sollte kein Held sein. Er ist verletzlich und empfindlich, das macht ihn interessanter als jemanden, der nur umhergeht und die ganze Zeit andere Leute verprügelt", erklärt Simon Beckett seine Figur Jonah Colley. Manchmal trägt Beckett jedoch zu dick auf und dadurch wirkt vor allem seine Hauptfigur etwas unglaubwürdig. "Die Verlorenen" ist trotz einiger Schwächen ein spannendes Buch. Der Thriller ist der Auftakt zu einer neuen Serie um Jonah Colley.

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Buchcover: Simon Beckett - Die Verlorenen © Wunderlich Verlag

"Die Verlorenen": Neue Thriller-Reihe von Simon Beckett

Nach der sechsbändigen Reihe um den forensischen Anthropologen David Hunter hatte Simon Beckett Lust auf einen neuen Helden. mehr

Shida Bazyars neuer Roman "Drei Kameradinnen"

Etwas Schreckliches ist passiert, so viel steht gleich schon zu Beginn von Shida Bazyars Roman "Drei Kameradinnen" fest: ein Unglück, eine Katastrophe, ein Verbrechen? Eine junge Frau behauptet, uns die ganze Wahrheit zu erzählen - und greift dabei tief in die Trickkiste unzuverlässigen Erzählens. So müssen wir uns selbst einen Reim bilden auf die Geschichte dreier junger Frauen, denen ihre Freundschaft gar nicht so viel Kraft schenken kann, wie ihnen vom Alltagsrassismus und dem Gefühl allgemeiner Perspektivlosigkeit immer wieder geraubt wird. Das ist beklemmend erzählt und voll von wütendem Witz. Ausführlich wird über diesen fabelhaften Roman in der ersten Folge "Bücher über Freundschaft" im Literaturpodcast "Land in Sicht" diskutiert.

Friedrich Ani: "Letzte Ehre" bleibt rätselhaft bis zum Schluss

Friedrich Ani ist einer der großen Stars der deutschen Krimiszene. Sein neuester Fall ist mehr ein Roman, der sich einen Krimi-Mantel zur Tarnung übergeworfen hat. Die Ermittlerin in "Letzte Ehre" ist diesmal Fariza Nasri, eine Frau, die Friedrich Ani-Leser schon aus dem Roman "All die unbewohnten Zimmer" ein bisschen kennen. Damals arbeitete sie mit mehreren anderen Ermittlern zusammen. In "Letzte Ehre" ist ein 17 Jahre altes Mädchen spurlos verschwunden und es wirkt ganz so, als sei sie nicht mehr am Leben. Verdächtig sind zuvorderst die Burschen, mit denen sie gefeiert hat und der Lebensgefährte ihrer Mutter, der sich zur vermeintlichen Tatzeit mit ein paar Saufkumpanen in einer Hütte im Wald befand. Das großartige Buch ist mehr Roman als Krimi und bleibe rätselhaft bis zum Schluss, meint NDR Kultur Rezensentin Annemarie Stoltenberg. "Lesend sind wir beteiligt an dem Versuch, die Welt besser zu machen, ahnend, dass es nichts nützen wird."

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Cover des Buches "Die letzte Ehre" von Friedrich Ani © Suhrkamp

Friedrich Anis "Letzte Ehre": Roman als Krimi getarnt

Friedrich Ani ist einer der großen Stars der deutschen Krimiszene. Sein neuester Fall ist eher ein Roman als ein Krimi. mehr

"Über Menschen": Juli Zeh veröffentlicht neuen Roman

Juli Zeh bezieht sich in ihrem neuen Buch "Über Menschen" auf die Corona-Zeit. Auf den ersten Blick hat "Über Menschen" ein ähnliches Setting wie ihr Erfolgsroman "Unter Leuten". Die junge Protagonistin Dora zieht von Berlin, wo sie es bei ihrem zum Corona-Apokalyptiker mutierten Freund nicht mehr aushalten kann, aufs Land. Mit der Realität auf dem Land konfrontiert, verändert sich ihr Weltbild.

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Juli Zeh: "Über Menschen" (Cover) © Luchterhand

"Über Menschen" von Juli Zeh: Wankende Weltbilder

In Juli Zehs neuem Roman flieht die Protagonistin Dora aufs Land ins Brandenburgische - vor Corona und ihren Problemen. mehr

Leïla Slimanis Roman "Das Land der Anderen"

Der Roman "Das Land der Anderen" der französisch-marokkanischen Schriftstellerin Leïla Slimani war in Frankreich bereits ein sehr großer Erfolg. Im Mai ist das Buch in deutscher Übersetzung bei Luchterhand erschienen. Erzählt wird die Geschichte der jungen Elsässerin Mathilde, die sich am Ende des zweiten Weltkriegs in Amine, einem aus Marrokko stammenden Offizier der französischen Armee, verliebt, ihn heiratet und in seine Heimat Marokko folgt. Doch dort stoßen die beiden an die Grenzen von Toleranz und Tradition. Die rassistischen französischen Kolonialbeamten verachten das Paar. Genauso wie die marokkanischen Nationalisten, weil Amine in der Armee des Feindes gedient hat. Die beiden gehören nirgendwo dazu. Die Geschichte hat einen wahren Kern: Das Vorbild für Mathilde war Leïla Slimanis eigene Großmutter.

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Buchcover Leïla Slimani: "Das Land der anderen" © Luchterhand Literaturverlag

Lebendig und packend: Slimanis Roman "Das Land der Anderen"

Der historische Roman handelt von einer Elsässerin und ihrem aus Marokko stammenden Mann am Ende des Zweiten Weltkriegs. mehr

"Dave": Künstliche Intelligenz mit menschlischem Bewusstsein

Kann Gott einen Stein schaffen, der so schwer ist, dass selbst er ihn nicht mehr heben könnte? Ein unlösbares Rätsel, das einem schier den Verstand sprengt. Einen ebensolchen Roman hat die wundervolle österreichische Erzählerin Raphaela Edelbauer mit "Dave" geschrieben. Sie konstruiert einen kaum begreifbaren, faszinierenden Kosmos rund um die Frage: Kann unsere Intelligenz eine künstliche Intelligenz erzeugen, die unsere eigene wiederum überragt? Die Suche nach einer Antwort ist rasant, extrem knifflig, wahnsinnig komisch und - verschlägt uns beim Lesen den Atem.

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Cover des Buches "Dave" von Raphaela Edelbauer © Verlag Klett Cotta

"DAVE": Skurrile Utopie von Raphaela Edelbauer

Die originellste, witzigste, fantasievollste, schrägste Literatur kommt derzeit aus Österreich: von Raphaela Edelbauer. mehr

"Vati": Monika Helfer schreibt ihre eigene Familiengeschichte fort

Die große österreichische Erzählerin Monika Helfer knüpft mit "Vati" an ihren sensationell erfolgreichen Vorjahresroman "Die Bagage" an. Wieder erzählt sie hypnotisch, tastend, sprühend und verzagt aus dem Leben ihrer Vorfahren. Der Vater ist ein sonderbarer Mann: Ein Büchernarr, ein Buchstabenbesessener, ein Heimverwalter, dem es eigentlich nur um die Bibliothek geht, die außer ihm nie jemand nutzt. Er ist ein Ehemann zwischen Liebe und unendlicher Traurigkeit und ein Vater, der die Balance zwischen Nähe und Ferne schwerlich nur findet. Auf eine bösartige Weise wird am Ende alles noch gut.

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Monika Helfer: "Vati" © Hanser Verlag

"Vati": Monika Helfers Roman über ihren Vater

In ihrem Roman "Vati" schreibt Monika Helfer fort, was sie in "Die Bagage" angefangen hat: die Geschichte ihrer Familie. mehr

"Flüchtiges Begehren": Der 30. Fall für Commissario Brunetti

Der 30. Brunetti-Fall sei ganz bewusst kein Corona-Krimi geworden, sagt Donna Leon im Literaturpodcast "eat.READ.sleep." über ihren Jubiläums-Krimi. Das sei einfach nicht interessant für einen Roman, die Menschen hätten ohnehin genug davon. Stattdessen geht es in "Flüchtiges Begehren" um drei amerikanische Touristinnen, die nach einem Bootsunfall bewusstlos vor der Notaufnahme des Krankenhaus gefunden werden. Wer steckt dahinter? Brunetti ermittelt im herbstlich-nebligen Venedig - eine Stimmung, die über dem ganzen Buch liegt.

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Logo vom Podcast "eat.READ.sleep" © NDR/istockphoto.com Foto: Natee Meepian
58 Min

Podcast: Eat.Read.Sleep mit Donna Leon

Ist Juli Zehs Roman "Über Menschen" das Buch der Stunde oder doch eher Kitsch? Und was kocht eigentlich Donna Leon? 58 Min

"Fahrtwind": Klaus Modicks moderner Taugenichts-Roman

Klaus Modicks neuer Roman "Fahrtwind" hat einen populären Vorgänger: "Aus dem Leben eines Taugenichts" von Joseph von Eichendorff. In "Fahrtwind" geht es um eine Künstlerpersönlichkeit: einen jungen Mann, der vielleicht mal Musiker werden will. Modicks Ich-Erzähler soll in die Heizungsbau-Firma des Vaters "Johann Müller GmbH&Co KG" einsteigen. Doch ihm erscheint das Leben zu verheißungsvoll, um es mit schnöder Arbeit zu verbringen. Also zieht er, genau wie der Eichendorff’sche Taugenichts, los ins romantische Blaue. Bei Modick geht es ab auf einen Romantic Road-Trip, bei dem sich der Held den Fahrtwind ordentlich durchs lange Haar wehen lässt.

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Buchcover Klaus Modick: "Fahrtwind" © Kiepenheuer & Witsch

"Fahrtwind": Klaus Modicks "Taugenichts"-Roman

Klaus Modicks neuer Roman holt Joseph von Eichendorffs "Aus dem Leben eines Taugenichts" in die heutige Zeit. mehr

"Fern von hier": Sämtliche Erzählungen von Adelheid Duvanel

25 Jahre nach Adelheid Duvanels Tod versammelt der Limmat-Verlag alle ihre Erzählungen in einem Band. "Fern von hier" ist ein Zauberwerk, eines Lebensbuch. Versprochen: So etwas haben Sie noch nie gelesen, so etwas Gewaltiges, Erschütterndes, Witziges, Verzweifeltes, nahezu Vollkommenes! Von ferne her denkt man vielleicht an Kafka, aber Adelheid Duvanels Geschichten sind noch grotesker, ihre Schönheit ist noch verschwommener und ihre Figuren sind noch hilfloser in dieser Welt. Nie aber verlieren sie ihre Würde. Warum aber ist Adelheid Duvanel bis heute so unbekannt? Darüber diskutieren wir in der "Ungewissheits"-Folge unseres Podcasts "Land in Sicht".

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Ein Kind springt von einem Steg mit ausgebreiteten Armen ins Wasser. © IMAGO Foto: Christoph Franke
73 Min

Podcast: Land in Sicht - Bücher über das Ungewisse

Lisa Kreißler und Alexander Solloch diskutieren diesmal über Texte von Rebecca Solnit und Adelheid Duvanel. 73 Min

"Später": Neuer Psychothriller von Stephen King

Stephen King ist ein Meister der psychologischen Spannung. Mit seinem Roman "Später" legt er eine raffinierte, mehrfach verschachtelte Studie über das Erwachsenwerden in irrealen Zeiten vor, schreibt Literaturkritikerin Annemarie Stoltenberg. Im Alter von sechs Jahren bemerkt der mit einer alleinerziehenden Mutter und ihrer Lebensgefährtin aufwachsende Jamie, dass er mit Toten sprechen kann. Eine kurze Zeit, nur ein paar Tage, antworten sie ihm auf seine Fragen, ohne zu lügen. Welcher lebendige Erwachsene tut das schon? Seine Mutter ist Literaturagentin und in ziemlicher finanzieller Bedrängnis. Sie und ihre Lebensgefährtin, eine Polizistin, wollen Jamies Fähigkeiten für sich nutzen. Nur winzig kleine Szenen braucht Stephen King, um die seelischen Nöte des Kindes aufzurollen. Man möchte Jamie unentwegt in den Arm nehmen und beschützen.

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Buchcover: Stephen King - Später © Heyne Verlag

"Später": Neuer Psychothriller von Stephen King

Stephen King ist ein Meister der psychologischen Spannung. Sein neuer Roman "Später" ist deutlich kürzer als üblich. mehr

"Otmars Söhne": Familienkämpfe in Peter Buwaldas neuem Roman

Die Reaktionen auf Peter Buwaldas Debütroman "Bonita Avenue" im Jahr 2014 waren zwiespältig. Sein neuer, rund 600 Seiten starker Roman "Otmars Söhne" ist ein unglaublich wuchtiger Text - vom ersten Satz bis hin zum offenen Schluss. Die Geschichte handelt von einer Art Patchwork-Familie, in der Stiefgeschwister und Eheleute im Kampf miteinander sind. "In diesem Roman passiert so ungeheuer viel, dass eine Inhaltsangabe nur antupfen kann, was sich ereignet. Es ist eine atemlos rasende Geschichte. Unentrinnbar, unglaublich, desaströs und brutal wie das Leben", meint NDR Kultur Literaturkritikerin Annemarie Stoltenberg.

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Das Cover von Peter Buwaldas Roman "Otmars Söhne" © rowohlt

"Otmars Söhne": rasender Roman von Peter Buwalda

Die Reaktionen auf Buwaldas Debütroman "Bonita Avenue" waren zwiespältig. Sein neues Buch hingegen ist mitreißend. mehr

"Daheim": Judith Hermanns Roman über Angst und Sehnsucht

Judith Hermanns neuer Roman "Daheim" erzählt die Geschichte einer Frau, die ihr früheres Leben hinter sich lässt und ans Meer zieht. Dort arbeitet sie im Imbiss ihres Bruders und sieht sich mit einem Mal unbekannten Ängsten ausgesetzt. In der Nacht steht plötzlich die Haustür offen. Ein Tier wohnt zwischen den Wänden, aufdringlich laut und unsichtbar. Aber sie freundet sich auch mit ihrer Nachbarin Mimi an, die jeden Morgen nackt im Hafenbecken schwimmt. Judith Hermann schafft es in "Daheim" das Magisch-Parabelhafte ihrer Erzählungen in einen Roman zu übertragen. Mit großer Sicherheit erzählt Hermann das Märchen von einer Frau, die einen Teil von sich in der Kiste eines Zauberers verloren hat und ihn möglicherweise erst 30 Jahre später wieder zurückbekommt. Judith Hermanns neuer Roman "Daheim" ist auch Thema im neuen NDR Kultur Literaturpodcast "Land in Sicht". In der dritten Folge sprechen Schriftstellerin Lisa Kreißler und Alexander Solloch über Sehnsucht.

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Pusteblume im Wind vor blauem Himmel © picture alliance / Zoonar Foto: Waldemar Thaut
75 Min

Podcast: Land in Sicht - Bücher voller Sehnsucht

Wir sprechen unter anderem über Judith Hermanns neuen Roman "Daheim" und mit Sven Regener über das Bittersüße in der Kunst. 75 Min

"Pantherzeit": Marica Bodrožić reflektiert Leben in der Corona-Zeit

Die poetisch-philosophischen Betrachtungen in "Pantherzeit" von Marica Bodrožić über das Leben in Corona-Zeiten zeigen, dass gute Literatur nicht nur unterhaltsam ist, sondern uns immer wieder zu neuen Ansichten über unser gegenwärtiges Leben führt. Bodrožić macht Rainer Maria Rilkes Gedicht "Der Panther" zum Kristallisationspunkt ihres umfangreichen Essays. Es ist das Gedicht zur Pandemie: Wie ein eingesperrter Panther durch die Gitterstäbe von innen nach draußen schauen zu müssen, lässt die Welt anders, klarer erscheinen. Das Buch wurde Anfang des Jahres in der NDR Kultur-Reihe "Am Morgen vorgelesen" bereits vor der Veröffentlichung vorgestellt. Im Februar ist es dann erschienen.

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Marica Bodrožić: "Pantherzeit" © Otto Müller Verlag

Marica Bodrožić: "Pantherzeit"

In ihrem Essay beschäftigt sich Marica Bodrožić mit den Umwälzungen, die die Pandemie im Frühjahr 2020 ausgelöst hat. mehr

Moderne Lyrik von Amanda Gorman und Anja Kampmann

Seit dem beeindruckenden Auftritt der 22-jährigen Poetin Amanda Gorman bei der Amtseinführung Joe Bidens spricht die ganze Welt über sie und ihr Gedicht. "The Hill We Climb" ist gerade in deutscher Übersetzung erschienen: "Den Hügel hinauf". Rund um die Veröffentlichung entstand ein großer Streit darüber, wem es erlaubt sei, die Verse der schwarzen Autorin in andere Sprachen zu übertragen. Für den Hoffmann und Campe-Verlag hat das ein dreiköpfiges Team übernommen. Nicht jeden hat die Übersetzung des kraftvollen Gedichts überzeugt und dennoch ist sie eine der meistbeachtetsten Neuerscheinungen auf dem deutschen Literaturmarkt in diesem Frühjahr.

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Cover des Buchs "The Hill We Climb" von Amanda Gorman

Amanda Gormans "The Hill We Climb" auf Deutsch

Das Gedicht der 22-jährigen Poetin hat weltweit beeindruckt und ist nun in deutscher Übersetzung erschienen: "Den Hügel hinauf". mehr

Nach ihrem vielbeachteten Debütroman "Wie hoch die Wasser steigen", hat die Hamburgerin Anja Kampmann in diesem Jahr wieder einen Lyrikband vorgelegt. "Der Hund ist immer hungrig" ist im März beim Hanser Verlag erschienen. Die Gedichte sind stilistisch sehr reduziert, reich an historischen Bezügen und entführen mit einem rauen und zugleich sehnsuchtsvollen Klang in eine Vergangenheit in der norddeutschen Provinz. Um Kampmanns Gedichte geht es auch in der zweiten Folge des NDR Kultur Literaturpodcasts "Land in Sicht".

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Ein altes Buch liegt im Grünen auf einem Holzbrett. © photocase.de Foto: nukanute
76 Min

Bücher zwischen Liebe und Hass

Lisa Kreißler und Joachim Dicks sprechen über Lyrik. Warum lieben und hassen wir sie und wie zeigt sie den Wandel der Sprache? 76 Min

Peter Longerich über "Antisemitismus - von der Aufklärung bis heute"

Das Attentat auf die Synagoge in Halle im Herbst 2019 zeigte auf dramatische Weise, dass der Antisemitismus in Deutschland nach wie vor virulent ist. Der renommierte Münchner Historiker Peter Longerich beschreibt in seiner Geschichte des Antisemitismus die unterschiedlichen Formen der Judenfeindschaft in Deutschland über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahrhunderten, von der Aufklärung bis heute. Für ihn stellt sich in "Antisemitismus - von der Aufklärung bis heute" die Frage: Warum sind immer wieder Juden Opfer von Diskriminierung und Gewalt? Warum wurden und werden sie nicht als gleichberechtigt akzeptiert.

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Peter Longerich: "Antisemitismus: Eine deutsche Geschichte - Von der Aufklärung bis heute" (Cover) © Siedler

"Antisemitismus - eine deutsche Geschichte" von Peter Longerich

Der Historiker Longerich beschreibt die unterschiedlichen Formen des Antisemitismus in Deutschland von der Aufklärung bis heute. mehr

"Eurotrash": Christian Krachts späte "Faserland"-Fortsetzung

25 Jahre nach seinem gefeierten Debütroman hat der Schriftsteller Christian Kracht eine Fortsetzung geschrieben. Damals irrte in "Faserland" ein namenloser Ich-Erzähler durch ein von allen Geistern verlassenes Deutschland, von Sylt bis über die Schweizer Grenze nach Zürich. In "Eurotrash" geht derselbe Erzähler erneut auf eine Reise - diesmal nicht nur ins Innere des eigenen Ichs, sondern in die Abgründe der eigenen Familie. Deren Geschichte kreuzt sich auf tragische, komische und bisweilen spektakuläre Weise immer wieder mit der Geschichte dieses Landes. Was am Anfang nach Autofiktion aussieht, erweist sich im Laufe der Erzählung immer mehr als ebenso komplexes wie äußerst amüsantes poetisches Vexierspiel. Wer anfängt die biografischen Eckdaten Krachts zu googeln, wird bald nicht mehr wissen, was Wahrheit und Lüge unterscheidet. Mit seinem neuen Werk war Christian Kracht für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

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Christian Kracht: "Eurotrash" © Kiepenheuer & Witsch

"Eurotrash": Christian Krachts Mutter-Sohn-Geschichte

Die "Faserland"-Fortsetzung ist eine Komödie in Romanform, die auf unheimlich komische Weise vom Abgründigen erzählt. mehr

"Vom Aufstehen": Fast ein Jahrhundert deutscher Geschichte

Ebenfalls für den Leipziger Buchpreis nominiert war die inzwischen 80-jährige Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Helga Schubert. In ihrem autobiographischen Werk "Vom Aufstehen" erzählt sie von ihrem Leben "als Kriegskind, Flüchtlingskind und Kind der deutschen Teilung". Ausgedacht ist wenig in diesem Buch. Die 29 Geschichten erzählen größtenteils aus der Ich-Perspektive und blättern das Leben der Helga Schubert auf, aber auch acht Jahrzehnte deutscher Geschichte.

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Helga Schubert: "Vom Aufstehen" © dtv

NDR Buch des Monats März: "Vom Aufstehen"

In "Vom Aufstehen" erzählt Helga Schubert kurze Episoden über sich, ihre Mutter und ein Jahrhundert deutscher Geschichte. mehr

Reemtsma Sohn Johann Scheerer schildert seine Kindheit

2021 jährt sich die Entführung des Hamburger Millionärs Jan Philipp Reemtsma zum 25. Mal. Bereits vor zwei Jahren hat Reemtsmas Sohn, der Musiker Johann Scheerer, seine Erlebnisse rund um die Entführung in "Wir sind dann wohl die Angehörigen" verarbeitet. Sein neues Buch "Unheimlich nah" schildert, wie er nach der Rückkehr seines Vaters, in der ständigen Begleitung von Personenschützern aufwächst.

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Cover des Buchs Unheimlich nah von Johann Scheerer © Piper Verlag

NDR Buch des Monats Januar: "Unheimlich nah"

Johann Scheerer erzählt von der Entführung seines Vaters Jan Philipp Reemtsma in den 90er-Jahren. Er war damals 13 Jahre alt. mehr

Literarisches Gedenken 2021: Von Mann bis Flaubert

Der literarische Gedenkkalender ist 2021 voll mit wichtigen Erinnerungsanlässen. Der 150. Geburtstag von Heinrich Mann wäre bereits am 27. März gewesen. Erich Fried und Wolfgang Borchert hätten am 6. und 20. Mai ihren 100. Geburtstag gefeiert. Am 6. Juni war der 75. Todestag von Gerhart Hauptmann und am 10. Juli der 150. Geburtstag von Marcel Proust. Das Jahr abrunden wird der 200. Geburtstag von Gustave Flaubert am 12. Dezember.

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Ein Mann liest in einem Buch. © picture alliance / Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa | Foto: Martin Schutt

Alle Informationen zum NDR Sachbuchpreis 2021

Bis zum 15. August 2021 können Verlage ihre Vorschläge für den diesjährigen NDR Sachbuchpreis einreichen. mehr

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Mit dem Podcast eat.READ.sleep geben wir Tipps, Interviews mit Büchermenschen, Fun Facts und Besonderes für den Gaumen. mehr

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Land in Sicht. Bücher zum Leben

Schriftstellerin Lisa Kreißler lädt ein: In ihrer Scheune in Pohle sprechen wir über Bücher, die Gegenwart, das Leben. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 15.06.2021 | 10:00 Uhr

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