Stand: 25.11.2019 16:54 Uhr

Klimawandel: Wie wir die Welt retten

Es gibt keinen Planet B
von Mike Berners-Lee

"Großer Mensch, kleiner Planet" - mit dieser Formel bringt Mike Berners-Lee, Professor am Institut für Soziale Zukunft der britischen Lancaster University, seine Beschreibung des Zustandes unserer Welt auf den Punkt, eines Zustands, in dem der Mensch - erstmals in der Geschichte der Erde - der entscheidende Faktor bei den Veränderungen des Ökosystems ist. "Für Jahrtausende dominierten die regenerativen Kräfte des Planeten", sagt er. "Zwar haben wir ein paar Arten ausradiert, doch immerhin sind wir bisher kaum bestraft worden, obwohl wir den Planeten wie einen großen, stabilen Spielplatz verwendet haben. Plötzlich ist er fragil. Der Spielplatz geht kaputt, wenn wir unsere Art zu spielen nicht völlig ändern." Darüber, wie das gehen kann, unsere "Art zu spielen" zu ändern, hat er ein Buch geschrieben. "Es gibt keinen Planet B" ist jetzt auf Deutsch erschienen.

Zerbrochene Erdkugel © picture alliance/WILDLIFE

Mike Berners-Lee: "Es gibt keinen Planet B"

Kulturjournal -

Klimawandel, Welternährung, Artensterben. In seinem Buch "Es gibt keinen Planet B" analysiert der britische Soziologe Mike Berners-Lee die großen Herausforderungen unserer Zeit.

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Ein Handbuch fürs Überleben

"Die Wetterextreme helfen der Menschheit aufzuwachen", so Mike Berners-Lee. "Denn wir sind nicht gerade gut darin, in die Zukunft zu sehen, die Symptome des Klimawandels zu lesen. Aber die Signale wie Buschfeuer in Australien, Überschwemmungen in England und weltweit oder die große Trockenheit zum Beispiel auch in Deutschland - wenn uns das alles keine Angst macht, dann stimmt etwas nicht damit, wie wir denken."

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Trotzdem ist das Ausmalen apokalyptischer Szenarien nicht sein Ding. Mike Berners-Lee will keine Angst schüren, sondern zum Handeln bewegen. Deshalb hat er ein "Handbuch für alles" verfasst, in dem er die großen Herausforderungen unserer Zeit analysiert. Gestützt auf Fakten und Studien, geht er ihren Ursachen auf den Grund, hinterfragt unsere Lebens- und Denkweisen, erklärt Zusammenhänge und skizziert Lösungswege.

Klimawandel, Welternährung, Artensterben - die Liste der Probleme ist lang. Seit Jahren beschäftigt sich Mike Berners-Lee mit der Frage, wie wir gut leben können, ohne unsere Erde zu zerstören. Dafür sind Verhaltensänderungen notwendig - keine Frage. Und dafür gibt der Autor eine Fülle von Hinweisen und Ratschlägen: vom Verzicht auf zu viel Fleisch und Milchprodukte bis zur Einführung einer CO2-Steuer.

Welche Werte sind uns wichtig?

Entscheidend für den Erfolg aber sei ein globales Umdenken, eine Verständigung darauf, welche Werte uns wichtig sind. Da geht es nicht nur um Fahrrad statt Auto, Sonnenkollektoren und Windkraftwerke, sondern darum, wie wir uns ein gutes Leben vorstellen. "Die Werte sind der kritische Punkt", schreibt Mike Berners-Lee.

Er scheut sich auch nicht, die drei seiner Meinung nach alles entscheidenden Werte beim Namen zu nennen:

  • Gleichberechtigung aller Menschen
  • Respekt vor der Welt
  • Respekt für die Wahrheit.

"Alle in diesem Buch umrissenen Lösungen werden durch diese Werte bedingt. Die Menschheit kann ohne sie nicht gedeihen", sagt er.

Mike Berners-Lee hat ein optimistisches Buch geschrieben, ein Buch, das auf Veränderungen zum Besseren setzt. "Wir müssen mit dem Gejammer aufhören. Und wir müssen endlich mal die Vorteile des Wandels sehen. Wir können nicht mehr über die Zukunft reden wie in der Vergangenheit. Wirtschaftliches Wachstum ist nicht die Lösung. Es zerstört die Erde und alles, was darauf lebt. Und am Ende auch uns."

Es gibt keinen Planet B

von
Seitenzahl:
320 Seiten
Genre:
Sachbuch
Verlag:
Midas
Bestellnummer:
978-3-03876-530-1
Preis:
25 Euro €

Dieses Thema im Programm:

Kulturjournal | 25.11.2019 | 22:45 Uhr

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