Stand: 18.04.2019 14:55 Uhr

Jugendbücher: Drei Lese-Tipps zu Ostern

von Katja Eßbach

Jugendliche decken Morde auf. Wenn darauf Liebe stößt - verflossene Liebe oder Geschwisterliebe - ist die Spannung auf dem Höhepunkt. In unseren drei Jugendbuchtipps zu Ostern sucht eine junge Frau nach dem Mörder ihrer Schwester, eine Liebesgeschichte zwischen besten Freunden entwickelt sich und das Superhirn der Schule hilft einem Kommissar bei der Aufklärung eines Todesfalls.

Außergewöhnlich spannend: "Sadie" von Courtney Summers

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"Sadie" von Courtney Summers erscheint im Beltz & Gelberg Verlag, 16,95 Euro.

"Sadie" ist keine leichte Kost und das vom Verlag empfohlene Lesealter, nämlich ab 14 Jahren, muss angezweifelt werden.

Der Roman erzählt die Geschichte der 19-jährigen Sadie, die den Mörder ihrer kleinen Schwester sucht. Sie verdächtigt einen früheren Freund ihrer Mutter und folgt ihm, vagen Hinweisen nachgehend, durch das halbe Land. Der besondere Kniff des Buches ist, dass es auf zwei Ebenen erzählt wird. Zu Beginn ist Sadie verschwunden und wird von einem Journalisten gesucht, der diese Suche in einem Podcast festhält. Er trifft Menschen aus Sadies Umfeld und folgt ihren Spuren, doch sie bleibt verschwunden.

Die andere Ebene erzählt aus der Ich-Perspektive Sadies, wie sie dem mutmaßlichen Mörder immer näher kommt und sich in Gefahr begibt. Der Roman ist kein klassischer Krimi, aber dennoch außerordentlich spannend und mit den zwei Erzähl-Ebenen geschickt konstruiert.

Coming-of-Age-Geschichte: "Ich werde fliegen" von Dana Czapnik

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"Ich werde fliegen" von Dana Czapnik erscheint im Heyne Verlag, 17 Euro.

Auf keinen Fall sollte man sich hier vom Klappentext beeinflussen lassen. Der behauptet nämlich "Ich werde fliegen" sei einer dieser typischen Romane, in denen sich das unscheinbare Mädchen in ihren besten Freund verliebt, der aber nur auf die nervigen Schulschönheiten steht. Das klingt nach Klischee – "Ich werde fliegen" ist nämlich viel mehr.

Es geht um die 17-jährige Lucy, die ihre Zeit am liebsten mit Percy, ihrem besten Freund, auf dem Basketballplatz verbringt oder mit ihm über französische Philosophie diskutiert. Beide leben in den 1990er-Jahren in Manhattan. Und ja, Lucy ist schwer in Percy verliebt, aber Dana Czapnik hat mehr als eine Boy-meets-Girl-Geschichte im Sinn. Sehr wahrhaftig, direkt und ehrlich beschreibt sie die Probleme junger Erwachsener, die auf der Suche sind, vor allem nach sich selbst. Sie lotet die Gefühle ihrer Protagonisten aus und gießt keinen Zuckerguss darüber. Auch ein klassisches Happy End gibt es nicht. "Ich werde fliegen" ist ein kluger, warmherziger Roman nicht nur über die Liebe.

Superhirn sucht Mörder: "Running Girl" von Simon Mason

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"Running Girl" von Simon Mason erscheint im Rowohlt Rotfuchs Verlag, 14,99 Euro.

Garvie Smith sieht nicht nur toll aus, er ist auch noch das Superhirn der Schule. Andererseits ist er faul und kommt nur zum Unterricht, wenn es sich gar nicht umgehen lässt. Die meiste Zeit langweilt er sich. Das ändert sich erst, als seine Ex-Freundin Chloe umgebracht wird und er wahrscheinlich der einzige ist, der ihren Mörder finden kann. Denn der junge Kommissar Singh, der in diesem Fall ermittelt, stellt sich nach Garvies Meinung einfach zu dämlich an.

Simon Mason ist ein renommierter Kinder- und Jugendbuchautor und er hat mit Garvie Smith einen sehr besonderen Protagonisten erschaffen. "Running Girl" ist unterhaltsam, spannend und trotz des Krimiplots nicht selten auch sehr komisch. Der zweite Teil dieser neuen Reihe um Garvie Smith ist ebenfalls bereits erschienen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 20.04.2019 | 07:55 Uhr

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