Stand: 18.06.2019 12:32 Uhr

Fotograf Salgado erhält Friedenspreis 2019

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Der 75-jährige brasilianische Künstler Sebastião Salgado lebt in Paris.

Der Brasilianer Sebastião Salgado erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2019. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wird dem Fotografen und Bildkünstler am 20. Oktober in der Paulskirche in Frankfurt am Main im Rahmen der Frankfurter Buchmesse überreicht. Das hat der Börsenverein am Dienstag bekannt gegeben.

Engagierter Kämpfer für soziale Gerechtigkeit

Der Brasilianer werde als Bildkünstler geehrt, "der mit seinen Fotografien soziale Gerechtigkeit und Frieden fordert und der weltweit geführten Debatte um Natur- und Klimaschutz Dringlichkeit verleiht", heißt es in der Begründung der Jury des Stiftungsrates des Börsenvereins. Es ist das erste Mal, das ein Fotograf den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhält. Dieser wird seit 1950 vergeben.

Bildband "Exodus": Dokumente von Flucht und Elend

Der 75-jährige Künstler wurde am 8. Februar 1944 im Bundesstaat Minas Gerais geboren und wuchs auf einer Rinderfarm im Regenwaldgebiet auf. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler engagiert sich mit seiner Frau in der linken Oppositionsbewegung gegen die brasilianische Militärdiktatur und emigriert 1969 nach Paris. Seit 1973 arbeitet er freiberuflich als Fotograf, bereits 1979 wird er in die prestigierte Agentur Magnum Photos aufgenommen. Mittlerweile besitzt er mit seiner Frau Lélia Wanick Salgado eine eigene Agentur, Amazonas Images.

Salgados Fotos in Schwarz-Weiß zeugen von Armut, Flucht, Krieg

Salgado dokumentiert in mehreren Langzeitprojekten mit Schwarz-Weiß-Fotografien Menschen, die durch Kriege und Klimakatastrophen entwurzelt werden. Dadurch gelinge es Sebastião Salgado, "Menschen weltweit für das Schicksal von Arbeitern und Migranten und für die Lebensbedingungen indigener Völker zu sensibilisieren", heißt es weiter in der Jurybegründung. Er beschreibe in seinen Fotografien die Größe der Natur und mache die geschändete Erde ebenso sichtbar wie deren fragile Schönheit.

Das preisgekrönte Werk Salgados ist in zahlreichen Ausstellungen und Bildbänden festgehalten - und in einigen Dokumentationen. Unter anderem hat der Fotograf und Regisseur Wim Wenders die oscarnominierte Kinodokumentation "Das Salz der Erde" über den und mit dem Brasilianer gedreht, die 2014 im Kino startete.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 18.06.2019 | 16:20 Uhr

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