Stand: 06.04.2018 08:46 Uhr

"Der kleine Prinz" wird 75 Jahre alt

von Nadine Gräser

Das Buch "Der kleine Prinz" gehört mit 80 Millionen verkauften Exemplaren zu den meistgelesenen Büchern der Welt. Dabei wäre Antoine de Saint-Exupéry wahrscheinlich selbst nicht auf die Idee gekommen, ein Kinderbuch zu schreiben. Der Vorschlag kam, so heißt es zumindest in einer Version der Entstehungsgeschichte, von dem New Yorker Verleger Curtice Hitchcock. Im Frühjahr 1942 saß er mit Saint-Exupéry beim Mittagessen, als dieser auf seiner Serviette herumkritzelte und ein kleiner Junge zum Vorschein kam. Den fand der Verleger so entzückend, dass er vorschlug, daraus eine Geschichte zu machen.

1943 wurde "Der kleine Prinz" erstmals veröffentlicht. 75 Jahre später sind der künstlerischen Bearbeitung des Stoffes fast keine Grenzen gesetzt. Er inspiriert Musiker, Theatermacher und Autoren. Hörspiele, Kinofilme und Theaterstücke sind entstanden - und entstehen noch immer. Als Musical tourt "Der kleine Prinz" ganzjährig in einer Bearbeitung von Deborah Sasson und Jochen Sautter durch Deutschland.

Im Weihnachtsprogramm 2017/2018 des Admiralspalastes in Berlin waren die Schauspieler Florian Lucas, Bruno Ganz und Armin Rohde wieder als virtuelle Einspieler mit dabei. Das Stück geht dort bereits in die neunte Spielzeit.

"Der kleine Prinz" wurde in mehr als 270 Sprachen übersetzt. Der Sylter Erk-Uwe Schrahé hat sogar eine friesische Version geschrieben.

Bühnenbild "Der Kleine Prinz", Weihnachtskonzert für Kinder mit der NDR Radiophilharmonie am 18. Dezember 2011. © NDR Fotograf: Wolf-Rüdiger Leister

Friesisch für alle: Der kleine Prinz

NDR 1 Welle Nord - Von Binnenland und Waterkant -

Zwölf Jahre musste Erk-Uwe Schrahé warten, bis er aus seinem Buch vorlesen konnte. Der Sylter hat das Märchen "Der kleine Prinz" auf Friesisch übersetzt.

0 bei 0 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Der blonde Junge ist ein riesiges Geschäft - das umfasst nicht nur den Text an sich, sondern auch jede Menge kommerzielle Nebenprodukte. In der japanischen Stadt Hakone befindet sich ein Museum zum Stoff der Erzählung. Vor vier Jahren eröffnete bei Straßburg im Elsass der Luft- und Wasser-Themenpark Le Parc du Petit Prince - dort gibt es Labyrinthe, einen Flugsimulator, Kinos und vieles mehr. Das Motiv des kleinen blonden Jungen ist auf T-Shirts, Tassen, Tellern, Postkarten und Schlüsselanhängern zu finden. In der Presse lässt die Kritik daran nicht nach, mit dem Tenor: Die Erbengemeinschaft halte mit professionellem Marketing den Erbschatz lebendig und vor allem rentabel.

Eine der aktuellsten Kinoproduktionen ist von Mark Osborn, er bekam 2015 die Verfilmungsrechte für eine 3-D-Fassung.

Bis in den französischen Chanson reicht der Einfluss: etwa bei Gérard Lenorman oder Gilbert Bécaud.

Und so geht es weiter und weiter. Die Liste ist endlos - der kleine Prinz ist auch nach 75 Jahren allgegenwärtig.

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | 06.04.2018 | 07:20 Uhr

Mehr Kultur

02:35
Hamburg Journal

"Die Regentrude": Märchen-Kulisse am Kiekeberg

19.06.2018 19:30 Uhr
Hamburg Journal
01:27
Schleswig-Holstein Magazin

Bissee: Kleiner Ort, große Skulpturen

19.06.2018 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin
01:27
Nordmagazin

Regisseur Dresen übernimmt Professur an HMT

19.06.2018 19:30 Uhr
Nordmagazin