Ein frisch gebackenes Brot, umgeben von unterschiedlichen Brötchen. © photocase.de Foto: etorres69
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AUDIO: Kirchenleute heute 21.09.2022 (3 Min)

"Unser täglich Brot gib uns heute"

Stand: 20.09.2022 13:45 Uhr

Weizen ist knapp und teuer: Die heftigen Preisschwankungen wegen des Ukraine-Kriegs haben die Lage verschlimmert. Laut Welthungerhilfe hungern weltweit rund 800 Millionen Menschen.

von Bischöfin Kirsten Fehrs

Was gibt es Herrlicheres als ein frisches, noch warmes Brot aus dem Ofen. Dieser Duft, wenn krachend die Kruste bricht! Und dann der Geschmack; kräftig, ein wenig süßlich, weich und saftig. Himmlisch, so ein Brot. Auf den ersten Blick scheint es ja ein ganz einfaches Nahrungsmittel zu sein: Mehl, Wasser, etwas Hefe, Salz. Und doch steckt so viel mehr dahinter - es ist ein Lebensmittel, das über Jahrtausende Menschen gesättigt hat. An Leib und an Seele.

Ukraine-Krieg verschärft den Hunger

Unser täglich Brot gib uns heute - diese Bitte aus dem alten Vaterunser weiß davon, wie wenig selbstverständlich es ist. Dieser Tage hungern über 800 Millionen Menschen nach Brot. So viele Kinder darunter. In Somalia. Äthiopien. Im Jemen. Furchtbar. Und ein russischer Despot, der den ersehnten Weizen verweigert und im Angriffskrieg gegen die Ukraine als Waffe einsetzt, tut das Seine, um es noch furchtbarer zu machen.

Aktion "Konfis backen Brot für die Welt"

Auch um diesen Skandal beim Namen zu nennen, gibt es eine beeindruckende Aktion der Bäcker- und Konditorinnung gemeinsam mit der Nordkirche. "Konfis backen Brot für die Welt", heißt sie und startet kommenden Sonntag mit einem Gottesdienst in Finkenwerder. Dabei backen KonfirmandInnen 5.000 Brote unter der fachkundigen Anleitung des ortsansässigen Bäckermeisters. Und diese Brote werden gegen eine Spende abgegeben, um damit wiederum Hilfsprojekte für Kinder in der Welt zu finanzieren. Eine rundum gute Sache - himmlisch sozusagen, nicht nur weil die Jugendlichen unmittelbar vorm Erntedankfest fühlen, riechen, schmecken, wie wertvoll ein Lebensmittel wie Brot ist. Nein, mit dieser Aktion teilen sie ja auch das Brot. Eben den Erlös, damit viele gut davon haben.

Jesus hat das Brot gesegnet und geteilt

Bischöfin Kirsten Fehrs sieht in die Kamera. © Nordkirche
Alle Menschen haben ein Recht auf Lebensmittel, sagt die Bischöfin Kirsten Fehrs angesichts der weltweiten Hungerkrise.

So wie Jesus einst das Brot teilte mit denen, die es schwer im Leben hatten. Die Angst hatten und keine Ahnung, wie es weitergeht. Jesus hat das Brot gesegnet und gezeigt: Ausnahmslos alle Menschen haben ein Recht auf Lebensmittel, Brot ist Menschenrecht! Es ist Brot des Lebens, das nicht nur satt macht, sondern die Seele stärkt. Und das nun brauchen wir doch alle in dieser Zeit?!

Ich wünsche Ihnen von Herzen einen rundum stärkenden Tag, mit kleinen himmlischen Momenten wie frisches Brot.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 21.09.2022 | 09:40 Uhr

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