Stand: 16.11.2021 14:00 Uhr

Kinder brauchen eine Lobby - besonders in der Corona-Pandemie

Hilfen für Kinder in Corona-Zeiten: Die vier norddeutschen Landesverbände des Deutschen Kinderschutzbundes sind in diesem Jahr Partner der NDR Benefizaktion "Hand in Hand für Norddeutschland". Vom 29. November bis zum 10. Dezember informieren alle Programme über die Arbeit der Landesverbände in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg und rufen zum Spenden auf.

Ein Kind liegt auf Rasen und hält die Hände in die Luft und vor das Gesicht. © Photocase Foto: LP
Die Corona-Pandemie verschärft die Situation von benachteiligten Kindern.

Die anhaltende Corona-Pandemie verschlechtert die Situation von Kindern und Jugendlichen, die bereits in schwierigen Verhältnissen aufwachsen. Die seelische und körperliche Gesundheit vieler Kinder ist beeinträchtigt, Kindeswohlgefährdungen haben deutlich zugenommen und beim Thema Bildung und Digitalisierung sind viele extrem benachteiligt.

Eine Lobby für Kinder und Jugendliche

Schon seit 68 Jahren widmen sich Menschen im Deutschen Kinderschutzbund (DKSB) dem Schutz von Kindern und Jugendlichen und der Hilfe für Familien. Der gemeinnützige Verein wurde 1953 von dem Hamburger Arzt Fritz Lejeune gegründet und besteht heute aus dem Bundesverband, 16 Landes- und über 400 Ortsverbänden mit insgesamt 50.000 Mitgliedern. Rund 15.000 ehrenamtlich und 7.000 hauptamtlich Tätige engagieren sich für mehr Rechte für Kinder, kämpfen gegen Kinderarmut und unterstützen Familien mit Beratungsangeboten und frühen Hilfen.

Schwerpunkte in der Arbeit des Deutschen Kinderschutzbundes

Soziale Gerechtigkeit: Rund drei Millionen Kinder in Deutschland gelten als arm. Armut beeinträchtigt nicht nur Kinder in ihrer Entwicklung, sie bestimmt auch häufig ihren Bildungsweg. Bei den Armutsursachen spielen die Erwerbstätigkeit der Eltern und die finanzielle Situation in der Familie eine große Rolle. Der Kinderschutzbund plädiert für eine Kindergrundsicherung, die für mehr Chancengleichheit sorgen soll.

Kinderrechte: Der Kinderschutzbund setzt sich dafür ein, Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen. Das würde den Staat und die Gesellschaft in die Pflicht nehmen, das Recht der Kinder auf Sicherheit, Bildung und Teilhabe mehr zu respektieren und umzusetzen. Kinder haben auch heute schon Rechte, brauchen aber zusätzlich besondere Förder- und Schutzmaßnahmen wie das Recht auf eine kindgerechte Entwicklung, das Recht auf eine gute Versorgung, das Recht auf Schutz vor seelischer und körperlicher Gewalt und das Recht auf Mitbestimmung. Diese und weitere Forderungen sind in den Kinderrechtskonventionen der Vereinten Nationen festgehalten.

Keine Gewalt gegen Kinder: Kinder und Jugendliche haben das Recht auf eine gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig (§ 1631, Bürgerliches Gesetzbuch). Körperliche Gewalt ist eher auffällig, aber auch verbale und psychische Gewalt hat große Auswirkungen auf die Gesundheit. Eine Studie aus 2020 zeigt, dass jeder Sechste Ohrfeigen in der Erziehung für angebracht hält. Der Kinderschutzbund unterstützt Familien in Notsituationen und entlastet sie im Alltag durch Beratung, Kurse und Projekte vor Ort. Präventive Angebote sollen über Gefahren informieren und über Rechte und Pflichten aufklären.

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