"Hand in Hand": Unterstützung für Familien in Hamburg-Lurup

Stand: 29.11.2021 17:47 Uhr

Das Kinder- und Familienzentrum in Hamburg-Lurup (KiFaZ) ist eine der Einrichtungen, die sich über Spenden aus der NDR Benefizaktion "Hand in Hand in Norddeutschland" freuen würden.

Kinder toben im Bewegungsraum oder spielen Fangen auf dem Flur. Mütter und Väter sitzen im Café zusammen, tauschen sich aus und klönen. Im Kinder- und Familienzentrum Lurup herrscht wieder Leben. Von Normalität aber kann im zweiten Jahr der Corona-Pandemie noch längst keine Rede sein.

Kinder toben im Bewegungsraum des Kifaz Lurup © NDR Foto: Petra Volquardsen
AUDIO: "Hand in Hand": KiFaZ Lurup gibt Kindern Raum zum Spielen (3 Min)

Betrieb mit Corona-bedingten Einschränkungen

Eltern und Kinder sitzen im Café des Kifaz Lurup um einen Tisch herum © NDR Foto: Petra Volquardsen
Im Café können sich Eltern bei einer Tasse Kaffee oder Tee austauschen.

Schon bevor das Team die Türen öffnet, drücken sich die ersten Kinder die Nasen an der Scheibe platt. Die Eltern müssen am Eingang ihre Impfnachweise vorzeigen oder sich testen lassen. Höchstens zehn Erwachsene mit Kindern dürfen rein. Einlasskontrolle, beschränkte Besucherzahl: Für ein Haus wie das Kinder- und Familienzentrum ist das eigentlich ein Widerspruch. Aber: Alle sind froh, dass sie mittlerweile wieder herkommen können.

Familien im Corona-Stress

Das KiFaZ ist eine Einrichtung des Kinderschutzbundes Hamburg und seit 24 Jahren als Treffpunkt unverzichtbar im Stadtteil. Hier gibt es ganz unterschiedliche Gruppen- und Beratungsangebote. Vor Corona sind rund 7.000 Erwachsene und Kinder jährlich ins Kinder- und Familienzentrum gekommen. In den vergangenen eineinhalb Jahren musste Vieles ausfallen. Eine anstrengende und belastende Zeit für Familien, sagt die Leiterin, Beate Gartmann: "Im ersten Lockdown waren die Familien überwiegend sehr tapfer. Die Belastung ist aber nach und nach spürbarer geworden". Vor allem die fehlende Tagesstruktur sei ein Problem gewesen: "Die ganze Familie lebte und dümpelte in den Tag hinein".

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorm Eingang des KiFaZ Lurup © NDR Foto: Petra Volquardsen
KiFaZ-Leiterin Beate Gartmann (unten rechts) und ihr Team. Insgesamt arbeiten 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kinder- und Familienzentrum.

Das Team des Kinder- und Familienzentrums musste erfinderisch werden, um Eltern und Kinder trotzdem zu erreichen: "Unser Anspruch war, jeden Tag Momente für die Familien zu schaffen, sodass sie zum Haus kommen, sich Lebensmittelpakete oder Bastelpakete mitnehmen konnten. Das hat Struktur gegeben im Alltag und alle wussten immer: Wenn sie herkommen, sind da Leute, die sie ansprechen können." Die KiFaZ-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter kennen Familien, die plötzlich gar kein Geld mehr hatten: "Da haben wir dann geholfen und den Kontakt zu Behörden hergestellt."

Beim Toben den Alltag vergessen

Erzieherin Jessica Willbrandt betreut die Sechs- bis Zwölfjährigen und spürt deutlich, wie sehr es die Kinder genießen, wieder hier sein zu können. "Mir ist es total wichtig, dass sie dem Alltag ein bisschen entfliehen können. Sich austoben, mal Quatsch machen, einfach die Zeit genießen."

Kinder toben im Bewegungsraum des Kifaz Lurup © NDR Foto: Petra Volquardsen
Schaukeln, klettern, rutschen: Kinder lieben besonders den Bewegungsraum.

Das absolute Highlight für die Kinder ist der Bewegungsraum. Als das Haus geschlossen war, konnten einzelne Familien den Raum buchen. Jetzt spielen die Kinder hier wieder gemeinsam. "Springen, schaukeln, klettern, rutschen - ich baue das immer anders auf", sagt Sozialarbeiter Tommy Timm-Weber. Was ihm besonders auffällt: "Viele Familien sind super verunsichert. Umso wichtiger ist es, zuzuhören und füreinander da zu sein." Mitten in der Corona-Zeit hat er im KiFaZ eine neue Gruppe für Väter aufgebaut.

Wünsche für die Zeit nach Corona

Zwei Mütter und ihre Kinder vorm Kifaz Eingang © NDR Foto: Petra Volquardsen
Melik (Zweite von links) und ihre Tochter freuen sich, dass sie im KiFaZ andere Kinder und Eltern treffen.

Monika kommt gern mit ihren zwei kleinen Töchtern ins KiFaZ: "In der Corona-Zeit war für mich schwierig, dass ich mit beiden Kindern alleine war. Alles hatte zu, es gab kaum Gelegenheiten, etwas zu unternehmen." Auch für Mihret ist das KiFaZ wie ein zweites Zuhause: "Ich habe hier viele nette Leute kennengelernt und mein Deutsch verbessert." Gerade während des Lockdowns, sagt sie, hat das Team ihrer Familie sehr geholfen: "Sie haben zweimal die Woche essen gekocht, das konnten wir uns dann abholen."

Das Zentrum bietet niedrigschwellige Angebote, Hilfe und Unterstützung auch in schweren Zeiten. "Was wünscht Ihr Euch, wenn Corona mal nicht mehr ist?", haben Beate Gartmann und ihr Team die Kinder vor Kurzem gefragt. Antwort eines kleinen Jungen: "Ich möchte Flugzeug-Ingenieur werden ohne Maske." Das KiFaZ-Team hätte auch einen Wunsch: "Für uns wäre es richtig schön, wenn wir unser Außengelände besser nutzen könnten. Wir träumen von einem großen wetterfesten Sonnensegel, das wir vor dem KiFaZ aufspannen können."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Treffpunkt Hamburg | 29.11.2021 | 20:00 Uhr