Anti-Gewalt-Training für Kita-Kinder in Flensburg

Stand: 01.12.2021 05:00 Uhr

Im Kinderhaus in Flensburg bekommen Kita-Kinder ein Anti-Gewalt-Training. Das Ziel: Verhindern, dass später mit Gewalt kommuniziert wird.

Stefan Marps stellt den Kindern eine einfache Frage: "Wie geht es dir?" Eine Frage mit großer Wirkung, denn es geht darum, Gefühle zu erkennen, sie auszusprechen und damit umzugehen. Das Ziel: Kommunikation, damit keine Gewalt daraus wird. Marps beschreibt es so: "Ein Mädchen war nicht gut drauf. Einmal auf den Ballon ordentlich draufhauen, jetzt sagte sie, es geht ihr besser." Er ist Trainer beim Anti-Gewalt-Training im Kinderhaus in Flensburg. Auch wenn hier noch niemand wirklich gewalttätig ist, geht es darum, dass die Kita-Kinder es gar nicht erst werden.

Corona hat Situation der Kinder verschlimmert

In der Kita des Kinderhauses Flensburg haben sie vorerst fünf Kinder für das Anti-Gewalt-Training ausgesucht. Der Bedarf ist größer, Corona habe die Situation bei vielen Familien verschärft: die Kindergärten zu, kaum Kontakte zu Gleichaltrigen. Auch Jane Brand merkte das. Ihr Sohn ist einer der fünf. Er sprach nur wenig Deutsch, als er in die Gruppe kam, inzwischen könne er gut mit den anderen Kindern interagieren, erklärt die Mutter. Er lerne, sich in Worten auszudrücken und nicht körperlich, so Brand weiter.

Genau deshalb wollen sie das Angebot hier ausbauen, auch mit anderen Kindern spielerisch trainieren - um Gewalt zu verhindern und ein freundlicheres Miteinander zu fördern.

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Kind mit einem Schild auf dem steht 'Kinder brauchen Schutz'. © Xenia1972 - Fotolia.com

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 01.12.2021 | 19:30 Uhr