Stand: 15.12.2018 15:59 Uhr

Hansa Rostock verpatzt das Hinrundenfinale

von Uli Petersen, NDR.de

Der FC Hansa Rostock hat seine Negativserie auch am letzten Hinrunden-Spieltag der Dritten Liga nicht stoppen können. Das glückliche 1:1 (0:0) nach einer schwachen Teamleistung gegen den bisherigen Tabellen-Vorletzten VfR Aalen war die vierte sieglose Partie in Folge. Bis weit in die Nachspielzeit führte Aalen am Sonnabend mit 1:0, erst in der sechsten (!) Minute der Nachspielzeit gelang Pascal Breier der schmeichelhafte Ausgleichstreffer. "Der Punkt ist nicht gerade verdient. Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen und haben Körpersprache vermissen lassen. Nach dem Rückstand waren wir etwas zielstrebiger, das Tor mit dem Abpfiff war ein bisschen glücklich", bilanzierte Hansa-Trainer Pavel Dotchev nach der Partie.

Die Mecklenburger gehen nun mit einem satten Rückstand von bis zu zehn Punkten (der KFC Uerdingen spielt erst am Montag) auf die Aufstiegsplätze in die Rückrunde. Der Traum von Liga zwei (Hansa war nach der Saison 2011/2012 abgestiegen) scheint also auch in dieser Spielzeit bereits früh ausgeträumt zu sein. Die Rückrunde beginnt schon am kommenden Wochenende mit einem weiteren Heimspiel gegen Energie Cottbus - danach geht es in die gut einen Monat andauernde Winterpause.

Müder Kick vor der Pause

19.Spieltag, 15.12.2018 14:00 Uhr

Hansa Rostock

1

VfR Aalen

1

Tore:

  • 0:1 Bär (62.)
  • 1:1 Breier (90. +6)

Hansa Rostock: Gelios - Wannenwetsch, Hüsing, Riedel, Rankovic - M. Pepic (68. Breier), Bülow - Hilßner (79. Scherff), Biankadi - Williams (60. Königs), Soukou
VfR Aalen: Bernhardt - Letard, M. Sarr, Geyer - Traut, Fennell, P. Funk, Büyüksakarya - Bär (90. Ristl), Sessa (87. Schnellbacher), Morys (90.+2 Papadopoulos)
Zuschauer: 10800

Weitere Daten zum Spiel

Der Start in die Partie vor 10.800 Zuschauern im Ostseestadion verlief alles andere als spektakulär. Die Gastgeber hatten nach dem 1:2 beim KFC Uerdingen mit Stefan Wannenwetsch, Kai Bülow und Del-Angelo Williams drei neue Spieler in der Startelf, doch Letztgenannter setzte mit seinen Offensiv-Kollegen in der Anfangsphase keine Ausrufezeichen. Rostock überließ - defensiv im 4-4-2 aufgereiht - den Gästen aus Baden-Württemberg relativ viel Platz und auch häufig den Ball, um sie aus der Deckung zu locken. Gefährliche Umschaltsituationen nach Balleroberungen im Mittelfeld ergaben sich aber zunächst nicht wie gewünscht - die VfR-Deckung stand sicher.

Erst nach knapp 20 Minuten hatte Williams vorne zum ersten Mal etwas Platz bei einem schnellen Angriff, aber Aalens Keeper Daniel Bernhardt schnappte dem Angreifer den Ball noch so gerade weg. Für die Gäste setzte Marcel Bär die Kugel wenig später aus der Distanz nur knapp am Hansa-Gehäuse vorbei (22.). Danach ging der Partie schon wieder die Luft aus: Das Tempo im Aufbau war zu langsam, die Defensivreihen hatten alles weitgehend im Griff. Das torlose Unentschieden zur Pause war die logische Folge.

Engagierter Start in Halbzeit zwei

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Der glücklose Del-Angelo Williams (l.) wurde im Verlauf der zweiten Halbzeit ausgewechselt.

Nach Wiederbeginn agierten die Rostocker zunächst - den eigenen Ansprüchen gemäß - mit mehr Tempo in Richtung gegnerisches Tor. Der "Lohn": In der 52. Minute ergab sich bei einem schnellen Angriff eine gute Schusschance für Merveille Biankadi aus 16 Metern, doch Bernhardt im VfR-Tor fischte den Ball noch aus dem linken Eck. Auch die Gäste blieben aber gefährlich: Matthias Morys zwang Hansa-Keeper Ioannis Gelios zu einer Parade im rechten Eck, den Nachschuss von Nicolas Sessa blockte Oliver Hüsing in höchster Not (58.).

Breier steht ganz am Ende goldrichtig

Hansa-Trainer Dotchev hatte gerade Marco Königs eingewechselt, um noch mehr Schwung in die Offensive zu bekommen, da schenkte sein "Sechser" Mirnes Pepic den Gästen quasi die Führung: In Bedrängnis spielte er hinten links vor dem Strafraum einen viel zu kurzen Rückpass auf seinen Keeper, der zur Vorlage für Aalens Bär wurde - 0:1 (61.). "Aufwachen, ihr spielt zu Hause", rief ein Zuschauer von der Tribüne - doch der Weckruf verhallte. Gegen Aalens kompakte Defensive griff Rostock zunehmend ungeordnet und hektisch an - und bis weit in die Nachspielzeit hinein erfolglos. Nachdem der eingewechselte Breier und Biankadi schließlich in der Drangphase der Gastgeber zwei Chancen vergeben hatten, traf Breier mit der letzten Aktion der Partie per Kopf links im Fünfer zum 1:1 (90.+6).

Weitere Informationen

Hansa schraubt die Ansprüche zurück

Drittligist Hansa Rostock will aufsteigen, hat aber inzwischen acht Zähler Rückstand auf Rang drei. "Es wäre unseriös, wenn wir jetzt über den Aufstieg reden", so Coach Pavel Dotchev. mehr

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 16.12.2018 | 22:50 Uhr

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