Die Spieler des Hamburger SV jubeln über einen Treffer. © picture alliance Foto: Friso Gentsch

HSV beendet mit Last-Minute-Tor in Paderborn Sieglos-Serie

Stand: 22.10.2021 22:34 Uhr

Die Fußballer des HSV haben mit einem 2:1-Sieg beim SC Paderborn ihre Sieglosserie in der Zweiten Liga beendet. Dabei musste die Mannschaft von Trainer Tim Walter aber gehörig zittern. Der entscheidende Treffer fiel in der Nachspielzeit.

von Florian Neuhauss

Bis zum erlösenden Tor von Thomas Doyle in der 94. Minute sah es nach einem erneut bitteren Abend für die Hamburger aus. Wie schon am vergangenen Wochenende gegen Fortuna Düsseldorf (1:1) hatte der HSV eine 1:0-Führung aus der Hand gegeben - und viele Chancen ausgelassen. Aber am Freitagabend hatten die Norddeutschen vor 13.000 Zuschauern in der ausverkauften Paderborner Arena das bessere Ende für sich. Die eingewechselte Leihgabe von Manchester City ließ die Gäste samt Fans jubeln. In der Tabelle hat die Walter-Elf - zumindest vorerst - wieder Tuchfühlung zu den Aufstiegsplätzen aufgenommen.

Kapitän Sebastian Schonlau, der erstmals gegen seinen Ex-Club spielte, bemängelte, dass seine Mannschaft erneut zu viele Chancen vergeben hätte: "Und dann ist es immer gefährlich. Gerade über die Jungs vorne ist Paderborn einfach bockstark.Trotzdem sind wir drangeblieben. Und am Ende macht Tommy den super rein."

Allerdings ist der HSV beim Heimspiel gegen Holstein Kiel am 30. Oktober zum Umbauen gezwungen: Linksverteidiger Tim Leibold sah seine fünfte Gelbe Karte und verpasst damit das Nordduell.

Kalte Dusche hüben wie drüben

Die Hamburger hatten in Ostwestfalen einen Einstand nach Maß erwischt. Nach feinem Pass von Leibold scheiterte Startelf-Debütant Faride Alidou noch am Pfosten. Der Ball landete aber vor dem Strafraum bei Moritz Heyer, der zum 1:0 traf (5.). Drei Minuten später hätte Julian Justvan fast egalisiert, aber Torhüter Daniel Heuer Fernandes lenkte den Freistoß noch über die Latte.

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Ansonsten waren die Gäste aber deutlich näher am zweiten Treffer. Bakery Jatta scheiterte freistehend an SCP-Schlussmann Jannik Huth (12.). Auch Jonas Meffert (19.) und Alidou (23.), der wie schon bei seinem ersten Zweitliga-Einsatz gegen Düsseldorf (1:1) mit technischer Finesse und Durchsetzungsvermögen glänzte, konnten Huth nicht überwinden. Robert Glatzel hatte zehn Minuten später das 2:0 auf dem Scheitel, köpfte aber aus kurzer Distanz vorbei.

Und wie schon gegen die Fortuna am vergangenen Wochenende wurde der HSV für seine Schlampigkeit im Abschluss bestraft. Wie aus dem Nichts kamen die Paderborner zum Ausgleich. Felix Platte schoss aus 18 Metern genau ins untere Eck - Heuer Fernandes war offenbar die Sicht verdeckt (38.).

Rasanter Start in die zweite Hälfte

"Ein Unentschieden ist in Hamburg schon eine gefühlte Niederlage", hatte Trainer Walter vor dem Spiel gesagt - und reagierte zur zweiten Hälfte mit einem Doppelwechsel. Doch nachdem Glatzel noch eine große Kopfballchance vergeben hatte (47.), war Paderborn drauf und dran, in Führung zu gehen. Nachdem Platte, der mit einer Bewegung gleich zwei Gegenspieler hatte alt aussehen lassen, noch an Heuer Fernandes gescheitert war (48.), lenkte der Keeper auch noch den 25-Meter-Schuss von Uwe Hünemeier an den Pfosten (54.).

Elfmeter für den HSV? Nach Videobeweis nicht

Vier Minuten später meldete sich aber auch Hamburg wieder zu Wort: Nach starkem Solo und gutem Auge von Glatzel stand Alidou ganz frei vor Huth, schloss aber überhastet ab und scheiterte. Danach wogte das Spiel lange Zeit hin und her, ohne dass sich eine Offensivreihe wirklich durchsetzen konnte. Auch in der 80. Minute nicht, aber Schiedsrichter Daniel Schlager entschied auf Elfmeter. Aber Jamilu Collins hatte gegen Joker David Kinsombi klar den Ball gespielt. Das sah der Unparteiische auch nach Ansicht des Fernsehbilder und nahm seine Entscheidung zurück.

Alles deutete nun auf das vierte HSV-Remis in Serie hin. Doch die Partie hatte noch eine letzte Wendung parat. Joker Manuel Wintzheimer trieb den Ball in der vorletzten Minute der Nachspielzeit über die linke Seite. Seinen Pass leitete Kinsombi mit der Hacke zu Doyle weiter, der Rest war Jubel.

11.Spieltag, 22.10.2021 18:30 Uhr

SC Paderborn

1

Hamburger SV

2

Tore:

  • 0:1 Heyer (5.)
  • 1:1 Platte (38.)
  • 1:2 Doyle (90. +4)

SC Paderborn: J. Huth - Yalcin (63. Pröger), Hünemeier, Van Der Werff, Collins - Justvan (85. Thalhammer), Schallenberg, Schuster, Marcel Mehlem - Platte (71. Srbeny), S. Michel
Hamburger SV: Heuer Fernandes - Heyer, David, Schonlau, Leibold (46. Muheim) - Kittel (90. Doyle), Meffert, Reis (46. D. Kinsombi) - Jatta, Glatzel (90.+6 Vuskovic), Alidou (73. Wintzheimer)
Zuschauer: 13000

Weitere Daten zum Spiel

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 22.10.2021 | 23:03 Uhr

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