Trauer bei Eintracht Braunschweigs Trainer Daniel Meyer (M.) und Martin Kobylanski (r.) © imago images/regios24 Foto: Sebastian Priebe

Eintracht Braunschweig: Die Stunde null und die Trainerfrage

Stand: 24.05.2021 14:04 Uhr

Nach dem Abstieg aus der Zweiten Liga steht bei Eintracht Braunschweig ein großer Umbruch an. Auch Trainer Daniel Meyer könnte die "Löwen" verlassen. Manager Peter Vollmann lässt sich nicht in die Karten schauen.

von Florian Neuhauss

Dass die "Löwen" am letzten Spieltag noch den Abstieg würden vermeiden können, hatten nur kühnste Optimisten gehofft. Dass das Jahr nach dem Aufstieg mit einer 0:4-Klatsche beim HSV zu Ende gehen würde, war dennoch mehr als enttäuschend. Von Aufbäumen der Mannschaft keine Spur, ganz im Gegenteil: Im letzten Spiel zeigten die Braunschweiger (noch einmal) nachhaltig, dass ihnen am Ende die Klasse fehlte.

"Wir sind leer - nach zehn oder elf Monaten Abstiegskampf am Stück. Ohne Winterpause, immer unter Maximaldruck", sagte Coach Meyer dem NDR und trauerte der verpassten "großen Möglichkeit, etwas aufzubauen" hinterher. Beim Meister von 1967 steht bei mindestens 18 auslaufenden Spielerverträgen wieder ein Neuaufbau an, oder wie Meyer es formulierte: "die Stunde null".

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Vollmann: "Meyer ist erster Ansprechpartner"

Die entscheidende Frage ist, ob auch der Trainer gehen muss. Der Vertrag des glücklosen 41-Jährigen, der das Amt vor der Saison von Aufstiegstrainer Marco Antwerpen übernommen hatte, gilt auch für Liga drei. Vor einem Monat noch hatte sich die Vereinsführung klar für Meyer ausgesprochen und sich auch vor einer Woche noch einmal zu ihm bekannt.

Nach dem Saisonfinale blieb Vollmann jedoch Antworten auf die Fragen nach der Zukunft des Fußball-Lehrers schuldig. "Er ist jetzt erst mal unser erster Ansprechpartner. Wir werden versuchen, vernünftig mit ihm drüber zu sprechen und dann sehen, welche Maßnahmen für Eintracht Braunschweig die besten sind", sagte der Manager.

"Wir werden versuchen, vernünftig mit Daniel Meyer drüber zu sprechen und dann sehen, welche Maßnahmen für Eintracht Braunschweig die besten sind."

Der 63- Jährige hatte im vergangenen Jahr damit für Aufsehen gesorgt, dass er die Scoutingabteilung der Eintracht dichtgemacht hat. Im Club gebe es viele Experten, auf sein und ihr Netzwerk wollte man sich verlassen. Der Abstieg hat viele Gründe, auch diese Entscheidung gehört dazu. Neben Neuzugängen, die keine Verstärkungen waren, riefen aber auch Leistungsträger der Vorsaison eine Etage höher ihr Können viel zu selten ab.

Kapitän Nikolaou: "Wir haben es verbockt"

Meyer bemängelte nach dem HSV-Spiel, die Kritik habe sich meist zu sehr auf ihn fokussiert: "Es ist oft so, dass man dann jemanden braucht, der es verbockt hat. Wenn ich es am Ende sein soll, dann ist es eben so." Jannis Nikolaou, der "eine totale Leere" spürte, sprang dem Chefcoach nach der Partie indirekt zur Seite. "Mir tut es unheimlich leid für den Verein und die Fans, weil wir es verbockt haben", sprach der Kapitän vor allem von der Mannschaft.

"Wir müssen uns strecken, damit wir wirtschaftlich mit den Spitzenteams der Dritten Liga mithalten können." Manager Peter Vollmann

Vollmann hat angesichts von sechs Spielen ohne Sieg zuletzt genug Zeit gehabt, sich in der Trainerfrage eine Meinung zu bilden. Seine Aussagen vom Sonntag klingen aber nicht nach einer schnellen Entscheidung. Sollte Meyers Demission schon beschlossene Sachen sein, dürften angesichts von leeren Kassen zähe Verhandlungen um eine Vertragsauflösung auf die "Löwen" zukommen. Es ist aber auch klar, dass sich der Club nicht zu viel Zeit lassen sollte. Es gilt, mit Volldampf die Rückkehr in die Zweite Liga in Angriff zu nehmen. Und das wird so oder so ein schwieriges Unterfangen.

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 23.05.2021 | 22:45 Uhr

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