Jens Härtel gibt Anweisungen. © IMAGO / Jan Huebner

Teamcheck Hansa Rostock: Mit dem Härtel-Effekt weiter nach oben

Stand: 13.07.2022 13:22 Uhr

Dreieinhalb Jahre ist Jens Härtel nun schon Trainer beim FC Hansa Rostock. Seitdem ist der Traditionsclub von der Ostsee Stück für Stück besser geworden. Diesen Trend wollen die Mecklenburger auch in der neuen Saison fortsetzen. Der Teamcheck.

von Jan Didjurgeit

So lief die vergangene Saison

Das Ziel Zweitliga-Klassenerhalt stand über allem. Und es wurde bereits am drittletzten Spieltag mit einem 0:0 gegen Paderborn erreicht. Für viele war Hansa als Aufsteiger der Abstiegskandidat Nummer eins. Doch die Norddeutschen standen während der gesamten Spielzeit nur ein einziges Mal (Ende Februar) auf einem der drei letzten Tabellenplätze.

Ein anderer Fakt war mindestens genauso wichtig: Abgesehen von wenigen Ausnahmen (0:3-Niederlagen in Bremen und beim HSV, 0:4 bei St. Pauli, 0:2 gegen Nürnberg) war Rostock in jedem Spiel mindestens auf Augenhöhe mit den Gegnern - oftmals sogar klar besser. Das war nach neunjähriger Zweitliga-Abstinenz nicht zu erwarten. Die gute Saison, die mit Tabellenplatz 13 endete, wurde abgerundet durch das Erreichen des Achtelfinals im DFB-Pokal.

Wer kommt, wer geht?

... und mindestens genauso wichtig: Wer bleibt? Die personellen Grundlagen für die neue Saison hatte der FC Hansa schon im Frühjahr gelegt, als wichtige Verträge verlängert werden konnten (Härtel, Verhoek, Roßbach, Rhein).

Den Verein haben nur Spieler verlassen, von denen sich der Club auch trennen wollte. Etwas überraschend kam lediglich der Abschied von Hanno Behrens. Nach nur einem Jahr in Rostock, in dem der Mittelfeldspieler zum Leistungsträger avancierte, hat der FCH dem Wunsch des Spielers nachgegeben, nach Jakarta/Indonesien zum Club von Trainer Thomas Doll zu wechseln.

Von den acht Neuzugängen haben Sebastién Thill, Dennis Dressel und Kai Pröger gute Chancen, sich einen Platz in der Stammelf zu erobern. Außerdem setzen die Rostocker verstärkt darauf, Spieler aus dem eigenen Nachwuchs (Martens, Ruschke, Dietze) in den Profikader zu integrieren.

Härtel kommt gut an - und ist erfolgreich

Jahrelang hat Hansa Trainer verschlissen wie sonst nur Schalke oder der HSV. Seit Jens Härtel im Januar 2019 in Rostock angeheuert hat, sind diese Zeiten vorbei. Mit seinem sachlichen und kompetenten Auftreten kommt der gebürtige Sachse in Mecklenburg-Vorpommern bestens an. Und der Erfolg gibt dem 53-Jährigen sowieso Recht. Unter seiner Regie hat sich der FC Hansa jedes Jahr steigern können.

Im Frühjahr war über eine Vertragsverlängerung verhandelt worden - mit Erfolg. Allerdings läuft Härtels neuer Kontrakt nur bis zum Sommer 2023.

Gestiegene Erwartungen in Rostock

Auch diesmal ist der Klassenerhalt als das wichtigste Saisonziel ausgerufen worden. Allerdings schon etwas mutiger als vor einem Jahr: Man wolle sich weiter verbessern. Und das solle dazu beitragen, dass man ein paar Punkte mehr holen und den einen oder anderen Tabellenplatz gutmachen könne, so Härtel.

Zum Problem könnte allerdings der Spielplan werden. Das Rostocker Auftaktprogramm mit fünf Aufstiegskandidaten an den ersten fünf Spieltagen ist knüppelhart. Es droht die Gefahr, gleich zu Beginn unten reinzurutschen.

Aber: Die Begeisterung in der Region ist weiterhin riesengroß, im Vereinsumfeld herrscht Ruhe und die Mannschaft hat sich in der Vorbereitung recht vielversprechend präsentiert. Die Chancen, dass Hansa sich auch diesmal von den Abstiegsplätzen weitgehend fernhalten kann, stehen also recht gut. Und damit hätte der letzte DDR-Meister schon sehr viel erreicht.

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