Stand: 16.09.2019 05:56 Uhr

St. Pauli - HSV: Stadtderby mit klaren Vorzeichen

Pierre-Michel Lasogga (M.) traf beim bis dato letzten Stadtderby doppelt für den HSV. Inzwischen spielt der Angreifer in Katar.

Heute Abend fordert der FC St. Pauli den noch ungeschlagenen HSV zum Hamburger Stadtderby heraus. An das bis dato letzte Duell mit dem Nachbarn hat der Kiezclub keine guten Erinnerungen. Doch auch für den mit 4:0 am Millerntor siegreichen Nachbarn war es im Nachhinein kein guter Tag.

Den Stadtrivalen in dessen "Wohnzimmer" gedemütigt, Tabellenplatz zwei in der Zweiten Liga verteidigt und dazu die wohl beste Saisonleistung gezeigt: Am 10. März dieses Jahres haben die Fußball-Profis des Hamburger SV allen Grund, die Nacht zum Tag zu machen. Sie tun es mit Erlaubnis ihres Trainers Hannes Wolf in einer Kneipe im feinen Stadtteil Pöseldorf. Der junge Coach hatte seinem kickenden Personal im Vorfeld des Derbys beim FC St. Pauli im Falle eines Erfolges zwei freie Tage versprochen. Er hält sein Wort und segnet auch die Party nach der Partie ab. Dem Rausch folgt ein wochenlanger Kater. Lediglich eine der nach dem Triumph auf dem Kiez noch ausstehenden neun Begegnungen kann der HSV noch gewinnen.

HSV in neuem Gewand am Millerntor

Die Krise inklusive des verpassten Aufstiegs kosten Wolf und Sportvorstand Ralf Becker letztlich ihre Arbeitsplätze. Zudem dreht der sechsmalige deutsche Meister im Sommer seinen Kader auf links. Gleich 19 Akteure verlassen den Club, zwölf neue werden verpflichtet. Und so werden beim ersten Aufeinandertreffen der Stadtrivalen heute Abend (20.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) im Millerntorstadion in Rick van Drongelen und Khaled Narey wohl lediglich noch zwei Akteure in der HSV-Startelf stehen, die auch am 10. März aufliefen.

FC St. Pauli - HSV: Der Teamvergleich

Luhukay: "HSV das beste Team der Liga"

Stand jetzt ist der Umbruch beim einstigen deutschen Fußball-Schwergewicht gelungen. Vier Siege und ein Remis schlagen nach fünf Spielen für den Aufstiegsfavoriten zu Buche. Und anders als in der Vorsaison, als viele Erfolge in die Rubrik "glücklich" fielen, überzeugt die Equipe von Wolf-Nachfolger Dieter Hecking in dieser Serie auch spielerisch. "Der HSV ist das beste Team der Liga", befindet St. Paulis Coach Jos Luhukay. Der Niederländer beerbte beim Kiezclub Markus Kauczinski, der exakt einen Monat nach der Derbyschmach entlassen wurde. Seinerzeit hatte St. Pauli noch Tuchfühlung zu den Spitzenplätzen. Aktuell heißt die bittere Realität Rang 14.

Kiezclub weiter mit Personalsorgen

Nicht nur aus Prestigegründen, sondern auch aus tabellarischer Sicht wäre ein Erfolg für die Luhukay-Equipe daher sehr wichtig. Und der 56-Jährige blickt dem Spiel trotz des mäßigen Saisonstarts durchaus optimistisch entgegen: "Ich spüre eine gesunde Anspannung in der Mannschaft. Wir müssen ausstrahlen, dass es ein Derby ist, dürfen dabei den Kopf aber nicht vernachlässigen." Allerdings plagen den Fußballlehrer ("Wir wollen unsere Chance suchen") noch immer große Verletzungssorgen. Aurel Loubongo, Yiyoung Park, Luca Zander, Christopher Avevor, Henk Veerman und Philipp Ziereis fallen verletzungsbedingt aus.

Auch Hecking kann nicht seine vermeintlich beste Elf auf den Rasen schicken, nachdem sich Rechtsverteidiger Jan Gyamerah in der vergangenen Woche einen Wadenbeinbruch zugezogen hat. Für den 24-Jährigen könnte der vormalige St.-Pauli-Profi Jeremy Dudziak in die Anfangsformation rücken. Aber auch Narey und Josha Vagnoman seien für ihn denkbare Alternativen, erklärte der Coach. Er wolle "aus dem Bauch heraus" entscheiden, sagte Hecking. Last-Minute-Zugang Martin Harnik und der zuletzt verletzte Kapitän Aaron Hunt seien ebenfalls Optionen.

Polizei mit klarer Botschaft an "Fußball-Chaoten"

Letzterer bereitete beim 4:0-Erfolg im April übrigens die 1:0-Führung durch Pierre-Michel Lasogga vor. Die Vorlage, die weiteren Tore und der Sieg wurden an diesem regnerischen Tag allerdings von massiven Pyro-Ausschreitungen überschattet. Mehrmals stand das Spiel deshalb vor dem Abbruch. Die Hamburger Polizei orientiert sich daher beim erneuten Aufeinandertreffen beider Clubs mit ihren Maßnahmen sogar am von schweren Krawallen überschatteten G20-Gipfel 2017. Sie kündigte umfangreiche Foto- und Videoaufnahmen an, die gegebenenfalls anschließend ausgewertet werden. Polizeisprecher Timo Zill: "Das ist unsere klare Botschaft an alle Fußball-Chaoten." Erste kleine Scharmützel zwischen den rivalisierenden Fangruppen gab es dennoch bereits am Sonntag.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Bundesligashow | 16.09.2019 | 20:00 Uhr