Stand: 20.09.2020 16:13 Uhr

Heidenheim ist nicht Hertha: Braunschweig verliert

von Hanno Bode, NDR.de
Braunschweigs Jannis Nikolaou (r.) und Heidenheims Patrick Schmidt kämpfen um den Ball. © imago images / Jan Huebner
Jannis Nikolaou (r.) verlor mit Eintracht Braunschweig in Heidenheim. Patrick Schmidt (l.) traf zum 1:0.

Eintracht Braunschweig hat nach dem rauschenden Pokal-Abend gegen Hertha BSC einen ernüchternden Zweitliga-Auftakt hingelegt. Der Aufsteiger verlor am Sonntag beim 1. FC Heidenheim mit 0:2 (0:1).

"Wir sind heute maximal unzufrieden. Ich denke, wir haben kein schlechtes Spiel gemacht, aber wir müssen einfach konstatieren, dass wir in den entscheidenden Situationen nicht präsent waren", sagte Eintracht-Coach Daniel Meyer. "Wir haben kaum Torgefahr ausgestrahlt."

Dass es für ihn und seine Mannschaftskameraden ein ungemütlicher Arbeitstag werden würde, bekam Martin Kobylanski schnell zu spüren. Es waren gerade einmal rund 20 Sekunden gespielt, da wurde der dreifache Torschütze beim 5:4-Pokalerfolg gegen Hertha BSC in der eigenen Hälfte von Patrick Schmidt von den Beinen geholt. Die Sense des Heidenheimer Angreifers blieb von Schiedsrichter Nicolas Winter (Freckenfeld) aus schwer verständlichen Gründen unsanktioniert. Schmidt durfte aufatmen und hatte ganz nebenbei noch ein Zeichen gesetzt.

Fußballerische Glanzpunkte Mangelware

Die Eintracht wusste spätestens jetzt, dass Zweikämpfe für die Württemberger - anders als für den selbst ernannten "Big City Club" in der Vorwoche - ganz oben auf der Prioritätenliste stehen. Gegen das traditionell robust auftretende Team von Langzeit-Coach Frank Schmidt tat sich der Aufsteiger dann auch schwer, klare Chancen zu kreieren. Die 2.052 Zuschauer waren Zeugen einer zähen Auseinandersetzung mit wenigen fußballerischen Glanzpunkten.

BTSV vorne ohne Mumm, hinten im Pech

Dabei waren die Niedersachsen durchaus bemüht, mit feiner Klinge zum Erfolg zu kommen. Bis zum gegnerischen 16-Meterraum sah es phasenweise ganz gut aus, was der BTSV im sonnenüberfluteten Albstadion zeigte. Im letzten Drittel jedoch fand die Eintracht zu wenige Lösungen. Ein Schuss und ein Kopfball von Kobylanski (25., 42.) waren die einzigen nennenswerten Braunschweiger Gelegenheiten in den ersten 45 Minuten. Zur mangelnden Durchschlagskraft vorn gesellte sich Pech im Abwehrverhalten: Dominik Wydra warf sich in einen Schuss von Konstantin Kerschbaumer und bekam den Ball an die Hand. Referee Winter zeigte nach dem Studium des Bildmaterials auf den Punkt.

Den Strafstoß verwandelte Schmidt sicher gegen Keeper Felix Dornebusch, der den Vorzug vor Jasmin Fejzic erhalten hatte (17.). Heidenheim hätte sogar höher führen können, doch Stefan Schimmer ließ eine 100-prozentige Chance aus kurzer Distanz kläglich aus (29.).

Abdullahi vergibt größte Eintracht-Chance

Braunschweig war nach dem Seitenwechsel bemüht, Dominanz aufzubauen. Die Meyer-Elf zeigte die etwas reifere Spielanlage als der Tabellendritte der Vorsaison. Aber sie belohnte sich nicht für eine couragierte Vorstellung. Sinnbildlich für den unglücklichen Braunschweiger Auftritt war die 67. Minute, als Danilo Wiebe präzise auf Suleiman Abdullahi flankte, der Angreifer jedoch das Kunststück fertigbrachte, den Ball aus wenigen Metern am Tor vorbeizuköpfen. "Mensch, 'Manni'", dürfte sich Meyer in diesem Augenblick gedacht haben. Denn so lautet der Spitzname des Stürmers. Die einen (Braunschweig) stürmten, die anderen trafen: Kevin Sessa erhöhte nach einem der wenigen gelungenen Heidenheimer Angriffe nach Kopfballvorlage von Kerschbaumer auf 2:0 (75.).

Die Gäste besaßen durch Nick Proschwitz zwar noch eine ausgezeichnete Möglichkeit zum Anschlusstreffer. Doch nachdem auch der Kopfball des einstigen Premier-League-Stürmers nicht den Weg ins Ziel fand (83.), war irgendwie klar, dass es an diesem Tag nichts mehr mit einem Treffer für den Aufsteiger werden würde.

1.Spieltag, 20.09.2020 13:30 Uhr

Heidenheim

2

Braunschweig

0

Tore:

  • 1:0 P. Schmidt (17., Handelfmeter)
  • 2:0 Sessa (75.)

Heidenheim: Ke. Müller - Busch, Mainka, Steurer, Föhrenbach - Geipl (79. Schöppner), Kerschbaumer (79. Schnatterer) - Pick (68. Sessa), Leipertz (58. Theuerkauf) - Schimmer (59. Kühlwetter), P. Schmidt
Braunschweig: Dornebusch - Mi. Schultz (88. B. Kessel), Wydra, Ziegele (67. Kroos) - Wiebe (81. Proschwitz), Ben Balla (82. Bürger), Nikolaou, Kijewski - Kobylanski - F. Kaufmann (68. Bär), Abdullahi
Zuschauer: 2052

Weitere Daten zum Spiel

Weitere Informationen
Fußball-Tabelle © Panthermedia,  Screenshot/NDR Foto: Tobias Eble

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 20.09.2020 | 22:50 Uhr

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