Stand: 18.03.2019 20:57 Uhr

Hansa darf nach 1:1 weiter hoffen - ein wenig

von Hanno Bode, NDR.de

Der FC Hansa Rostock hat eine große Chance verpasst, sich weiter an Relegationsrang drei heranzupirschen. Die Mecklenburger kamen im Montagsspiel der Dritten Liga nicht über ein 1:1 (0:1) gegen den Halleschen FC hinaus. Ihr Rückstand auf den Tabellendritten SV Wehen Wiesbaden, der wie der HFC 49 Punkte auf dem Konto hat, beträgt weiter acht Zähler. Mirnes Pepic bewahrte die Hanseaten mit seinem Ausgleichstreffer in der 85. Minute vor einer Niederlage, die wohl gleichbedeutend mit dem Platzen aller noch leisen Aufstiegsträume gewesen wäre. Moritz Heyer hatte die Hallenser früh in Führung gebracht (6.). "Wir müssen mit dem Punkt leben, auch wenn es zu wenig ist für den Aufwand, den wir betrieben haben", sagte Rostocks Coach Jens Härtel. Er bezeichnete das Remis als "leistungsgerecht".

Scherff scheitert, Heyer jubelt

Hansa begann wie im Hinrunden-Duell, als Cebio Soukou bereits nach drei Minuten das Siegtor erzielte, stürmisch. Diesmal dauerte es exakt 67 Sekunden bis zur ersten guten Rostocker Möglichkeit: Pepic passte fein in die Tiefe zu Lukas Scherff, der mit seinem Schuss aus spitzem Winkel aber an Kai Eisele scheiterte. Die meisten Fans der Mecklenburger nahmen die vergebene Chance scheinbar gleichgültig hin. Viel zu hören war von den Rängen im Ostseestadion jedenfalls nicht. Allerdings wollte der Anhang mit seiner zunächst - gelinde ausgedrückt - verhaltenen Unterstützung nicht das eigene Team bestrafen. Er wollte viel mehr seinen Unmut über Montagsspiele zum Ausdruck bringen. Dieser wurde auch durch diverse Plakate untermauert.

Auch an einem Freitagabend oder Sonnabendnachmittag wäre es kurz darauf allerdings nicht sonderlich laut im Hansa-Block geworden, als Heyer zur Gäste-Führung traf. Der beim VfL Osnabrück ausgebildete Innenverteidiger war nach einem von Mathias Fetsch verlängerten Kopfball von Bentley Baxter Bahn zur Stelle.

Hansa baut ab - Pfiffe zur Pause

Die Hanseaten zeigten sich unbeeindruckt vom frühen Rückstand und besaßen durch Soukou rasch die Möglichkeit, die Scharte auszuwetzen. Der 26-Jährige machte eigentlich auch fast alles richtig bei seinem gefühlvollen Heber. Aber eben nur fast - der Ball sprang an die Latte (13.). 120 Sekunden später wurde Merveille Biankadi im Strafraum vom Hallenser Marvin Ajani durch einen leichten Körperkontakt aus dem Gleichgewicht gebracht und so am Abschluss gehindert. Die Pfeife von Referee Markus Schmidt blieb allerdings stumm. Hernach fand der frühere Bundesligist in der Vorwärtsbewegung immer weniger Lösungen. Die Gäste waren bei ihren Angriffen etwas zielstrebiger und gefährlicher. Insgesamt hinterließen sie als Mannschaft einen homogeneren Eindruck als die Rostocker, die nach guter Anfangsphase abbauten. Zur Pause gab es Pfiffe von den Rängen. Und diese richteten sich nicht gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB), der die bei vielen Fans ungeliebten Montagsspiele ja zu verantworten hat.

Erst kommt fast gar nichts, dann Pepic

29.Spieltag, 18.03.2019 19:00 Uhr

Hansa Rostock

1

Hallescher FC

1

Tore:

  • 0:1 Heyer (6.)
  • 1:1 M. Pepic (85.)

Hansa Rostock: Gelios - Ahlschwede, Hüsing, Riedel (77. Williams), Rieble - Wannenwetsch (59. Hilßner), T. Öztürk (77. Bischoff) - Biankadi, M. Pepic, Scherff - Soukou
Hallescher FC: Eisele - Lindenhahn, Heyer, Landgraf - Sohm, Washausen, Jopek, Ajani (88. Schilk) - B.B. Bahn - Mai (79. Manu), Fetsch
Zuschauer: 12005

Weitere Daten zum Spiel

Die zweite Hälfte begann für die Rostocker durchaus verheißungsvoll, als Scherff aus der Drehung abschloss. Der Versuch des Hansa-Eigengewächs' stellte Eisele zwar vor keine Probleme (47.), hätte für die Gastgeber aber eine Art Initialzündung für einen Sturmlauf sein können. Doch frei nach Rekord-Nationalspieler und Fußball-Philosoph Lothar Matthäus: "Wäre, wäre, Fahrradkette", blieb es beim Konjunktiv. Denn nach vorne ging für die Mecklenburger in der Folge erst einmal: nichts. Selbiges traf auch auf Halle zu. Einzig, der Gast war mit der Führung im Rücken auch nicht in der Bringschuld. Härtel versuchte, seinem Team mit den Einwechslungen von Marcel Hilßner, Del-Angelo Williams und Amaury Bischoff noch einmal neue Impulse zu geben. Doch keiner der "Joker", sondern Pepic sorgte für die Erlösung. Der Mittelfeldmann traf aus rund 20 Metern zum Ausgleich und rettete seiner Equipe so zumindest einen Punkt.

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 19.03.2019 | 19:30 Uhr

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