Kevin Schumacher (l.) bejubelt seinen Siegtreffer gegen den HSV. © Witters

Hansa Rostocks Schumacher: "Kann es nicht in Worte fassen"

Stand: 25.07.2022 11:40 Uhr

Keeper Markus Kolke hielt Hansa Rostock beim HSV kurz vor Schluss mit einer Parade im Spiel, zum Matchwinner wurde dann in der Nachspielzeit Kevin Schumacher. Der gebürtige Hamelner schloss einen Sturmlauf zum größten Moment seiner bisherigen Karriere ab.

Der 24-Jährige wusste nicht, wie ihm geschah. "Ich kann es gar nicht in Worte fassen. Ich bin überwältigt. Vor so einer großen Kulisse das erste Mal gespielt und gegen den großen HSV das Siegtor zu schießen, ist etwas ganz Besonderes. Das wird für mich immer in Erinnerung bleiben", sagte Hansa Rostocks Stürmer nach dem 1:0 (0:0)-Sieg im Nordderby beim Hamburger SV strahlend.

"Ich bin von der Mittellinie losgelaufen und dann auch noch zur Eckfahne. Dann war die Luft auch weg" Hansa-Stürmer Kevin Schumacher

Am Spieltag der Trauer um Fußball-Legende Uwe Seeler verließen die Mecklenburger erstmals nach 21 Jahren den Rasen des Volksparkstadions wieder als Sieger. Hauptverantwortlich dafür war Schumacher. Der wieselflinke Außen startete in der vierten Minute der Nachspielzeit einen Sturmlauf über den halben Platz und ließ HSV-Schlussmann Daniel Heuer Fernandes mit einem wuchtigen Schuss keine Abwehrmöglichkeit.

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Auf- und Abstieg mit Havelse, bei Hansa meist Joker

Die Karriere des 24-Jährigen verlief bislang nicht eben geradlinig. Bei Werder Bremen schaffte der gebürtige Hamelner den Durchbruch nicht und zog 2020 weiter zum damaligen Nord-Regionalligisten TSV Havelse. Den schoss er mit seinem Siegtreffer zum 1:0 im Aufstiegsspiel gegen Schweinfurt in die Dritte Liga. Dort schlugen dann jedoch nur zwölf Einsätze mit zwei Toren zu Buche - und der schmerzliche direkte Wiederabstieg. Hansa hatte Schumacher dennoch auf der Liste und holte ihn an die Küste.

22 Einsätze im ersten Jahr beim Zweitligisten weisen ein ordentliches Arbeitszeugnis aus. Der Schein trügt jedoch etwas. Denn meist kam der Offensivmann lediglich als Joker ins Spiel. Das war auch in Hamburg nicht anders. Das Tor des Tages aber machte Hansas schnellsten Stürmer zum Spieler des Tages und belohnte den überaus couragierten Auftritt des Außenseiters beim hoch gehandelten Aufstiegskandidaten.

Rostock in der Saison angekommen

Das machte alle Hansa-Protagonisten stolz. "Wir sind für unseren Mut belohnt worden", befand Trainer Jens Härtel nach dem denkwürdigen Fußball-Nachmittag völlig zu Recht. Der erste Sieg im zweiten Anlauf der noch jungen Saison nach dem 0:1 gegen den 1. FC Heidenheim ließ bei den Hanseaten die Furcht um einen missglückten Start verfliegen.

Am kommenden Sonnabend gibt es in der ersten Runde des DFB-Pokals eine vermeintlich lösbare Aufgabe beim Regionalligisten VfB Lübeck. Und dann kommt am 6. August (20.30 Uhr) Arminia Bielefeld ins Ostseestadion. Auch ein Dino, wenn auch längst nicht so ein großer wie der HSV. Und dazu ein angeschlagener: Der Bundesliga-Absteiger steht nach zwei Pleiten bislang mit leeren Händen da.

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Eine Fußballtabelle vor eine Fußballmotiv © Colourbox Foto: Pressmaster

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Nordmagazin | 24.07.2022 | 19:30 Uhr

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