Stand: 14.03.2020 18:11 Uhr

HSV: Hoffmann bangt um "wirtschaftliches Rückgrat"

HSV-Boss Bernd Hoffmann © Witters Foto: Valeria Witters
HSV-Boss Bernd Hoffmann denkt an die finanzielle Zukunft des Clubs.

Den HSV ereilte die Spieltagsabsage der DFL wegen des Coronavirus am Freitag in Fürth, wo die Hamburger wenig später gegen die Spielvereinigung antreten sollten. Club-Boss Bernd Hoffmann sprach von "einer ausgesprochen herausfordernden Situation", fand die kurzfristige Entscheidung der Liga aber "nachvollziehbar". Doch auch wenn das DFL-Präsidium der Vollversammlung am Montag eine Pause bis zum 2. April vorschlagen wird, ist bisher eigentlich nur klar, dass nichts klar ist.

"Das gesundheitliche Wohl der Bevölkerung hat immer Vorrang. Für uns ist aber auch wichtig, dass der nationale Spielbetrieb - wenn irgendmöglich - bis zum 30. Juni noch abgewickelt wird", sagte Hoffmann im Telefoninterview mit NDR 90,3. "Es ist ganz, ganz wichtig, für ein Unternehmen, für einen Club wie den HSV, dass die Saison in der Zweiten Liga zu Ende gespielt wird. Das ist das wirtschaftliche Rückgrat unseres Clubs."

EM-Verschiebung zum Wohle der nationalen Ligen?

Was ein Abbruch der Saison finanziell für den Club bedeuten würde, vermochte Hoffmann noch nicht zu sagen. Der 57-Jährige machte allerdings schon die Position des HSV deutlich. Nationale Interessen müssten "allerhöchste Priorität haben vor allen anderen Überlegungen, was Spielpläne angeht". Gemeint ist die für diesen Sommer geplante Europameisterschaft vom 12. Juni bis 12. Juli in zwölf Ländern.

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat für Dienstag, also einen Tag nach der DFL-Versammlung, einen Krisengipfel einberufen, um "über die nationalen und europäischen Wettbewerbe, einschließlich der EURO 2020" zu beraten. Es gilt als wahrscheinlich, dass angesichts der Corona-Krise eine Verlegung der EM beschlossen wird. Dadurch würden die 1. und 2. Bundesliga Zeit gewinnen, die noch ausstehenden neun Spieltage auszutragen, bevor Ende Juni viele (Spieler-) Verträge auslaufen und die Geschäftsjahre der Clubs enden.

"Vielleicht ist der Spuk in drei, vier Wochen vorbei"

"Bei der Vollversammlung am Montag wird man sicher über Maßnahmen reden, wie es vielleicht weitergehen könnte", erwartet Dieter Hecking. Nach den sich überschlagenen Ereignissen am Freitag meinte der HSV-Trainer: "Ich kann nicht in die Glaskugel gucken und sagen, was übermorgen ist."

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Wie soll es in den Fußball-Bundesligen weitergehen?

Auch er hofft, dass die Saison ("normal ist sie jetzt schon nicht") zu Ende gespielt werden kann, "um mit einem Ergebnis da rauszukommen". Für die Hamburger geht es schließlich um nicht weniger als die Rückkehr in die Bundesliga. Aktuell ist der HSV in der Zweiten Liga Tabellendritter hinter Spitzenreiter Arminia Bielefeld und dem VfB Stuttgart. Der 1. FC Heidenheim liegt als ärgster Verfolger drei Punkte zurück.

"Vielleicht ist in drei oder vier Wochen der Spuk vorbei, aber das ist wahrscheinlich naives Denken von Dieter Hecking", sagte Hecking. Dass es da auch ganz andere Prognosen gibt, ist dem Fußballlehrer sehr bewusst. Doch der 55-Jährige geht die Situation optimistisch an und konzentriert sich auf das Positive: "Vielleicht ist es auch eine Chance für unsere Gesellschaft, mal alles ein bisschen runterzufahren, alles mal wieder mit dem Normalmaß zu beobachten."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Sportplatz | 14.03.2020 | 15:45 Uhr

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