Stand: 25.08.2020 21:51 Uhr

Finale! VfL-Frauen ringen Barcelona nieder

von Bettina Lenner, NDR.de

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben sich ins Finale der Champions League gekämpft und dürfen weiter vom Triple träumen. Der deutsche Meister und Pokalsieger gewann am Dienstag das spannende Halbfinale gegen den starken FC Barcelona mit 1:0 (0:0) und steht zum fünften Mal im Endspiel um Europas Krone. Die schwedische Angreiferin Fridolina Rolfö (58.) ließ den Titelträger von 2013 und 2014 in San Sebastian jubeln.

"Der Blutdruck ist runtergekommen. Es war in der Tat ein sehr intensives Spiel", sagte Trainer Stephan Lerch nach dem etwas glücklichen Erfolg gegen den Vorjahresfinalisten und spanischen Meister: "Barcelona hat uns ins Laufen gebracht und viele Chancen herausgespielt, die wir so nicht zulassen wollten." Der Gegner am Sonntag kommt aus Frankreich: Bayern-Bezwinger und Titelverteidiger Olympique Lyon trifft im zweiten Halbfinale am Mittwoch (20 Uhr) in Bilbao auf Paris St. Germain.

VfL zunächst mit großer Mühe

Vier Tage nach dem 9:1-Kantersieg im Viertelfinale gegen Glasgow City veränderte Lerch seine Startelf auf einer Position. Anstelle von Lena Goeßling begann die Niederländerin Dominique Bloodworth in der Abwehrzentrale. Und tatsächlich hatten die Wolfsburgerinnen in der Defensive alle Hände voll zu tun, denn die Spanierinnen drückten der Partie mit hohem Pressing den Stempel auf. In der 13. Minute waren die Niedersächsinnen doppelt im Glück, als Kathrin Hendrich einen Kopfball der brandgefährlichen nigerianischen Nationalspielerin Asisat Oshoala im Strafraum abfälschte. Dass sie den Ball dabei an die Hand bekam, blieb ungeahndet, zudem bewahrte VfL-Keeperin Friederike Abt ihr Team im Zuge dessen mit einem tollen Reflex vor dem Rückstand.

Gerechtes 0:0 zur Pause

Erst nach rund einer halben Stunde konnte sich der VfL aus der Umklammerung befreien, und es entwickelte sich eine intensive Begegnung mit hohem Unterhaltungswert. Kurz vor der Pause zog die Ex-Wolfsburgerin Caroline Hansen mit einem tollen Solo im Strafraum nach innen, ihr Schuss flog jedoch knapp am linken Pfosten vorbei (41.). Auch Svenja Huth bekam im Gegenzug eine perfekte Flanke serviert, aber nicht genug Druck hinter den Ball, Sandra Panos im Tor der Spanierinnen parierte (42.).

Pajor legt per Fallrückzieher vor, Rolfö trifft

Nach dem Seitenwechsel ging der muntere Schlagabtausch weiter. Als Barcas Maria Leon beinahe ein Eigentor fabrizierte, hielt Panos glänzend (50.). Eine Minute später hätte Hansen alleine in Richtung Tor marschieren können, spielte aber stattdessen ab und vergab damit eine Riesenchance für die Spanierinnen.

2.Spieltag, 25.08.2020 20:00 Uhr

VfL Wolfsburg

1

FC Barcelona

0

Tore:

  • 1:0 Rolfö (58.)

VfL Wolfsburg: Abt - Doorsoun, Hendrich, Bloodworth, Wedemeyer - Huth, Engen, Popp (85. Oberdorf), Rolfö (68. Wolter) - Harder, Pajor (77. Bremer)
FC Barcelona: Panos - Torrejon, Leon, Pereira, Ouahabi (85. Martens) - Hamraoui (85. Losada) - Hermoso, Putellas (77. Guijarro) - Graham Hansen, Oshoala (65. Bonmati), Caldentey
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Es folgte das 1:0 der Wolfsburgerinnen, und es war spektakulär: Nach einer feinen Flanke von Huth zielte Ewa Pajor mit einem sehenswerten Fallrückzieher aufs Tor und scheiterte noch, doch dahinter lauerte Rolfö und staubte ab - die Führung für den VfL (58.).

Barcelona antwortete mit enormem Druck, Abt lenkte einen Kopfball von Oshoala stark über die Latte (61.), die spanische Nationalstürmerin Mariona Caldentey schoss aus sechs Metern über das Tor (66.). Es blieb bis zuletzt eine Zitterpartie für die Wolfsburgerinnen, die kaum noch zu Entlastungsangriffen kamen und den knappen Sieg in einer regelrechten Abwehrschlacht über die Zeit brachten. "Wie die Mannschaft gefightet hat, war sensationell. Wir haben uns durch Kampf und Leidenschaft ausgezeichnet und uns das Finale erarbeitet", sagte Lerch.

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 25.08.2020 | 22:25 Uhr

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