Daniel Thioune im leeren HSV-Volksparkstadion © Witters

Ex-HSV-Trainer Thioune: Volksparkstadion erstmals in der Version "laut"

Stand: 14.09.2022 14:08 Uhr

Auf den ehemaligen HSV-Trainer Daniel Thioune wartet ein besonderes Erlebnis. Als Coach des Fußball-Zweitligisten Fortuna Düsseldorf wird er am Samstagabend erstmals erleben, wie sich ein volles Volksparkstadion anfühlt und anhört. Während seiner HSV-Zeit war das Corona-bedingt nicht möglich gewesen.

Wenn Thioune an seine Monate beim HSV zurückdenkt, dann sicherlich auch daran, wie oft und klar er seine eigene Stimme hat hören können. Natürlich auf dem Trainingsplatz, allerdings auch wenige Meter weiter, im Inneren des Volksparkstadions - und genau das hatte etwas sehr Tristes und auch Betrübliches. Seine Zeit beim hanseatischen Club vom Beginn der Saison 2020/2021 bis zur Beurlaubung Anfang Mai 2021 fiel mitten hinein in die Corona-Krise mit all ihren Einschränkungen, unter anderem dem Ausschluss von Zuschauern in den Arenen.

"Ich erlebe ja jetzt auch zum ersten Mal ein Hamburger Stadion voll besetzt mit Zuschauern - nur eben als Trainer der Fortuna. Da werden nicht alle für mich sein." Daniel Thioune

Thioune war es als HSV-Coach nie vergönnt gewesen, in einem gut gefüllten Volksparkstadion an der Seitenlinie seiner Arbeit nachgehen zu dürfen. Dies wird erst am Samstagabend (20.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) der Fall sein, wenn er als Coach von Fortuna Düsseldorf zum Zweitligaspiel an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt.

Bedauern über verpasstes Stadion-Erlebnis

Dass er die "volle Hütte" als HSV-Coach nie selbst erlebt hat, schmerze natürlich, räumte der 48-Jährige ein. "Wenn man sich auf solch einen Verein einlässt, dann natürlich auf das ganze Paket. Dann setzt man auch auf die Strahlkraft, die so ein Verein haben kann. Natürlich ist das am meisten bei mir hängengeblieben, dass ich diese Möglichkeit nie hatte, das Stadion mit Fans zu spüren", sagte Thioune.

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Ob mit den Fans im Rücken damals womöglich sogar der Aufstieg in die Bundesliga gelungen wäre, darüber kann der Fortuna-Coach nur spekulieren. "Das ist sicher hypothetisch. Ich glaube aber schon, dass man in Hamburg auch von Zuschauern getragen werden kann. Womöglich hätte es mit Fans nicht nur zu Platz vier, sondern zu einem der ersten drei Ränge gereicht."

Befindlichkeiten vonseiten der HSV-Fans ihm gegenüber erwarte er bei seiner kurzzeitigen Rückkehr nicht. "Viele haben auch erkannt, dass man den verpassten Aufstieg 2021 nicht allein am Trainer festmachen kann", sagte Thioune.

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Anderthalb Jahre nach seiner Beurlaubung beim HSV befindet er sich als Coach der Rheinländer im Wettstreit mit seinem alten Arbeitgeber um genau jene drei ersten Tabellenplätze. Hamburg steht vor dem neunten Spieltag mit 18 Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz, die Fortuna mit vier Zählern weniger auf dem fünften Rang. "Wir sind absolut im Soll. Aktuell befinden wir uns in einer spannenden Tabellenregion, in einer Position, in der man möglichst lange nach oben schauen kann und nicht so oft nach unten schauen muss."

Thioune mit Lob für seinen Ex-Club HSV

Für seinen Ex-Club gab es Komplimente. "Die beiden, die gerade ganz oben sind, Paderborn und der HSV, machen das derzeit sehr souverän. Dahinter kommt eine breite Masse von Clubs, die auch Ansprüche haben", sagte der Fortuna-Coach, der voller Vorfreude auf die Partie im Volksparkstadion ist. Auf eine, die ihm ein ganz anderes Erlebnis als damals bieten wird - vor allem in akustischer Hinsicht.

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Das Bild zeigt einen feiernden und einen nachdenklichen Daniel Thioune (Montage). © Fotolia Foto: fotolia, by-studio,  Moritz Müller, osnapix

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 17.09.2022 | 23:03 Uhr

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