Stand: 11.09.2020 22:40 Uhr

DFB-Pokal: Braunschweig wirft die Hertha raus

von Johannes Freytag, NDR.de
Eintracht Braunschweigs Martin Kobylanski (l.) bejubelt seinen Treffer im DFB-Pokal gegen Hertha BSC. © picture alliance / augenklich/GES Foto: Marvin Ibo Güngör
Martin Kobylanski war mit drei Treffern Mann des Abends in Braunschweig.

Was für ein Abend im Stadion an der Hamburger Straße: Fußball-Zweitligist Eintracht Braunschweig ist mit einem Paukenschlag in die neue Saison gestartet. Die Niedersachsen setzten sich in der ersten Runde des DFB-Pokals mit 5:4 (3:2) gegen den Bundesligisten Hertha BSC durch. Mann des Abends war BTSV-Kapitän Martin Kobylanski: Ausgerechnet der gebürtige Berliner steuerte drei Treffer für die Blau-Gelben bei. 500 zugelassene Fans feierten begeistert den vierten Pokalerfolg gegen die Hertha nach 1965, 1974 und 2004. "Wir haben Moral bewiesen und immer nachgelegt, wenn Hertha ein Tor gemacht hat. Wir haben einen großen Umbruch gehabt, versuchen eine Einheit zu werden und füreinander Gas zu geben. Heute haben wir das eindrucksvoll gezeigt", sagte der 26-Jährige nach der Partie im "Sky"-Interview.

Vier Tore in einer halben Stunde

Braunschweigs Coach Daniel Meyer vertraute in seiner Startformation sechs Neuzugängen: Michael Schultz, Dominik Wydra, Jannis Nikolaou, Yassin Ben Balla, Fabio Kaufmann und Suleiman Abdullahi standen ebenso von Beginn an auf dem Platz wie Torwart Jasmin Fejzic, der den Vorzug vor Marcel Engelhardt bekam.

Und die Eintracht erwischte einen Start nach Maß. Karim Rekik foulte Kaufmann, den fälligen Freistoß versenkte Kobylanski aus gut 25 Metern im Tor - 1:0 für die Niedersachsen nach gerade einmal 63 Sekunden. Eine knappe Viertelstunde später brachte ein weiterer Standard den nächsten Braunschweiger Treffer: Nach einer Ecke von Kobylanski köpfte Nikolaou Herthas Maximilian Mittelstädt an, von dessen Kopf aus sich der Ball hinter Alexander Schwolow ins Tor senkte (17.).

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Der Eintracht-Anhang war über die Kaltschnäuzigkeit der Meyer-Elf begeistert, denn die 2:0 Führung entsprach nicht dem Spielverlauf: Die Gäste aus Berlin hatten deutlich mehr Ballbesitz und zu dem Zeitpunkt schon vier Torschüsse zu verzeichnen. Und so dauerte es lediglich zwölf Minuten, bis Hertha die Verhältnisse wieder halbwegs geradegerückt hatte und zum Ausgleich kam: Erst traf Dodi Lukebakio per Kopf (23.), dann war Matheus Cunha mit einem Flachschuss von der halblinken Seite erfolgreich (29.).

Doch die Braunschweiger befreiten sich vom Druck und erzielten kurz vor dem Halbzeitpfiff die erneute Führung: Kobylanski verwandelte einen Foulelfmeter im Nachsetzen (44.).

Kobylanski schnürt den Dreierpack

Im zweiten Durchgang entwickelte sich ein echter Pokalfight. Die Gäste-Elf berannte das Braunschweiger Tor, erspielte sich eine Torchance nach der anderen. Doch Eintracht-Keeper Fejzic war zweimal mit starken Paraden auf dem Posten (51., 57.) und hatte einmal bei einem Pfostentreffer von Cunha (58.) Glück. Aber auch die Hausherren hatten gute Gelegenheiten. Kobylanski aus der Distanz (53.) und Abdullahi (61.) scheiterten an Schwolow.

Als Peter Pekarik zum erneuten Ausgleich traf (65.), schien sich das Blatt zugunsten des Bundesligisten zu wenden, doch die Blau-Gelben hatten ja Kobylanski: Der BTSV-Kapitän kam an der Strafraumlinie frei zum Schuss und erzielte seinen dritten Treffer (67.) - er hätte sich keinen besseren Zeitpunkt aussuchen können, zählt diese Minute in Erinnerung an die Braunschweiger Meisterschaft im Jahr 1967 doch stets zu den besonders besungenen Momenten im Eintracht-Stadion. Der Jubel wurde noch größer, als sich Abdullahi im Strafraum robust durchsetzte und Schwolow zum 5:3 überwand (73.). Die Entscheidung? Nein, denn Lukebakio machte es mit seinem zweiten Treffer des Abends noch einmal spannend (83.). Doch die Eintracht kämpfte und zitterte den Sieg über die Zeit. "Berlin, Berlin - wir fahren nach Berlin", skandierten die BTSV-Fans - in die Hauptstadt fuhren an diesem bemerkenswerten Abend aber nur die enttäuschten Hertha-Profis.

1.Spieltag, 11.09.2020 20:45 Uhr

Braunschweig

5

Hertha BSC

4

Tore:

  • 1:0 Kobylanski (1.)
  • 2:0 Mittelstädt (17., Eigentor)
  • 2:1 Lukebakio (22.)
  • 2:2 Matheus Cunha (29.)
  • 3:2 Kobylanski (44.)
  • 3:3 Pekarik (65.)
  • 4:3 Kobylanski (66.)
  • 5:3 Abdullahi (73.)
  • 5:4 Lukebakio (83.)

Braunschweig: Fejzic - Mi. Schultz (86. Burmeister), Wydra, Ziegele - Wiebe, Ben Balla, Nikolaou, Kijewski - Kobylanski - F. Kaufmann (88. May), Abdullahi (80. Bär)
Hertha BSC: Schwolow - Pekarik, Rekik, N. Stark, Plattenhardt (78. Maier) - Tousart - Darida (78. Duda), Mittelstädt - Lukebakio, Leckie (75. Dilrosun) - Matheus Cunha
Zuschauer: 500

Weitere Daten zum Spiel

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 11.09.2020 | 23:03 Uhr

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