Stand: 05.01.2018 17:49 Uhr

HSV: Abmahnung und Geldstrafe für Walace

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Jetzt auch im HSV-Trainingslager eingetroffen: Walace.

Am Donnerstag ist der wechselwillige Mittelfeldspieler Walace nach seinem eigenmächtig verlängerten Heimaturlaub im Trainingslager des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV eingetroffen. Einen Tag später zogen die Vereinsverantwortlichen wie angekündigt Konsequenzen. "Wir haben ihn angehört, dann konfrontiert mit unserer Sichtweise und schließlich eine Abmahnung im Beisein von Zeugen ausgesprochen", sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen dem "kicker". Zuvor hatte er dem 22-Jährigen bereits eine "saftige Geldstrafe" in Aussicht gestellt. Im Gespräch sind 50.000 Euro. Die Abmahnung wird Walace in den kommenden Tagen auch schriftlich erhalten.

Fröhlicher Neujahrsgruß im Netz

Der Brasilianer war am Neujahrstag nicht zum Abflug ins Trainingslager erschienen und hatte dies mit einem "privaten Problem" begründet, was der HSV allerdings nicht akzeptierte. Nur wenige Stunden vor dem Aufbruch des Bundesligisten hatte der Olympiasieger von 2016 ein fröhliches Neujahrsfoto aus Brasilien in den sozialen Medien gepostet. Dass der Brasilianer, den die Hamburger vor knapp einem Jahr für gut neun Millionen Euro Ablöse von Gremio Porto Alegre verpflichtet und mit einem Vertrag bis 2021 ausgestattet hatten, mit seinen Einsatzzeiten unzufrieden ist, liegt auf der Hand. Elf Bundesligaspiele hat der "Sechser" in der Hinrunde gemacht, davon nur fünf über 90 Minuten. Die Bilanz eines Stammspielers sieht anders aus.

Anruf von Brasiliens Nationaltrainer?

Aber gerade das müsste Walace sein, um auf den WM-Zug aufspringen zu können. Wie die "Bild" berichtet, soll sich Brasiliens Nationaltrainer Adenor Leonardo Bachi bei dem HSV-Profi gemeldet haben und einen Platz in der "Seleção" für das Turnier im Sommer 2018 in Russland in Aussicht gestellt haben. Allerdings nur, wenn dieser regelmäßig spielt. Deswegen soll "Tite", wie Bachi genannt wird, Walace einen Vereinswechsel ans Herz gelegt haben. Da gleichzeitig noch die brasilianischen Clubs Atletico Mineiro, Flamengo Rio de Janeiro und Gremio ihr Interesse hinterlegt haben sollen, möchte der 22-Jährige offenbar die Chance ergreifen, sich in der Heimat für die WM zu empfehlen.

Todt: "Einzelschicksale sind in unserer Situation nicht relevant"

"Er beschäftigt sich mit einem Wechsel, aber wir haben kein Interesse daran", hatte Todt bereits am Dienstag im Trainingslager gesagt und im "kicker" hinzugefügt: "Generell gilt: Einzelschicksale sind in unserer Situation nicht relevant. Jeder muss sich den übergeordneten Interessen des Vereins unterordnen." Ob das das letzte Wort ist, wird sich nun wohl in Spanien zeigen. Walace ist mit seinem Berater Rogério Braun angereist, der seinen Klienten laut brasilianischen Medien auch Olympique Marseille und Girondins Bordeaux angeboten haben soll.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 03.01.2018 | 19:30 Uhr

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