Stand: 23.05.2020 17:26 Uhr

Bremen bricht den Bann: Werder siegt in Freiburg

von Christian Görtzen, NDR.de
Zurückhaltender Jubel in Corona-Zeiten: Torschütze Leonardo Bittencourt (l.) feiert mit Maximilian Eggestein und Josh Sargent (r.).

"Und ich werde es trotzdem allen zeigen" - das hatte Florian Kohfeldt, der zuletzt vielfach kritisierte Trainer des abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten Werder Bremen, vor dem Gastspiel beim SC Freiburg gesagt. Der Anfang ist gemacht. Die Hanseaten sind bei den spielstarken Breisgauern am Sonnabend dank eines Treffers von Leonardo Bittencourt zu einem 1:0 (1:0) gekommen. Dieser Erfolg am 27. Spieltag nach einer kämpferisch starken Leistung bringt den Norddeutschen nicht nur drei Punkte ein, er macht auch viel Mut auf dem weiterhin steinigen Weg zum Klassenerhalt.

Werder rückte durch den ersten Sieg seit dem 18. Januar (1:0 in Düsseldorf) in der Tabelle mit jetzt 21 Punkten bis auf zwei Zähler auf den Drittletzten Düsseldorf heran. Die Fortuna spielt am Sonntagabend noch beim rheinischen Nachbarn 1. FC Köln.

Bremen früh gut in der Partie

Kohfeldt hatte seine Startelf im Vergleich zum Heimspiel gegen Bayer Leverkusen (1:4) auf zwei Positionen verändert: Davy Klaassen ersetzte nach seiner abgegoltenen Gelb-Sperre im Mittelfeld Philipp Bargfrede, Josh Sargent im Angriff Davie Selke.

27.Spieltag, 23.05.2020 15:30 Uhr

SC Freiburg

0

Werder Bremen

1

Tore:

  • 0:1 Bittencourt (19.)

SC Freiburg: Schwolow - Schmid, R. Koch, Gulde, Günter - Sallai (81. Kwon), Haberer (71. Abrashi), Höfler, Grifo - Höler, Petersen
Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Friedl (82. Lang) - Klaassen, Vogt (35. Bargfrede), M. Eggestein - Bittencourt (63. Bartels), Rashica (82. Selke) - Sargent (63. Osako)
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Nach einem Freistoß des Freiburgers Vincenzo Grifo, den Bremens Torhüter Jiri Pavlenka sicher parierte (5.), fanden die unter Erfolgsdruck stehenden Grün-Weißen recht gut in die Partie. Sie kamen auch bald zu ersten Gelegenheiten, die aber noch nicht zwingend genug waren: Der Niederländer Klaassen scheiterte mit einem Flachschuss ebenso an Freiburgs Keeper Alexander Schwolow (8.) wie Theodor Gebre Selassie über die rechte Außenbahn aus spitzem Winkel (15.). Allerdings war das Kohfeldt-Team auch zu jeder Zeit in der Defensive gefordert. Glück hatten die Gäste, dass der agile Ungar Roland Sallai nach schöner Brust-Ablage von Nils Petersen den Ball knapp flach am linken Pfosten vorbeischoss (17.).

Friedl erobert hinten den Ball, vorne trifft Bittencourt

Wenig später hatte der SC die Kugel wieder in den Bremer Strafraum hineinkombiniert. Das Tor der Bremer war erneut in Gefahr. Doch es kam ganz anders. Linksverteidiger Marco Friedl sorgte dafür - durch ein bissiges Zweikampfverhalten. Der Österreicher eroberte den Ball gegen Sallai, setzte auf der linken Seite nach, brachte die Kugel zu Klaassen, der per Augenwinkel-Blick sofort aus der Drehung heraus das Spielgerät diagonal in die Freiburger Hälfte schlug - präzise in den Lauf von Bittencourt. Und der Deutsch-Brasilianer machte es glänzend. Er schoss aus 18 Metern links unten zum 1:0 (19.) ein.

Freiburg reagierte, erhöhte den Druck. Vor allem Lucas Höler sorgte für Gefahr. Gebre Selassie (26.) und Maximilian Eggestein (32.) verhinderten durch starke Tacklings, dass der Freiburger Angreifer zu exzellenten Chancen kam. Die Bremer, bei denen Kevin Vogt (Hüfte) verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste (35.), brachten die knappe Führung schließlich in die Pause.

Werder stemmt sich gegen den Ausgleich - erfolgreich

Für den ersten Höhepunkt der zweiten Halbzeit sorgte Friedl mit einem beherzten Solo durch den SC-Strafraum.

Nach Rückpass rettete Petersen vor dem einschussbereiten Sargent. Danach aber bestimmten die Gastgeber die Partie, sie drängten auf den Ausgleich. Pavlenka verhinderte diesen in der 62. Minute, als er einen Flachschuss von Nicolas Höfler stark abwehrte. Wenig später rettete Bargfrede in höchster Not vor Höler (65.). Freiburg erhöhte weiter den Druck - und unter diesem erlitt Bremen den zweiten verletzungsbedingten Ausfall. Nach einem Spreizschritt ging es auch für Friedl nicht mehr weiter (82.). Die Führung der Norddeutschen war längst schmeichelhaft.

Kurz darauf war Werder nur noch zu zehnt: Bargfrede hatte wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte gesehen (88.). Der Werder-Profi hatte kaum den Platz verlassen, da zappelte der Ball auch schon im Tor der Gäste. Nach einem Pfostenschuss war der Ball bei Manuel Gulde gelandet, der die Kugel ins Bremer Tor lenkte. Doch es meldete sich der Videoschiedsrichter aus dem "Kölner Keller". Der Treffer war irregulär, da Petersen bei seinem Schuss ans Aluminium im Abseits gestanden hatte. Die Werder-Spieler jubelten nach der Entscheidung. Wenig später war ihre Freude noch wesentlich größer. Der Schlusspfiff hatte den Gewinn der drei Punkte zur Gewissheit gemacht.

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Dieses Thema im Programm:

Die NDR 2 Bundesligashow | 22.05.2020 | 13:00 Uhr