Stand: 01.12.2018 19:37 Uhr

Bitteres Remis für Braunschweig gegen Aalen

von Matthias Heidrich, NDR.de

Drittliga-Schlusslicht Eintracht Braunschweig ist im Kellerduell mit dem VfR Aalen nicht über ein 2:2 (0:1) im eigenen Stadion hinausgekommen. Unter dem Strich zu wenig für die abstiegsbedrohten Niedersachsen, die kurz vor Schluss 2:1 in Führung gingen, aber den möglichen zweiten Saisonsieg trotzdem nicht einfahren konnten. "Das ist sehr, sehr bitter. Das ist eine Mannschaft, die wir schlagen müssen, um da unten rauszukommen", sagte ein enttäuschter Trainer André Schubert dem NDR.

Es dürfte eine äußerst ungemütliche Mitgliederversammlung am kommenden Donnerstag in Braunschweig werden. Zwei Tage später steht für die "Löwen" das nächste Heimspiel gegen den Halleschen FC an.

Protestaktionen und ein früher Nackenschlag

Als der Anpfiff ertönte passierte erst einmal nichts. Beide Teams spielten nicht, sondern standen die erste Minute herum. Die Protestaktion "Stillstehen gegen den Stillstand" wurde bei allen Drittligapartien vollzogen. Die 20 Vereine fordern nach den gescheiterten DFB-Reformplänen eine schnellstmögliche Rückkehr zu drei Absteigern und einen Erhalt der Eingleisigkeit der Dritten Liga. Als der Ball dann rollte, herrschte trotzdem keine Abstiegskampf-Atmosphäre im Eintracht-Stadion. Denn auch hier beteiligten sich die Fans am Stimmungsboykott in den ersten 45 Minuten, um gegen Montagsspiele zu protestieren.

Bär trifft für Aalen - Eintracht-Fans pfeifen

Ziemlich viel Protestaktionen auf einmal für ein eminent wichtiges Spiel der Braunschweiger. Die Profis von Trainer Schubert versuchten das alles auszublenden und gingen die Partie beherzt an. Doch der Nackenschlag ließ nicht lange auf sich warten. Nach einer Flanke von rechts klärte David Sauerland nur ungenügend. Patrick Schorr zog ab und am zweiten Pfosten lief Marcel Bär geistesgegenwärtig durch - 1:0 für Aalen (19.). Jetzt war es nicht nur ruhig im Eintracht-Stadion, sondern totenstill. Protest gepaart mit Enttäuschung sorgte dafür, dass von den Braunschweiger Fans gar nichts mehr kam.

Fortan liefen die verunsicherten, aber bemühten "Löwen" dem Rückstand hinterher. Onur Bulut (20.) vertändelte eine gute Möglichkeit. Niko Kijewski zog nach einer guten halben Stunde aus der Distanz ab, doch Aalens Keeper Daniel Bernhardt lenkte den strammen Schuss über die Querlatte (33.). Viel mehr fiel den Niedersachsen allerdings nicht ein, was die Fans dann doch am Spiel teilhaben ließ. Sie pfiffen ihr Team zur Pause aus.

Becker und Nymann treffen, ehe Bär kommt

17.Spieltag, 01.12.2018 14:00 Uhr

Braunschweig

2

VfR Aalen

2

Tore:

  • 0:1 Bär (18.)
  • 1:1 R. Becker (60.)
  • 2:1 Nyman (83.)
  • 2:2 Bär (87.)

Braunschweig: L. Kruse - R. Becker, Nkansah, Kijewski - Burmeister (90.+2 Amundsen) - Sauerland, Bürger (87. P. Hofmann), Fürstner, Janzer (67. Otto) - Bulut, Nyman
VfR Aalen: Bernhardt - Fennell, Rehfeldt, Geyer - Traut (27. Büyüksakarya), Lämmel, P. Funk, Schorr - Bär (90.+2 Trianni), Sessa (75. Schnellbacher), Morys
Zuschauer: 15179

Weitere Daten zum Spiel

Nach dem Seitenwechsel war zumindest der Stimmungsboykott ad acta gelegt. Die Eintracht-Fans gaben nun Gas und durften nach einer Stunde jubeln. Nach einer Flanke von links schaltete der aufgerückte Verteidiger Robin Becker am schnellsten und drückte den Ball zum 1:1 über die Linie. Hoffnung keimte auf im Eintracht-Stadion. Die Gastgeber drückten auf den zweiten Treffer und belohnten sich.

Sauerland setzte mit einem tollen Pass in die Tiefe Christoffer Nymann in Szene. Der Eintracht-Stürmer behielt die Nerven und markierte das 2:1 (83.). Riesenjubel auf den so lange so stillen Rängen. Es war schon fast tragisch, dass die Niedersachsen den möglichen zweiten Sieg nicht über die Zeit brachten. In der 87. Minute bekam Kijewski den Ball nicht weg, Bär war zur Stelle und besorgte mit seinem zweiten Treffer den 2:2-Endstand.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 01.12.2018 | 14:00 Uhr

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