Stand: 23.01.2019 10:49 Uhr

Wer muss wann Eis und Schnee räumen?

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Bereits in den Morgenstunden müssen Hausbesitzer die Wege vorm Haus vom Schnee befreien.

Manchmal ist es wie ein Kampf gegen Windmühlen: Kaum hat man den Gehweg von Schnee und Eis befreit, beginnt es wieder zu schneien oder erneut zu frieren. Dennoch müssen Hausbesitzer dafür sorgen, dass der Gehweg an ihrem Grundstück geräumt und gestreut wird. Einheitliche Vorschriften zum Wann und Wie gibt es nicht, jede Gemeinde erlässt eigene Regeln.

In der Nacht muss niemand räumen

Besonders die Frage, wann Schnee beseitigt werden muss, wird recht unterschiedlich gehandhabt. So gilt die Räumpflicht in Hannover an Werktagen von 7 bis 22 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 8 bis 22 Uhr. In Rostock muss der Gehweg täglich von 7 bis 20 Uhr frei gehalten werden, in Hamburg werktags von 8.30 bis 20 Uhr, am Sonntag erst ab 9.30 Uhr und in Kiel täglich von 9 bis 20 Uhr. Glatteis muss in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt werktags bereits bis 8 Uhr, sonntags bis 9 Uhr entfernt werden.

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Warnhütchen können zwar eine mögliche Gefahr anzeigen, reichen aber rechtlich nicht aus.

Beginnt es nachts zu schneien, genügt es also, morgens zu räumen. Fällt dagegen am Tag frischer Schnee, muss er beseitigt werden, sobald der Schneefall endet. Wenn es ununterbrochen schneit, muss niemand sofort zum Besen greifen. Bei Eisglätte besteht meist die Pflicht, den Weg umgehend abzustreuen. Das Vernachlässigen der Räumpflicht kann übrigens unter Umständen teuer werden. Je nach Bundesland drohen empfindliche Bußgelder.

Wer muss ran?

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Wer in Urlaub ist und nicht selbst räumen kann, muss

Hausbesitzer können die Räumpflicht auf ihre Mieter übertragen, wenn Mietvertrag oder Hausordnung entsprechende Vorschriften enthalten. Ein Aushang sollte dann klar regeln, welcher Mieter an welchen Tagen zuständig ist. Wer verhindert ist, etwa weil er verreist, muss für Ersatz sorgen. Beauftragt der Hausbesitzer ein professionelles Unternehmen mit dem Winterdienst, kann er die Ausgaben als Nebenkosten auf die Mieter umlegen. Selbst dann muss der Hausbesitzer jedoch kontrollieren, ob rechtzeitig und regelmäßig geräumt wird.

Ein schmaler Pfad genügt nicht

Häufig gibt es Streit darüber, wie breit der geräumte Weg sein muss. Die Grundregel lautet: Zwei Personen müssen aneinander vorbeigehen können. In der Praxis bedeutet dies eine Breite von mindestens einem Meter. Manche Gemeinden schreiben auch deutlich breitere Flächen von bis zu 1,50 Meter vor. Existiert vor dem Grundstück kein Gehweg, muss der Straßenrand auf entsprechender Breite vom Schnee befreit werden. Besonders belastet sind Besitzer von Eckgrundstücken. Sie müssen nicht nur den Weg vor der Eingangstür räumen, sondern alle Gehwege, die an das Grundstück grenzen.

Wohin mit dem Schnee?

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Der geräumte Streifen sollte mindestens so breit sein, dass zwei Passanten aneinander vorbeikommen.

Bei anhaltendem Winterwetter türmt sich der Schnee bald zu stattlichen Haufen auf. Sie müssen am Rand des Gehweges liegen bleiben und dürfen nicht auf die Fahrbahn geschoben werden. Reicht der Platz nicht aus, muss der Schnee auf dem eigenen Grundstück oder einem Grünstreifen gesammelt werden. Gullys sollten frei bleiben, sonst kann das Schmelzwasser bei Tauwetter nicht ablaufen.

Sand statt Streusalz - meistens

Die meisten Gemeinden wollen Umwelt und Tiere schonen. Daher verbieten sie, Streusalz zu verwenden. Ausnahmen sind Eisregen sowie Treppen oder Rampen, wo das Salzverbot meist nicht gilt. Damit die Wege auch bei Schneeglätte sicher begehbar sind, müssen Hausbesitzer Sand oder Splitt streuen. Einige Kommunen geben ihn kostenlos an die Bürger ab. Nach dem Ende des Winterwetters müssen Anwohner das Streugut wieder von den Wegen entfernen.

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