Stand: 10.06.2020 13:57 Uhr

Tier aus dem Heim: Das müssen Sie bedenken

von Nicola Millies

Wer einer Katze, einem Hund oder einem anderen Tier aus dem Heim ein neues Zuhause geben möchte, sollte sich vor diesem Schritt bewusst machen, dass ein Tier eine große Verantwortung bedeutet - und das im besten Falle für viele Jahre. Denn hat das Tier eine Vorgeschichte, was bei vielen Heimtieren der Fall ist, stehen selbst erfahrene Halter vor einer besonderen Herausforderung.

Gute Gründe für ein Tier aus dem Heim

Ein Hund blickt durch einen Gitterzaun. © colourbox
Wer ein Tier aus dem Heim aufnimmt, tut Gutes und spart Geld.

Es gibt allerdings viele Gründe, die für ein Tier aus einem Heim sprechen. Nicht nur, dass dem Lebewesen eine zweite Chance auf ein liebevolles und schönes Zuhause gegeben wird. Die Auswahl im Tierheim ist groß und jeder kann das Tier finden, das wirklich passt. Außerdem werden gleich zwei Tiere gerettet. Denn mit jedem vermittelten Tier wird ein Platz für ein neues frei. Gleichzeitig sind die Anschaffungskosten gering und es werden weder Massenzüchter noch unseriöse Anbieter unterstützt.

Das sollten Sie bedenken

Tiere sind kein Spielzeug - und man kann sie nicht umtauschen. Die Chance sollte genutzt werden, den neuen Weggefährten im Vorfeld kennenzulernen. Viele Tierheim erlauben und fördern das sogar. Besuche machen, Gassi-Pate werden und möglichst viel Zeit miteinander verbringen, um sich im wahrsten Sinne schon mal zu beschnuppern.

Katze und Hund liegen gemeinsam auf einem Kissen © Colourbox
Bis der neue Bewohner volles Vertrauen hat und sich zu Hause fühlt, vergeht manchmal etwas Zeit.

Viele Tiere im Tierheim haben bereits eine Vorgeschichte. Oft kennen die Pfleger diese und sollten unbedingt angesprochen und befragt werden, damit man den neuen Weggefährten möglichst genau kennenlernt. Das Personal kennt auch Eigenheiten, die bei den Besuchen vielleicht nicht erlebbar sind - beispielsweise, wie der Hund mit Katzen umgeht, ob der Kater gut allein sein kann und wie sich der Vierbeiner mit kleinen kindern verhält? Umgekehrt sollten die Tierheim-Mitarbeitern viel von dem Alltag erfahren, der auf das Tier wartet, damit diese einen guten Einblick erhalten, ob es passt.

Auch ein Tier aus dem Tierheim kostet Geld. Im Vorfeld kann eine Aufstellung der Kosten für Ausstattung, Tierarzt, Futter, Unterbringung in Ferienzeiten und so weiter helfen, einen Überblick zu erhalten. Dabei sollte auch bedacht werden, ob der Besuch einer Hundeschule notwendig ist oder andere Freizeitangebote - zum Beispiel Agility - zusätzlich anfallen.

Der neue Mitbewohner braucht vor allem Zeit

Für Tiere bedeutet jeder Umzug auch ein bisschen Stress. Für die Eingewöhnung eignet sich gut die Ferienzeit, um den Neuanfang gemeinsam in Ruhe zu meistern. Auch Geduld ist gefragt, wenn Dinge wie Stubenreinheit und Durchschlafen zu Anfang vielleicht noch etwas schwierig sind. Gemeinsam die neue Umgebung erkunden schafft Vertrauen. Aber ihr neuer Mitbewohner benötigt auch eine Möglichkeit zum Rückzug, um die neuen Erfahrungen zu verarbeiten.

Von Anfang an sollte dem Tier deutlich gezeigt werden, wer das Herrchen im Haus ist. Konsequenz ist das A und O. Wer zu Beginn Verhaltensweisen akzeptiert, darf sich nicht wundern, wenn das später nur mühsam wieder abtrainiert werden kann.

Insbesondere Hunde benötigen viel Zeit für Spaziergänge. Kann diese im Alltag aufgebracht werden? Man sollte also bereits bei der Suche nach einem Tier darauf achten, dass es vor allem im Alltag passt. Wer gerne joggt, sollte vielleicht einen nicht unbedingt betagten Hund auswählen. Wer beruflich sehr eingespannt ist, sucht enen Hund, der entweder mit ins Büro kommen oder längere Zeiten allein bleiben kann.

Tiere brauchen Platz - und zwar einen eigenen. Katzen werden sich schnell an der Einrichtung vergreifen, wenn sie keine andere Möglichkeit haben, sich auszutoben. Und auch Hunde wollen einen Ort, an den sie sich zurückziehen können. Das Tier, auf das die Wahl fällt, sollte daher auch in die Umgebung passen. Katzen, die Freilauf gewohnt waren, sollten nicht in eine Wohnung gesperrt werden. Hunde, die keine Treppen steigen sollten, eignen sich eher für ebenerdiges Wohnen.

"Was wäre wenn?"

Lebensumstände können sich ändern, daher sollte die "Was-wäre-wenn-Frage" berücksichtigt werden: Was wäre, wenn ein Umzug ansteht? Was wäre, wenn ein Krankheitsfall eintritt? Was wäre, wenn das Tier alt und krank wird?

Nicht nur das neue Haustier und die eigene Situation sollten auf Herz und Nieren geprüft werden. Auch der Ort, woher das Tier kommt, sollte streng unter die Lupe genommen werden. Ist der Anbieter seriös, befasst man sich dort sowohl mit den Tieren als auch den Interessenten, bekommt man Informationen zu der Geschichte des Tieres? Das Bauchgefühl muss stimmen. Dann sollte dieser wunderbaren neuen Freundschaft nichts im Wege stehen-

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