Stand: 19.06.2019 12:16 Uhr

Urlaub: Wohin mit Hund und Katze?

Sommerzeit ist Reisezeit. Für viele Besitzer von Haustieren stellt sich die Frage, ob sie ihren Liebling mit in den Urlaub nehmen sollen. Während Hunde meist recht flexibel sind, mögen Katzen eine Ortswechsel nicht besonders. Sie bleiben besser in der gewohnten Umgebung zu Hause und werden dort von Nachbarn oder Freunden versorgt. Das gilt auch für Tiere wie Fische und Vögel.

Ein Mädchen und ein Hund sitzen in einem voll gepackten Kofferraum © Gorilla - Fotolia Foto: Wojciech Gajda

Mit Hund auf Reisen: Was ist zu beachten?

Mein Nachmittag -

Ein Urlaub mit Hund will gut vorbereitet sein. Welche Impfungen und Dokumente sind nötig und was gehört in die Reiseapotheke? Tierärztin Sonja Schirmer gibt Tipps.

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Flugreisen stressen Hunde

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In solchen Boxen können Hunde im Flugzeug mitreisen.

Ob das Tier mitreist, hängt entscheidend vom Urlaubsziel ab. Eine mehrstündige Autofahrt mit Pausen vertragen Hunde meist gut. Von Flugreisen nach Südeuropa etwa rät Tierärztin Sonja Schirmer ab: Dort sei es viel zu heiß. Außerdem kämen dort andere Krankheiten vor als bei uns. Der Transport im Flugzeug sei besonders für größere Hunde purer Stress. Soll der Vierbeiner dennoch mit, müssen sich die Halter rechtzeitig bei der Fluggesellschaft nach den Bedingungen und Preisen erkunden. Sie variieren je nach Gesellschaft erheblich, einige Unternehmen lehnen den Transport ab. Kleine, leichte Hunde dürfen häufig in einer entsprechenden Tasche mit in die Kabine, größere Tiere reisen in einer Box im klimatisierten Teil des Frachtraums. Der Dachverband der Fluggesellschaften (IATA) rät davon ab, den Tieren vor der Reise Beruhigungsmittel zu geben.

Impfschutz und Heimtierausweis nicht vergessen

Wer mit Tier verreist und im Hotel wohnt oder ein Appartement mietet, sollte sich vorher informieren, ob Tiere dort willkommen sind. Manche Unterkünfte bieten ausdrücklich Zimmer für Gäste mit Hunden an. Liegt das Reiseziel im EU-Ausland, muss der Hund gegen Tollwut geimpft und mit einem Chip gekennzeichnet sein. Die Daten müssen im EU-Heimtierausweis stehen, den Tierärzte ausstellen und der ins Reisegepäck gehört. Außerdem empfiehlt es sich, eine Reiseapotheke für das Tier mitzunehmen.

Freunde oder Tiersitter fragen

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Katzen hängen an der gewohnten Umgebung. Sie sollten zu Hause betreut werden.

Kann das Tier nicht mit, ist es am besten und kostengünstigsten, wenn Freunde oder Verwandte die Betreuung in der gewohnten Umgebung übernehmen. Professionelle Tiersitter bieten diese Arbeit gegen Bezahlung an. Im Internet finden sich mehrere Seiten, die Tiersitter vermitteln, auch in vielen Tierarztpraxen hängen entsprechende Angebote aus. Die Kosten variieren stark und richten sich unter anderem nach dem Anfahrtsweg, der Dauer und dem Umfang der Betreuung vor Ort sowie eventueller Zusatzarbeiten wie Blumengießen.

Unterkunft in einer Tierpension

Alternativ kann man Haustiere in einer Tierpension unterbringen. Die Auswahl reicht von einfachen Quartieren bis zu luxuriösen Unterkünften. Gute Adressen sind in der Urlaubszeit schnell ausgebucht, Tierhalter sollen deshalb rechtzeitig einen Platz buchen. Tipp: Am besten die Unterkunft vorher besichtigen und entscheidende Fragen klären. Wie viel Auslauf haben die Tiere? Wie viele Mitarbeiter kümmern sich um sie? Wird das Tier individuell gefüttert? Der Betreiber der Pension sollte einen Sachkundenachweis nach Tierschutzgesetz vorlegen können und nur geimpfte Tiere aufnehmen.

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Urlaub mit Heimtieren

Der Deutsche Tierschutzbund gibt Tipps. extern

Eine gute Unterbringung hat ihren Preis. Für eine Katze kostet sie etwa 10 bis 20 Euro pro Tag, für einen Hund je nach Größe ab 25 Euro. Kleintiere sind wesentlich günstiger. Als Ansprechpartner auf der Suche nach einer Pension empfiehlt sich der örtliche Tierschutzverein. Manche Vereine und Tierheime bieten auch selbst Unterkünfte auf Zeit an.

Tiere aus dem Urlaub mitbringen - lieber nicht

Manch ein Urlauber verliert im Reiseland sein Herz an einen streunenden Hund oder eine Katze und nimmt das Tier aus Mitleid mit nach Hause. Das kann eine Menge Probleme mit sich bringen: "Besonders Tiere aus Südeuropa haben oft schwere Krankheiten wie etwa Leishmaniose oder Erlichiose, die man nicht sofort erkennt", warnt Tierarzt Dr. Fabian von Manteuffel. Die Behandlung dieser Krankheiten, die durch Parasiten verursacht werden, kann sehr teuer werden. Wer dennoch einem Tier helfen will, muss sich dieser Gefahren bewusst sein.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 17.06.2019 | 16:00 Uhr

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