Eine Frau macht am  ihre Steuererklaerung elektronisch an einem Notebook © picture alliance / dpa-tmn Foto: Benjamin Nolte

So wirkt sich Corona auf die Steuererklärung 2020 aus

Stand: 08.02.2021 15:03 Uhr

Homeoffice-Pauschale und Kurzarbeitergeld, Kinderbonus und Anschaffungen für das Büro im Wohnzimmer: Das Corona-Jahr 2020 hat auch Auswirkungen auf die jetzt anstehende Steuererklärung.

Die Pandemie hat den Arbeitsalltag vieler Menschen erheblich verändert. Das macht sich auch in der Einkommensteuer-Erklärung für das vergangene Jahr bemerkbar. Während bisher viele Kreuzchen aus dem Vorjahr einfach übernommen und nur einige Zahlen angepasst werden mussten, kann es sich jetzt lohnen, die Formulare gründlich zu bearbeiten.

Werbungskosten-Pauschale gibt es immer

Ausgaben für den Weg zur Arbeit sowie Investitionen in spezielle Literatur oder Kleidung zählen zu den Werbungskosten. Dafür zieht das Finanzamt allen Arbeitnehmern automatisch eine Pauschale von 1.000 Euro pro Jahr vom Einkommen ab. Wer nur kurze Wege hatte und sonst kaum Ausgaben, muss diese nicht benennen. Interessant wird es erst, wenn die Kosten insgesamt über 1.000 Euro liegen. Dann lohnt es sich, sie für das Finanzamt aufzulisten.

Fünf Euro für die Arbeit im Homeoffice

Zu den Werbungskosten zählt auch die neue Homeoffice-Pauschale. Wer statt im Büro zu Hause arbeitet, kann dafür pro Arbeitstag fünf Euro geltend machen, insgesamt höchstens 600 Euro, was 120 Tagen entspricht. Ein eigenes Arbeitszimmer ist dafür nicht notwendig, es genügt ein Platz im Wohnzimmer oder der Küche. Der Arbeitgeber sollte die Zahl der Homeoffice-Tage schriftlich bestätigen, zwingend notwendig ist das aber nicht. Auswirkungen hat die Homeoffice-Pauschale erst, wenn zusammen mit weiteren Werbungskosten die 1.000-Euro-Grenze überschritten wird.

Arbeitnehmer, die bereits bisher ein Arbeitszimmer steuerlich absetzen, erhalten die neue Pauschale nicht zusätzlich.

Pauschale führt zu Minus bei den Fahrtkosten

Im Gegenzug zur Homeoffice-Pauschale entfällt für die Tage am heimischen Arbeitsplatz der Anspruch auf Anrechnung der Fahrtkosten. Wer also einen weiten Weg ins Büro hatte (fast 17 Kilometer einfache Strecke) und damit täglich mehr als fünf Euro Fahrtkosten absetzen konnte, hat nun geringere Werbungskosten. Allerdings spart er die Ausgaben für die Fahrt zur Arbeit tatsächlich ein.

Weitere Ausgaben für das Homeoffice

Oft fehlt im Homeoffice die notwendige Ausstattung, vom Schreibtischstuhl bis zum Drucker. Schaffen sich Beschäftigte solche Dinge an und nutzen sie mindestens zu 90 Prozent für das Heimbüro, gehören sie ebenfalls zu den Werbungskosten. Bei vielen Geräten, etwa einem Tablet, wird das Finanzamt allerdings eine höhere private Nutzung annehmen und entsprechend nur einen Teil des Kaufpreises akzeptieren.

Kinderbonus wird überprüft

Für jedes Kind hat der Staat im vergangenen Herbst einen Kinderbonus von 300 Euro ausgezahlt. Diese Zahlung gehört jetzt in die Anlage Kind, in der auch das Kindergeld vermerkt wird. Das Finanzamt verrechnet den Bonus wie beim Kindergeld mit den Freibeträgen für Kinder und streicht ihn bei hohen Einkommen wieder.

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Corona und die Steuern

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Kurzarbeitergeld bleibt steuerfrei

Kurzarbeitergeld bleibt prinzipiell steuerfrei. Wer 2020 mehr als 410 Euro bekommen hat, muss dennoch eine Steuererklärung abgeben. Günstig wirkt sich Kurzarbeitergeld bei vielen aus, die reduziert weitergearbeitet haben oder nicht das gesamte Jahr in Kurzarbeit waren. In einigen Fällen kann das Kurzarbeitergeld aber auch zu einer Steuernachzahlung führen, denn es erhöht den Steuersatz durch den sogenannten Progressionsvorbehalt. Hat der Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld freiwillig aufgestockt, bleibt auch dieser Zuschuss seit dem 1. März 2020 steuerfrei, wenn insgesamt nicht mehr als 80 Prozent des entgangenen Arbeitslohns gezahlt wurden.

Bonus-Zahlungen meist ohne Abzüge

Wer im Corona-Jahr besonders viel gearbeitet hat, wurde von seiner Firma möglicherweise mit einer Sonderzahlung belohnt. Wenn nach dem 1. März 2020 höchstens 1.500 Euro geflossen sind und ein Zusammenhang mit der Corona-Krise bestand, werden dafür keine Steuern fällig. Allerdings darf der Bonus nicht vor März vereinbart worden sein und muss ein Plus zum regulären Lohn sein.

Erklärung bis Ende Juli auf Papier oder per Elster abgeben

Wer eine Steuererklärung abgeben muss, hat bis zum 31. Juli Zeit, sie ans Finanzamt zu schicken. Da der Termin in diesem Jahr auf einen Sonnabend fällt, muss sie spätestens am Montag, 2. August ankommen. Danach drohen Bußgelder der Finanzbehörden. Neben dem Ausfüllen der verschiedenen Steuerformulare auf Papier bieten die Finanzämter auch kostenlos die Software Elster an.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 08.02.2021 | 07:40 Uhr

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