Nahrungsergänzungsmittel: Krebsgefahr durch Titandioxid?

Stand: 09.04.2021 16:11 Uhr

In Corona-Zeiten greifen viele zu Nahrungsergänzungsmitteln, um genügend Vitamine und Mikronährstoffe zu bekommen. Doch in einigen Pillen steckt Titandioxid: Die Substanz steht im Verdacht, Krebs zu erregen.

von Saskia Engels

Die meisten Tabletten enthalten den Zusatzstoff Titandioxid (E171). In Form von Nanopartikeln werden sie oft als sogenannte Weißmacher für eine bessere Optik der Produkte eingesetzt - notwendig ist der Stoff nicht.

In Frankreich ist Titandioxid als Lebensmittelzusatzstoff bereits verboten, weil er möglicherweise krebserregend ist. Die französische Agentur für Lebensmittelsicherheit ANSES bemängelt, dass es an Daten fehle, um den Stoff als unbedenklich zu deklarieren.

In Deutschland beruft man sich auf die Beurteilungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelmittelsicherheit (EFSA) und des Bundesinstituts für Risikobewertung. Diese stufen Titandioxid auf der Grundlage aktueller Daten bislang als unbedenklich ein.

Studienlage zu Titandioxid-Partikeln offenbar unklar

Studien haben gezeigt, dass Titandioxid-Partikel von weniger als 100 Nanometern aufgrund ihrer geringen Abmessungen in Zellen eindringen können. Den Studien zufolge können die Partikel zusammen mit Lebensmitteln über den Verdauungstrakt aufgenommen werden. Mediziner sehen dadurch ein erhöhtes Risiko für Menschen, die anfällig für Darmentzündungen sind.

Es gibt jedoch Forschungslücken zu Titandioxid und zur Auswirkung von Nanopartikeln im menschlichen Körper. Mit einer weiteren Studie will die EFSA eine Neubewertung des Stoffs vornehmen, doch das Ergebnis steht noch aus.

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