Fertigsalat aus dem Supermarkt in einer Plastikverpackung. © Colourbox Foto: kdshutterman

Fertigsalat oft mit Keimen belastet

Stand: 16.10.2020 15:32 Uhr  | Archiv

Wer einen Fertigsalat kauft, spart sich die Zeit für das Schneiden des Gemüses. Doch die Produkte können Schimmelpilze, Hefen und Keime enthalten, etwa gefährliche Listerien. Besonders Schwangere sollten auf den Verzehr verzichten.

Denn mit Listerien belastete Salate können zu Fehlgeburten oder Schäden beim ungeborenen Kind führen. Listerien führen nach Ansicht von Lebensmittel-Toxikologen nicht zu einem Verderb des Produktes und könnten sich sogar bei Einhaltung der Kühlkette vermehren. Auch ein optisch und geschmacklich frisch wirkender Salat kann belastet sein.

Bei Fertigsalat auf das Verbrauchsdatum achten

Auch bei optimaler Kühlung ist Fertigsalat nur etwa drei Tage haltbar. Wird der Salat nicht durchgehend gekühlt, können sich Keime schnell ausbreiten. Oft ist der Salat dann bereits vor dem Erreichen des Verbrauchsdatums nicht mehr frisch.

  • Das Verbrauchsdatum ist auf leicht verderblichen Speisen wie Fertigsalat, Hackfleisch oder Fisch angegeben ("Zu verbrauchen bis"). Ist das Datum überschritten, muss das Produkt entsorgt werden, da sich möglicherweise Keime und Bakterien gebildet haben.

  • Bei anderen Lebensmitteln gibt das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) an, bis wann es bei richtiger Aufbewahrung seine Produktqualität behält - etwa ein Joghurt seine Cremigkeit. Zu den typischen Produkteigenschaften zählen Geschmack, Geruch, Konsistenz und Nährwert. Das MHD wird vom Hersteller festgelegt. Ist es überschritten, kann das Produkt in den meisten Fällen immer noch eine begrenzte Zeit lang ohne Risiko verzehrt werden.

Fertigsalat: Idealer Nährboden für Keime

Das sind die Gründe, warum Keime in Fertigsalaten so gut gedeihen:

  • Bei der Zubereitung von Fertigsalaten werden Salatblätter klein geschnitten. Dadurch wird der natürliche Schutz der Blätter gegen Bakterien und Pilze zerstört. An den Schnittflächen tritt Zellsaft aus, der Keime anzieht. Die hohe Luftfeuchtigkeit in den Plastikverpackungen fördert zudem das Wachstum von Mikroorganismen. Somit entsteht ein idealer Nährboden für Keime.

  • Das Gemüse kann bereits während des Wachstums und der Ernte mit Keimen verunreinigt werden, etwa durch Kontakt mit kontaminiertem Wasser oder Hygienemängel bei der Kühlung.

Die Keime befinden sich größtenteils an der Oberfläche des Gemüses, können aber in das Zellgewebe eindringen.

Magen-Darm-Probleme durch Keime

Bei den Keimen in Fertigsalaten handelt es sich häufig um sogenannte Enterobakterien und um Verderbniskeime wie Hefen oder Schimmelpilze. Für gesunde Menschen sind die Krankheitserreger bis zu einer gewissen Menge nicht schädlich. Bei alten Menschen, Schwangeren und Kleinkindern können verkeimte Fertigsalate jedoch zu Magen-Darm-Problemen führen.

Tipps zum Fertigsalat-Kauf

  • Wer gerne Fertigsalat isst, sollte bereits beim Kauf darauf achten, dass das Produkt im Kühlregal angeboten wird und bis zum Verbrauchsdatum noch einige Zeit vergeht.
  • Fertigsalat mit braunen Rändern und matschigen Blättern ist nicht mehr frisch. Ist die Plastikschale aufgebläht, haben sich bereits Gärgase gebildet.
  • Fertigsalat nach dem Kauf so rasch wie möglich verzehren.
  • Fertigsalat vor dem Verzehr noch einmal auf Schimmelbefall, Verfärbungen und Flüssigkeitsansammlungen sowie fauligen Geruch überprüfen.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 19.10.2020 | 20:15 Uhr

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