Stand: 06.12.2019 11:57 Uhr

Einbruch: So werden Haus und Wohnung sicherer

von Oliver Klebb, NDR.de
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Einbrüche erfolgen meist tagsüber und abends.

Mit Beginn der dunklen Jahreszeit steigt die Zahl der Einbrüche. Oft gelingt es Einbrechern innerhalb weniger Sekunden, Fenster und Türen zu öffnen. Schutz kann unter anderem Sicherheitstechnik bieten. Bei der Umrüstung gibt es für Eigentümer in bestimmten Fällen sogar finanzielle Unterstützung: Wer sein Eigenheim oder seine Wohnung gegen Einbruch sichert, kann je nach Höhe der Investition Fördergelder bis zu 1.600 Euro von der Kreditanstalt für Wiederaufbau erhalten.

Eine gestellte Aufnahme eines Einbrechers.

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Winterzeit ist Einbruchszeit. Doch es gibt Mittel, Türen und Fenster technisch effektiv abzusichern. Olav Schneider von der Polizei Hamburg stellt neue Sicherungssysteme vor.

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Technische Sicherungsmaßnahmen schrecken Täter ab

Grundsätzlich gilt: Will ein Täter in die Wohnung eindringen, schafft er es auch - entweder mit roher Gewalt und viel Lärm oder mit erhöhtem Zeitaufwand. Beide Faktoren erhöhen jedoch das Risiko für den Einbrecher auf frischer Tat ertappt zu werden. Genau hier sollten Mieter und Eigenheim-Besitzer ansetzen, um ihr Hab und Gut zu schützen. Besonders technische Sicherungsmaßnahmen schrecken Täter ab: Nach Angaben der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes geben die Täter in rund einem Drittel der Fälle ihren Einbruchversuch auf, wenn sie auf erschwerte Bedingungen stoßen.

Fenster schließen, Schlüssel sicher verwahren

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Heruntergelassene Jalousien bieten kaum Schutz vor Einbrechern und signalisieren, dass die Bewohner verreist sind.

Die beste Haustechnik kann einen Einbruch jedoch nicht verhindern, wenn sich Mieter oder Eigentümer falsch verhalten. Beim Verlassen der Wohnung sollten sie alle Fenster schließen und die Haustür abschließen. Sonst haben versierte Einbrecher leichtes Spiel. Viele Versicherer weigern sich, Ansprüche aus der Hausratversicherung zu begleichen, wenn ein Fenster nachweislich gekippt war. Gehen Sie sorgfältig mit Haustürschlüsseln um. Erneuern Sie den Schließzylinder sofort, wenn Sie einen Schlüssel verloren haben. Niemals einen Ersatzschlüssel im Freien verstecken. Zudem sollten Leitern, Gartenmöbel und Mülltonnen sicher verschlossen sein, um Einbrechern den Weg in die oberen Geschosse zu erschweren.

Vorsicht in sozialen Netzwerken

Posten Sie in sozialen Netzwerken nicht, wann Sie in den Urlaub fahren oder was Sie gerade in den Ferien machen. Auch auf dem Anrufbeantworter niemals Fremde darüber informieren, wie lange Sie nicht zu Hause sind. Fallen im Wohnumfeld fremde Personen auf, die möglicherweise die Gewohnheiten der Bewohner ausspähen, sollten Sie sofort die Polizei zu Rate ziehen.

Bewohnten Eindruck erwecken

Abschreckend für Einbrecher ist es, wenn sie befürchten müssen, bei ihrer Tat die Bewohner oder einen Hund anzutreffen. Eine Zeitschaltuhr, die das Licht in einem oder mehreren Räumen einschaltet, erweckt den Eindruck, es sei jemand zu Hause. Außen können Bewegungsmelder Lampen steuern. lten. Elektronische Geräte täuschen Hundegebell oder das Flimmern eines Fernsehers vor. Experten raten hingegen davon ab, Kamera-Attrappen im Außenbereich zu installieren. Statt abzuschrecken, signalisieren Sie den Tätern: "Hier ist etwas zu holen." Unbedingt vermeiden sollten Sie einen überquellenden Briefkasten, wenn Sie länger nicht zu Hause sind. Bitten Sie einen Nachbarn, ihn regelmäßig zu leeren.

Einbruchshemmende Haustechnik installieren

Die mechanische Sicherung von Türen und Fenstern ist ebenfalls ein wirkungsvoller Schutz vor Einbrechern. Eine Schwachstelle sind Fenster sowie Terrassen- und Balkontüren, die mit herkömmlichen Rollzapfen ausgerüstet sind. Mehr Sicherheit bieten sogenannte Pilzkopfzapfen mit entsprechenden Beschlägen. Bei modernen Bauelementen zeigt die Widerstandsklasse, wie gut sie vor Einbruch schützen. Von den Klassen RC1 bis RC6 sollten Fenster und Türen mindestens RC2 entsprechen. Außerdem gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Nachrüstung.

Polizeiliche Beratungsstelle nutzen

Eingangstüren können ebenfalls wirkungsvoll geschützt werden. Türbeschläge, die den Schließzylinder abdecken, verhindern, dass ein aufgebohrtes Schloss einfach aus der Tür herausgezogen wird. Verlängerte Schließbleche, die tief im Mauerwerk der Türöffnung verankert sind, machen das Aufhebeln mit einer Brechstange schwieriger. Auch Panzerriegel über die volle Breite der Tür bieten einen guten Schutz. Verankerte Schließfächer und Kleintresore schützen Papiere und Wertgegenstände vor dem Zugriff, wenn die Täter bereits in der Wohnung sind. Eine Überfall- und Einbruchmeldeanlage ist ratsam, kann aber bei professioneller Installation sehr teuer werden. Welche zertifizierten Sicherheitsprodukte, Schutzmaßnahmen und Fachbetriebe bei Ihren örtlichen Gegebenheiten geeignet sind, erfahren Sie kostenlos bei den Polizeilichen Beratungsstellen an Ihrem Heimatort.

Polizei und Versicherung die Arbeit erleichtern

Sind Sie Opfer eines Einbruchs geworden, ist es zunächst schwer zu rekapitulieren, welche Gegenstände von Wert die Täter entwendet haben. Um die Schadensregulierung mit der Hausratversicherung sowie die Arbeit der Polizei zu erleichtern, ist eine Inventarliste des Haushalts hilfreich. Wertgegenstände, Schmuck, Computer und teure Unterhaltungselektronik sollten Sie zudem mit Fotos und möglichst mit Kaufnachweisen dokumentieren.

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Haben die Einbrecher auch die Brieftasche und andere Dokumente gestohlen, ist Eile geboten. Lassen Sie Kredit- und Konto-Karten unverzüglich über den kostenfreien zentralen Telefon-Notruf 116 116 sperren. Achtung: Zum Sperren der Giro- und Bankkontokarte brauchen Sie Ihre Kontonummer.

Ist das Handy gestohlen worden, lässt sich der Anschluss über denselben Notruf sperren. Die Online-Ausweisfunktion der neuen Personalausweise lässt sich ebenfalls unter dem Notruf 116 116 sperren. Dazu sind der Vorname, das Geburtsdatum und das Sperrkennwort erforderlich. Es besteht außerdem die Pflicht, den Verlust des Ausweises der Polizei zu melden.

Besonders schmerzlich für Opfer eines Einbruchs ist neben den materiellen Verlusten die Tatsache, dass ein Unbekannter die Privatsphäre verletzt hat - man fühlt sich in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher und geborgen. Psychologische Beratung und Hilfe in finanziellen Notlagen leistet die Opferschutz-Organisation Weisser Ring.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 05.12.2019 | 16:20 Uhr

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