Stand: 07.02.2020 09:44 Uhr  - Markt

Backpapier-Ersatz: Wie gut sind Alternativen?

von Désirée Marie Fehringer
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Die Antihaftbeschichtung von Backpapier belastet die Umwelt.

Backpapier soll verhindern, dass Lebensmittel im heißen Ofen am Backblech haften. Laut Herstellern lässt sich Backpapier bis zu sechs Mal verwenden. Doch wegen seiner Antihaftbeschichtung lässt sich das Papier nicht recyceln. Die Entsorgung belastet die Umwelt. Deshalb bieten einige Hersteller Alternativen an, zum Beispiel Folien aus Glasfaser und Backmatten aus Silikon. Doch der Backpapier-Ersatz kann problematisch für die Gesundheit und die Umwelt sein.

Backpapier-Ersatz: Wie gut sind Alternativen?

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Die Anti-Haft-Beschichtung von Backpapier belastet die Umwelt. Ebenfalls problematisch sind Alternativen wie Teflon-Backmatten und Silikon-Backfolien. Tipps für umweltfreundliches Backen.

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Wiederverwendbarkeit abhängig von Beschichtung

Wie oft man Backpapier verwenden kann, hängt nicht nur von der Qualität des Papiers und der Beschichtung ab. Auch die Verschmutzung, die Backdauer und die Temperatur spielen dabei eine Rolle: Je länger und heißer gebacken wird, umso eher muss das beschichtete Papier in den Müll. Für die Beschichtung verwenden die Hersteller unterschiedliches Material:

  • Ist das Papier mit Silikon beschichtet, hält es deutlich länger. Allerdings kann Silikon nur schlecht von der Umwelt abgebaut werden.

  • Backpapier mit Quilon - eine Kombination aus Chromsalzen und Fetten - lässt sich höchstens zwei Mal verwenden. Es soll nicht länger als eine halbe Stunde bei 200 Grad in den Ofen.

Backfolien aus Glasfaser mit Teflon-Beschichtung

Als "Geheimtipp" gilt in Internetforen Backfolie aus Glasfaser mit einer Teflon-Beschichtung (PTFE). Sie lässt sich bis zu tausend Mal verwenden. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung kann man damit ohne Bedenken bei bis zu 200 Grad backen. In unterschiedlichen Studien haben sich ab 230 beziehungsweise 270 Grad giftige Dämpfe gebildet.

Problematisch ist außerdem die Entsorgung. Über den Hausmüll gelangt die Teflon-Backfolie in Müllverbrennungsanlagen. Beim Verbrennen des Teflons werden hochgiftige Gase freigesetzt, die die Umwelt belasten. Deshalb rät die Verbraucherzentrale in Hamburg davon ab, Backfolien dieser Art zu nutzen.

Silikon-Backmatten

Silikon-Backmatten sind sehr oft verwendbar und leicht zu reinigen - nach der Benutzung einfach mit Spülmittel und Wasser abwischen. Allerdings ist Silikon bei der Entsorgung bedenklich für die Umwelt. Außerdem seien viele Silikon-Backmatten von schlechter Qualitat gesundheitsschädlich, kritisiert das Landeslabor Schleswig-Holstein. Man erkenne sie daran, dass sie bereits beim Kauf unangenehm nach Kunststoff riechen.

Alufolie im Backofen verwenden

Als Backpapier-Ersatz wird oft Alufolie verwendet. Sie ist aber von der Herstellung her bedenklich.

  • Um das Aluminiumerz Bauxit zu gewinnen, müssen Bäume gerodet werden, da das Erz im Boden liegt.

  • Für die Herstellung wird viel Energie verbraucht.

  • Aus der Alufolie kann Aluminium ins Essen gelangen. Vor allem bei basischen, sauren und salzhaltigen Lebensmitteln lösen sich kleine Mengen und gelangen direkt ins Essen. Wissenschaftler untersuchen noch die Zusammenhänge zwischen der Einnahme von Aluminium und möglichen Erkrankungen. In hohen Dosen gilt Aluminium als ungesund.

Tipps für umweltfreundliches und gesundes Backen

Statt Backpapier können Verbraucher diese umweltfreundlicheren Alternativen verwenden:

  • Am besten für die Umwelt ist die klassische Variante - das Backblech einfetten. Das klappt mit Butter, aber auch mit Kokosfett, Rapsöl und anderen veganen Fetten - geeignet für Kuchenteige oder Pizza.

  • Auf einem Backblech aus Glas haftet nichts an. Es ist gleichzeitig als Servierschale nutzbar.

  • Backsteine vertragen hohe Temperaturen im Backofen, brauchen jedoch auch länger, um aufzuheizen. Am besten geeignet sind sie für Brotteige oder Pizzen. 

  • Eine weitere Alternative zum Backpapier ist ein Backblech mit einer guten Antihaftbeschichtung.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 10.02.2020 | 20:15 Uhr

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