Stand: 23.10.2018 11:15 Uhr

Es ist wieder Zeit für Winterreifen

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Spätestens wenn der erste Schnee fällt, sind Werkstatttermine Mangelware.

Der Herbst zeigt sich von der milden Seite und der Winter scheint noch weit weg zu sein. Doch bald können selbst im Flachland die ersten Flocken fallen. Höchste Zeit für Autofahrer, sich um die passenden Reifen für den Winter zu kümmern. Denn bei Glatteis und Schnee schreibt der Gesetzgeber Winter- oder Ganzjahresreifen vor. Winterreifen haben generell eine weichere Gummimischung. Ein Profil mit mehr kleinen Rillen sorgt bei niedrigen Temperaturen dafür, dass die Reifen besser auf rutschigen Straßen haften als Sommerreifen.

Was fordert der Gesetzgeber?

Einen Zeitraum für die Nutzung von Winterreifen legt die Straßenverkehrsordnung nicht fest. Vorgeschrieben sind sie laut Paragraf 2 nur, wenn auf der Straße winterliche Verhältnisse mit "Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte" herrschen. Wer sein Auto bei solchen Bedingungen nicht bewegt, muss keine Winterreifen aufziehen. In der Praxis empfiehlt der Automobilklub ADAC, sich an die sogenannte O-bis-O-Regel zu halten: Von Oktober bis Ostern sollte die Winterbereifung am Auto sein. Für Motorräder und andere Zweiräder gilt die Winterreifenpflicht nicht.

Welche Strafe droht?

Erwischt die Polizei einen Autofahrer bei Glatteis oder Schneematsch mit Sommerreifen auf der Straße, sind 60 Euro und ein Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei fällig. Wer andere Verkehrsteilnehmer behindert, muss 80 Euro zahlen, wer einen Unfall verursacht sogar 120 Euro. Seit 2018 erhält auch der Fahrzeughalter ein Bußgeld in Höhe von 75 Euro und einen Punkt in Flensburg. Diese Regelung betrifft laut ADAC insbesondere Autovermieter.

Wie erkenne ich Winterreifen?

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Reifen für den Winter müssen ein Symbol mit Bergpiktogramm und Schneeflocke tragen.

Winterreifen müssen das "Alpine"-Symbol tragen, ein dreigezacktes Bergpiktogramm mit einer Schneeflocke. Die Kennzeichnung "M+S" allein reicht nicht mehr aus. Reifen, die nur das M+S-Symbol tragen und vor dem 1. Januar 2018 hergestellt wurden, dürfen allerdings noch bis zum 30. September 2024 auch bei Schnee gefahren werden.

Was kosten Winterreifen?

Bei Autoreifen gibt es erhebliche Qualitäts- und Preisunterschiede. Der ADAC hat in seinem jüngsten Winterreifentest Urteile von gut bis mangelhaft vergeben. Die gleichen Reifen werden im Handel zu sehr unterschiedlichen Preisen angeboten. Ein Vergleich lohnt sich also. Zum Preis für den Reifen kommen die Kosten für die Montage. Auch dabei gibt es erhebliche Unterschiede. Tipp: Beim Preisvergleich nach dem Komplettpreis mit Montage fragen. Wer bei Online-Händlern im Internet günstig Reifen bestellen möchte, sollte zuvor klären, wo und zu welchem Preis die Reifen montiert werden.

Wann sollte man Winterreifen kaufen?

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Wer Winterreifen rechtzeitig montieren lässt, spart Zeit und Geld.

Wenn der erste Schnee fällt, bilden sich bei Reifenhändlern lange Schlangen. Kurzfristig einen Termin zu bekommen, ist dann kaum möglich. Wer bereits im Oktober auf Winterreifen umstellt, muss nicht lange warten und bekommt häufig günstigere Preise. Außerdem kann der bevorzugte Reifen später ausverkauft sein.

Bei der Wahl des richtigen Reifens hilft ein Label, das auf jedem Produkt klebt. Es informiert über Nasshaftung, Rollgeräusch und Effizienz. Außerdem testen Stiftung Warentest und Fachzeitschriften regelmäßig aktuelle Reifenmodelle.

Genügen gebrauchte, ältere Reifen?

Wie alt ist der Reifen?

Das Alter von Autoreifen erkennt man an einer Prägung auf der Reifenflanke. Dort stehen hinter den Buchstaben DOT (für das US-Department of Transportation) mehrere Ziffern und Buchstaben. Entscheidend ist eine Kombination aus vier Ziffern, meist in einem Oval. Die ersten beiden Ziffern geben die Woche der Produktion an, die hinteren das Jahr. Beispiel: 2715 steht für die 27. Woche des Jahres 2015.

Das Gesetz schreibt eine Profiltiefe an jeder Stelle der Lauffläche von mindestens 1,6 Millimeter vor. Experten raten jedoch bei Winterreifen zu mindestens vier Millimetern Profil. Ein neuer Pneu hat rund neun Millimeter. Reifen verlieren im Laufe der Zeit ihre Elastizität, die Haftung auf der Straße nimmt ab. Der ADAC empfiehlt daher, Winterreifen nach sechs Jahren auszutauschen - selbst wenn das Profil noch gut ist. Wer wenig fährt und die Reifen in dieser Frist nicht abnutzt, kann auf Ganzjahresreifen umsteigen. Da sie im Sommer und Winter am Auto bleiben, kommen mehr Fahrkilometer zusammen.

Die guten Reifen vorn montieren?

Reifen an den Vorderrädern verschleißen schneller. Die gängige Meinung, bei gebrauchten Reifen sollen die mit dem besseren Profil vorn montiert werden, stimmt nur teilweise. Vorteilen beim Bremsen und Aquaplaning stehen laut ADAC deutliche Nachteile beim Spurwechsel auf nasser Straße gegenüber. Sind die besseren Reifen vorn montiert, kann das Auto hinten ausbrechen und ins Schleudern geraten.

Verlieren Autofahrer mit Sommerreifen den Versicherungsschutz?

Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bleibt der Haftpflicht-Schutz für Autofahrer mit Sommerreifen bestehen, wenn sie im Winter einen Unfall verursachen. Das heißt, die Versicherung erstattet dem Unfallopfer den Schaden. Anders kann es beim Vollkasko-Schutz aussehen, der den Schaden am eigenen Auto abdecken soll. Wenn Autofahrer fahrlässig mit Sommerreifen unterwegs waren, kann die Versicherung die Zahlung kürzen.

Müssen Mietwagen Winterreifen haben?

Wer mit einem Mietwagen bei Schnee und Eis ohne Winterreifen ertappt wird, muss ein Bußgeld bezahlen. Mieter müssen sich vergewissern, dass die Verleihfirma die richtige Bereifung gewählt hat.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 21.11.2017 | 16:20 Uhr

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