VIDEO: Apfelernte auf der Streuobstwiese (28 Min)

Apfelsorten: Welcher Apfel zum Kochen, welcher zum Backen?

Stand: 01.09.2021 11:18 Uhr

Ob zum Backen, Kochen oder einfach als gesunder Snack: Jetzt sind im Norden wieder die Äpfel reif. Rund 2.000 verschiedene Sorten wachsen allein in Deutschland. In der Küche lassen sich sehr vielseitig verwenden. Rezepte und Tipps.

Ab Anfang August beginnt die Ernte der Früh- oder auch Sommeräpfel. Zu ihnen zählen Sorten wie Klarapfel und Delbarestivale. Im Gegensatz zu den später geernteten Apfelsorten lassen sich Frühäpfel nicht lange lagern. Sie halten maximal zwei bis drei Wochen und sollten deshalb schnell verzehrt oder verarbeitet werden.

Auf die Frühsorten folgen die Lageräpfel

Äpfel © Colourbox Foto: -
In Norddeutschland werden Hunderte unterschiedliche Apfelsorten angebaut.

Im September beginnt die Saison der Lageräpfel. Diese reifen nach dem Pflücken nach und werden süßer, weil Stärkereste zu Glukose und Fruktose umgewandelt werden. Erst einige Wochen nach dem Pflücken erreichen Lageräpfel ihr optimales Aroma. Typische Sorten sind unter anderem Elstar, Boskoop oder Topaz. Sie halten mehrere Wochen, bei guter Lagerung sogar den gesamten Winter.

Kochen mit Äpfeln

Äpfel zählen zu den vielseitigsten Früchten. Sie schmecken sowohl roh als auch gegart in Süßspeisen wie Apfelmus oder Kuchen. Ihr süß-säuerlicher Geschmack passt aber auch sehr gut zu deftigen Gerichten, etwa als Belag von Flammkuchen oder in Salaten, beispielsweise in Kombination mit Möhren oder Weißkohl. Äpfel harmonieren außerdem mit Kartoffeln, Fleisch und Fisch. Zum Kochen, Braten und Backen eignen sich säuerliche Sorten wie Boskoop oder Holsteiner Cox besonders gut.

Tipps zum Einkauf von Äpfeln

Beim Kauf sollten Äpfel eine glatte, unbeschädigte und pralle Schale ohne Druckstellen haben und aromatisch duften. Ist der ehemalige Blütenansatz an der Unterseite des Apfels eingesunken, weist das darauf hin, dass der Apfel reif geerntet wurde. Beim Durchschneiden sollten die Kerne braun-schwarz aussehen. Meist empfiehlt sich der Griff zu Äpfeln aus der Region - sie hatten kürzere Transportwege, das schont die Umwelt.

Allerdings können regionale Äpfel, die unter hohem Energieaufwand bis zum Frühjahr im Kühlhaus gelagert wurden, eine ähnlich schlechte Ökobilanz aufweisen wie Import-Äpfel aus Übersee.

Äpfel zu Hause richtig lagern

Äpfel © Fotolia.com Foto: saschanti
Nicht alle Apfelsorten lassen sich gut lagern. Frühsorten sollten rasch verbraucht werden.

Wer ausreichend Platz hat, lagert die Äpfel daher am besten selbst. Ideal ist ein luftiger, kühler Kellerraum mit hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen zwischen zwei und sechs Grad. Auf keinen Fall dürfen die Früchte allerdings Frost abbekommen. Sie verderben sonst innerhalb kürzester Zeit. Die Äpfel am besten locker auf Papier, Holzborden oder Brettern verteilen, sodass sie sich möglichst nicht berühren. Regelmäßig auf braune Stellen oder Fäulnis kontrollieren und faulende Früchte sofort aussortieren. Bei guten Bedingungen halten sich die Äpfel so mehrere Wochen.

Wer keinen geeigneten Kellerraum hat, kann die Früchte alternativ in Plastikbeuteln lagern. Die Beutel verhindern, dass die Früchte austrocknen und das von den Äpfeln "ausgeatmete" Kohlendioxid reichert sich im Beutel an, sodass ein günstiges Kleinklima entsteht. Mit einer Nadel kleine Löcher in die Beutel stechen, damit überschüssige Feuchtigkeit entweichen kann und die Äpfel kühl lagern.

Äpfel und Gemüse nicht nebeneinander lagern

Da Äpfel das natürliche Reifungsgas Ethylen verströmen, sollten sie nicht neben Gemüse oder anderem Obst lagern. Dieses verdirbt sonst schneller. Ausnahmen sind einige Ethylen-unempfindliche Arten wie Blattgemüse, Lauch und Pilze. Man kann Äpfel allerdings auch gezielt einsetzen, um etwa Bananen, Tomaten oder Avocado nachreifen zu lassen.

Äpfel im Norden selbst ernten

Um Äpfel selbst zu pflücken, muss man übrigens keinen eigenen Garten besitzen. Vor allem im Alten Landbieten viele Obsthöfe die Möglichkeit zum Selbstpflücken an. Liebhaber alter Apfelsorten sind im Obstgarten Haseldorf in der Haseldorfer Marsch richtig. Dort können sie eine große Vielfalt alter Sorten kennenlernen und auch Äpfel in kleinen Mengen für den eigenen Bedarf pflücken - ohne Eintrittskarte, Gebühr oder Kontrolle. Eigentümer der Plantage ist das Land Schleswig-Holstein. Im Obstgarten gibt es rund 180 verschiedene Sorten Äpfel, Pflaumen und Birnen, die im Handel nicht mehr erhältlich sind.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

Wie geht das? | 03.09.2021 | 15:30 Uhr

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