Hagebutten und Hagebuttenerzeugnisse auf einem Tisch.  Foto: Udo Tanske

Hagebutten ernten und zu Marmelade oder Tee verarbeiten

Stand: 29.09.2021 11:32 Uhr

Ob frisch gepflückt, als Tee oder Marmelade - die leuchtend roten Hagebutten sind echte Vitaminbomben. So lassen sich die Früchte von Wildrosen aus dem Garten zu Tee oder Marmelade verarbeiten.

Wild- oder Heckenrosen sind das gesamte Jahr über nicht besonders auffällig. Aber ihre Früchte, die Hagebutten, haben es in sich. Sie stecken vor allem voller Vitamin C - aber auch Vitamin A und B sind reichlich enthalten. Die kleinen Vitaminbomben leuchten jetzt im Herbst wie knallrote Farbtupfer zwischen den gelb werdenden Blättern der Wildrosen. Wie Erdbeeren gehören sie zu den Sammelnussfrüchten. Wenn es kalt wird, sind Hagebutten eine wichtige Nahrungsquelle für einheimische Vögel.

Nur feste und ausgereifte Hagebutten ernten

Doch auch für uns Menschen sind Hagebutten wertvoll - und das nicht nur, weil sie so gesund sind. Sie schmecken noch dazu hervorragend. Gute Gründe, sich einen kleinen Wintervorrat davon anzulegen. Beim Pflücken ist es ganz wichtig, nur die festen Früchte zu ernten. Gut ausgefärbt, aber noch hart, enthalten die Hagebutten die meisten Vitamine. Trocken und sonnig sollte es sein, wenn Hagebutten geerntet werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Hagebutten zu verarbeiten. Ob frisch, getrocknet oder eingekocht - für jeden Geschmack gibt es die richtige Zubereitungsvariante.

Hagebutten halbieren, putzen und roh essen

Wer die Hagebutten roh essen möchte, sollte Stiel und Kelch entfernen. Die kleinen Kerne aus den roten Früchten müssen raus - auch die sie umgebenden feinen Härchen. Das im Volksmund auch als Juckpulver bekannte Innere ist für den Verzehr ungeeignet. Ist das geschehen, können die geputzten Schalen regelrecht weggenascht werden. Ihr Geschmack erinnert an einen säuerlichen Apfel. Die ausgeputzten Kerne keinesfalls wegwerfen. Sie können als Tee aufgebrüht gegen Rheuma und Gicht eingesetzt werden. Auch geschmacklich hat dieser Tee viel zu bieten: Seine leichte Vanille-Note tut besonders in der nass-kalten Jahreszeit gut.

Aus Hagebutten Marmelade oder Mus kochen

Das mühsame Entfernen der Kerne muss nicht zwingend sein. Beim Einkochen der Hagebutten zu einem Mus oder einer Marmelade werden die ganzen Früchtchen zunächst in Wasser vorgekocht. Anstelle von Wasser kann auch Quitten- oder Apfelsaft genutzt werden - die Alternative für ein noch fruchtigeres Aroma. Nach einer guten halben Stunde sind die Hagebutten weich genug, um sie zu passieren. Dafür bietet sich die Verwendung einer sogenannten Flotten Lotte an. Beim Passiervorgang wird das Fruchtfleisch von Kernen und Schalen befreit. Das Fruchtmus nun einfach je nach Geschmack mit Gelierzucker aufkochen. Fertig ist die Hagebuttenmarmelade.

Hagebutten trocknen und zu Tee verarbeiten

Wer die Hagebutten lieber trocknen möchte, um sie später als Tee aufzugießen, sollte die Früchte zunächst halbieren und putzen. Anschließend können sie auf einem Trocken- oder Backblech verteilt getrocknet werden. Das geht an der Luft, auf einer Heizung, Kaminsims beziehungsweise Ofen oder in einem speziellen Dörr-Automaten und natürlich auch im heimischen Herd. Generell sollte die Temperatur die 50-Grad-Marke nicht übersteigen. Vor dem Aufbrühen die getrockneten Hagebutten zerkleinern, denn so können sie ihr Aroma besser entfalten. Zwei gestrichene Esslöffel für 250 Milliliter heißes Wasser sind ausreichend. Zehn Minuten ziehen lassen und genießen.

Weitere Informationen
Blüten der Essigrose, einer Wildrosen-Art. © imago/blickwinkel

Wildrosen: Ideale Pflanzen für den naturnahen Garten

Wildrosen sind robust, pflegeleicht und blühen üppig. Zudem bieten sie Insekten und Gartenvögeln Nahrung. mehr

Aus der Hand von Gärtner Peter Rasch rieselt Sand © NDR Foto: Udo Tanske

Garten-Tipps von Profi Peter Rasch

Ob Mini-Balkon oder eigener Kleingarten - es gibt immer etwas zu tun. Mit den Tipps und Tricks vom NDR Gartenexperten Peter Rasch ist die Ernte und die Blütenpracht sicher. mehr

Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 17.10.2019 | 19:30 Uhr

Mehr Gartentipps

Rosa blühende Fette Henne in einem Beet. © imago/M.Zettler

Fette Henne: Bunte Staude für den Herbst

Wenn andere Stauden verblüht sind, laufen Fette Hennen zur Höchstform auf. Ihre Blütenstände leuchten bis zum Frost. mehr

Gelbes Laub © NDR Foto: Maria Herrlich aus Neubrandenburg

Gartentipps für Oktober

Der Herbst ist eine gute Zeit, um unempfindliche Gehölze zu pflanzen. Außerdem fällt jede Menge Laub: Wohin damit? mehr

Frühlingsblumen in einer Kiste und Übertöpfen © fotolia Foto: Jeanette Dietl

Gartenkalender: Tipps von Januar bis Dezember

Jeden Monat gibt es im Garten etwas zu erledigen. Ein Überblick mit den wichtigsten Tipps, nach Monaten sortiert. mehr