Stand: 06.03.2019 12:19 Uhr

Fastenzeit: Verzichten und verändern

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Zu Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch zeichnen Priester den Gläubigen ein Kreuz aus Asche auf die Stirn.

Alkohol, Fleisch, Auto oder Internet: Fasten und Verzicht sind vielfältig - und nicht nur in der Zeit nach Aschermittwoch im Trend. Laut einer DAK-Umfrage halten immer mehr Menschen das Fasten für sinnvoll. Ganz oben auf der Liste eines möglichen Verzichts zur Fastenzeit stehen Alkohol (73 Prozent) und Süßigkeiten (67 Prozent). Fleisch möchten 46 Prozent entbehren, bei 39 Prozent sind es das Fernsehen, bei 38 Prozent das Rauchen und bei 29 Prozent die private Computer- und Internetnutzung. Nur 20 Prozent der Befragten könnten sich vorstellen, auf das Auto zu verzichten.

Wissens-Experte Tim Berendonk zu Gast bei Mein Nachmittag.

Warum uns die Fastenzeit guttut

Mein Nachmittag -

Für Christen gehört das Fasten nach dem Aschermittwoch schon immer dazu. Wissens-Experte Tim Berendonk erklärt, warum es dem Körper hilft und was man beachten sollte.

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Hauptsache Verzicht

Die Tradition des Fastens in der westlichen Welt geht auf die christliche Kirche zurück. Schon seit dem Jahr 400 sollen sich Christen mit Verzicht auf das Osterfest vorbereitet haben. Für Gläubige beginnt die Fastenzeit am Aschermittwoch und endet am Ostersonnabend, also nach 46 Tagen. Allerdings werden die sechs Sonntage vom Fasten ausgenommen. So bleiben 40 Fastentage. Laut Bibel hat sich schon Jesus nach seiner Taufe in die Wüste zurückgezogen, ohne zu essen und zu trinken.

Auch Christen verzichten nur bedingt

Stichwort Aschermittwoch

Der Begriff bezieht sich auf das Kreuz aus Asche, das Priester Gläubigen an diesem Tag auf die Stirn zeichnen. Es soll die Menschen daran erinnern, dass sie vergänglich sind. Die Asche stammt von Palmzweigen und wird im Gottesdienst gesegnet. Aschermittwoch ist stets der 46. Tag vor Ostersonntag.

So streng sieht selbst die katholische Kirche die Fastenzeit inzwischen nicht mehr. Das Bistum Osnabrück etwa hält bereits den Verzicht auf Süßigkeiten oder Fernsehen für einen angemessenen Weg. Traditionell sollen Katholiken in der Fastenzeit an Aschermittwoch sowie an allen Freitagen kein Fleisch essen. An Aschermittwoch und Karfreitag ist nur eine Hauptmahlzeit erlaubt. Wichtig sei ein spürbarer Verzicht, der bewusst erlebt werde. "Sinn des Ganzen ist allerdings nicht eine Schlankheitskur, sondern ein bewussteres Leben, um mit sich selbst, dem Mitmenschen und Gott ins Reine zu kommen", wie es auf der Website des Bistums heißt.

Nordkirche ruft zum "Klimafasten" auf

Neue Erfahrungen mit dem Fahrrad oder dem öffentlichen Nahverkehr kann sammeln, wer sich der Aktion "Autofasten" einiger katholischer Bistümer und evangelischer Landeskirchen anschließt. Sie rufen dazu auf, bis Ostern auf das eigene Auto zu verzichten.

Auch die evangelische Nordkirche schließt sich an. Sie ruft zum "Klimafasten" auf. Plastik vermeiden, vegetarisch essen und öfter das Rad nutzen - Kreativität sei nötig, um eine klimafreundliche Lebensweise einzuüben, betonte Jan Christensen, Umweltpastor der Nordkirche. Dazu gibt es Aktionen in den Gemeinden. Im Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde werden beispielsweise wöchentliche Gruppen angeboten, in denen eine veränderte Ernährung eingeübt werden soll.

Protestanten sollen auf Lügen verzichten

Bundesweit fordert die evangelische Kirche in der Fastenzeit "7 Wochen ohne" und stellt die traditionelle Aktion in diesem Jahr unter das Motto "Mal ehrlich! Sieben Wochen ohne Lügen". Die Kirche fordert damit ihre Mitglieder auf, gemeinsam danach zu suchen, was Wahrheit ist, und wie man sie erkennt. "Wir sollten auch über Wahrhaftigkeit nachdenken. Und darüber, wann man für die Wahrheit streiten muss", heißt es auf der Website der Fastenaktion der evangelischen Kirche.

Fasten als Wohltat für den Körper?

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Wer heilfastet, muss viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Neben Wasser darf das auch Brühe sein.

Viele Menschen verbinden Fasten jedoch in erster Linie mit dem Verzicht auf Nahrung, dem sogenannten Heilfasten. Nach einem exakten Plan, am besten unter ärztlicher Kontrolle, meidet man dabei feste Lebensmittel und ernährt sich für Tage oder Wochen nur von Flüssigkeiten wie Wasser, Säften oder Brühe. Dutzende Ratgeber empfehlen diese Askese als wohltuend für Geist und Körper - und als wirkungsvolle Diät. Kritiker warnen jedoch vor gesundheitlichen Risiken, besonders für Menschen, die bereits von Krankheiten geschwächt sind.

Religiöses Fasten

Weltweit kennen viele Religionen das Fasten als Zeremonie, die zu Reinheit und Erleuchtung führen soll. So verzichten gläubige Moslems im Ramadan, dem neunten Monat des islamischen Mondkalenders, für 30 Tage auf alle Genüsse. Essen und Trinken sind erst nach Sonnenuntergang erlaubt. Die Fastenzeit endet mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens.

Im Hinduismus existieren zahlreiche Fastenregeln. Viele Gläubige nehmen an Vollmond- und Neumondtagen keine Nahrung zu sich. Im Judentum gilt Jom Kippur, der Versöhnungstag zwischen Gott und den Menschen, als strengster Fastentag, an dem weder Essen noch Trinken gestattet sind.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 08.03.2019 | 22:00 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/ratgeber/Fasten-Veraendern-durch-Verzicht,fasten211.html

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