Stand: 26.02.2020 09:09 Uhr  - Mein Nachmittag

Fastenzeit: Verzichten und verändern

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Zu Beginn der Fastenzeit am Aschermittwoch zeichnen Priester den Gläubigen ein Kreuz aus Asche auf die Stirn.

Alkohol, Fleisch, Auto oder Internet: Fasten und Verzicht sind vielfältig - und nicht nur in der Zeit nach Aschermittwoch im Trend. Die Tradition des Fastens in der westlichen Welt geht auf die christliche Kirche zurück. Schon seit dem Jahr 400 sollen sich Christen mit Verzicht auf das Osterfest vorbereitet haben. Für Gläubige beginnt die Fastenzeit am Aschermittwoch und endet am Ostersonnabend, also nach 46 Tagen. Allerdings werden die sechs Sonntage vom Fasten ausgenommen. So bleiben 40 Fastentage. Laut Bibel hat sich schon Jesus nach seiner Taufe in die Wüste zurückgezogen, ohne zu essen und zu trinken.

Fastenzeit - Wie viel Verzicht können und wollen wir üben?

Mein Nachmittag -

Weniger Plastik, weniger Fleisch, kein Auto fahren: Mit Beginn der Fastenzeit verzichten viele Menschen auf alte Gewohnheiten. NDR Reporterin Nadia Kailouli hat den Selbstversuch gemacht.

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Auch Christen verzichten nur bedingt

Stichwort Aschermittwoch

Der Begriff bezieht sich auf das Kreuz aus Asche, das Priester Gläubigen an diesem Tag auf die Stirn zeichnen. Es soll die Menschen daran erinnern, dass sie vergänglich sind. Die Asche stammt von Palmzweigen und wird im Gottesdienst gesegnet. Aschermittwoch ist stets der 46. Tag vor Ostersonntag.

So streng sieht selbst die katholische Kirche die Fastenzeit inzwischen nicht mehr. Das Bistum Osnabrück etwa hält bereits den Verzicht auf Süßigkeiten oder Fernsehen für einen angemessenen Weg. Traditionell sollen Katholiken in der Fastenzeit an Aschermittwoch sowie an allen Freitagen kein Fleisch essen. An Aschermittwoch und Karfreitag ist nur eine Hauptmahlzeit erlaubt. Wichtig sei ein spürbarer Verzicht, der bewusst erlebt werde. "Sinn des Ganzen ist allerdings nicht eine Schlankheitskur, sondern ein bewussteres Leben, um mit sich selbst, dem Mitmenschen und Gott ins Reine zu kommen", wie es auf der Website des Bistums heißt.

Verzicht auf Alkohol

Einen ganz weltlichen Ansatz wählt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, indem sie zum Verzicht auf Alkohol aufruft. Bei der Aktion "Kannst du ohne?" gehe es darum festzustellen, "welche körperlichen und psychischen Veränderungen" eine sechswöchige Alkohol-Pause mit sich bringe, erklärten die Organisatoren.

Kirchen rufen zum Klima- und Autofasten auf

Kirchen beider Konfessionen rufen zum "Klimafasten" auf. "So viel du brauchst" heißt die Aktion, die dazu anregen will, den eigenen Alltag auf Klimagerechtigkeit zu überdenken. Klimaschutz erfordere Verzicht, sei aber ein Gewinn, wenn es gelinge, das eigene Leben klimafreundlicher zu gestalten. In jeder Woche der Fastenzeit steht ein anderes Thema im Mittelpunkt, etwa Lebensmittelretten, Elektronik-Konsum oder Mobilität und nachhaltiges Reisen.

Neue Erfahrungen mit dem Fahrrad oder dem öffentlichen Nahverkehr kann sammeln, wer sich der Aktion "Autofasten" einiger katholischer Bistümer und evangelischer Landeskirchen anschließt. Sie rufen dazu auf, bis Ostern auf das eigene Auto zu verzichten.

Protestanten sollen auf Pessimismus verzichten

Bundesweit fordert die evangelische Kirche in der Fastenzeit "7 Wochen ohne" und stellt die traditionelle Aktion in diesem Jahr unter das Motto "Zuversicht! Sieben Wochen ohne Pessimismus". Die Kirche fordert damit ihre Mitglieder auf, Zukunftsangst und Misstrauen zu überwinden. Menschen sollten "auch in schwierigsten Lebensphasen nicht übersehen, wie viel Verstand, Mut und Können in uns, in unseren Familien, Freundeskreisen und Gemeinschaften steckt", heißt es auf der Website der Fastenaktion der evangelischen Kirche.

Fasten als Wohltat für den Körper?

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Wer heilfastet, muss viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Neben Wasser darf das auch Brühe sein.

Viele Menschen verbinden Fasten jedoch in erster Linie mit dem Verzicht auf Nahrung, dem sogenannten Heilfasten. Nach einem exakten Plan, am besten unter ärztlicher Kontrolle, meidet man dabei feste Lebensmittel und ernährt sich für Tage oder Wochen nur von Flüssigkeiten wie Wasser, Säften oder Brühe. Dutzende Ratgeber empfehlen diese Askese als wohltuend für Geist und Körper - und als wirkungsvolle Diät. Kritiker warnen jedoch vor gesundheitlichen Risiken, besonders für Menschen, die bereits von Krankheiten geschwächt sind.

Religiöses Fasten

Weltweit kennen viele Religionen das Fasten als Zeremonie, die zu Reinheit und Erleuchtung führen soll. So verzichten gläubige Moslems im Ramadan, dem neunten Monat des islamischen Mondkalenders, für 30 Tage auf alle Genüsse. Essen und Trinken sind erst nach Sonnenuntergang erlaubt. Die Fastenzeit endet mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens.

Im Hinduismus existieren zahlreiche Fastenregeln. Viele Gläubige nehmen an Vollmond- und Neumondtagen keine Nahrung zu sich. Im Judentum gilt Jom Kippur, der Versöhnungstag zwischen Gott und den Menschen, als strengster Fastentag, an dem weder Essen noch Trinken gestattet sind.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 25.02.2020 | 16:20 Uhr

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