Stand: 25.08.2020 10:03 Uhr

Reisebusunternehmen wollen Schülertransfer entzerren

Das Geschäft in der Reisebusbranche läuft wegen der Corona-Pandemie weiterhin schleppend. Die Folge: Viele Busse stehen in Schleswig-Holstein ungenutzt im Depot. Der Omnibusverband Nord hat deshalb jetzt seine Hilfe für den Schülertransport angeboten. Denn in vielen Schulbussen stehen die Schüler dicht gedrängt. Zwar hat die Landesregierung den öffentlichen Personennahverkehr, zu dem der Schülertransport zählt, von den Corona-Abstandsregeln ausgenommen und setzt auf eine Maskenpflicht - dennoch ist das Infektionsrisiko auf engem Raum erhöht. Der Omnisbusverband möchte die Situation in den Schulbussen entzerren. Bei einer Blitzumfrage kam laut Verbandsgeschäftsführer Joachim Schack heraus, dass 22 Reiseunternehmen im Land kurzfristig etwa 100 Extra-Schulbusse bereit stellen können. Das Angebot bestünde bereits seit den Osterferien.

Omnibusverband kritisiert Bildungsministerium

Der Verbandsgeschäftsführer kritisiert das Bildungsministerium, weil das Land seiner Meinung nach seiner Verantwortung nicht nachkomme. Zwar regeln die Kommunen den Schülertransport selbst, die Finanzierung erfolgt laut Schack allerdings durch das Land. "Dieses hier ist ja jetzt ein kostenmäßiger Mehraufwand, der durch nichts eingeplant worden ist und diejenigen, die die Verkehre einkaufen, haben gar nicht die finanziellen Mittel, um jetzt zusätzlich Verstärkerbusse einzusetzen." Aus dem Bildungsministerium heißt es: Ob das Angebot der Omnibusunternehmen interessant sei, müssten einzelne Schulträger mit den Schulen vor Ort entscheiden.

SSW: Landesregierung muss Geld zur Verfügung stellen

Von Seiten der Politik fordert Lars Harms, der Vorsitzender des SSW im Landtag, das Land auf, Geld in die Hand zu nehmen und die Kreise finanziell zu unterstützen. Das Land habe eine Millarde Euro Corona-Hilfen zur Verfügung gestellt. "Da ist sicherlich das eine oder andere Milliönchen dabei, um Busse anmieten zu können". Von Bildungsministerin Karin Prien (CDU) hätte sich Harms noch an diesem Dienstag eine Zusage gewünscht, die Angelegenheit bis zum Wochenende zu regeln. In Pandemie-Zeiten sei es wichtig, die Schülerinnen und Schüler voneinander zu trennen, so gut es gehe, so Harms.

FDP: Kreise und Reisebus-Branche sollten miteinander sprechen

Auch FDP-Fraktionsschef Christopher Vogt äußerte sich zu der Problematik voller Schulbusse. Auf Twitter schrieb er, er kenne das Problem noch aus der eigenen Schulzeit. Kreise und die Branche sollten zeitnah Gespräche führen, auf welchen Strecken gegebenenfalls nachgesteuert werden könnte.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 25.08.2020 | 13:00 Uhr

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