Ankommende Gäste stehen in einer Schlange vor dem StrandGut Resort. © picture alliance/dpa Foto: Frank Molter

Modellregion Nordfriesland: Viele Gäste, aber kein Ansturm

Stand: 03.05.2021 14:20 Uhr

Nach rund sechs Monaten Pause wegen der Corona-Pandemie sind am Wochenende die ersten Urlauber in der touristischen Modellregion Nordfriesland angekommen. Die Gastgeber ziehen für den Start eine positive Bilanz.

Es war einiges los, aber es gab kein Anreise-Chaos zu den touristischen Hotspots. Die ersten Wohnmobilisten hatten es sich schon am Freitagabend am Fähranleger der dänischen Insel Röm gemütlich gemacht, damit sie am Sonnabend als erste nach Sylt übersetzen konnten. An den Verladestationen der Autozüge herrschte starker Andrang, der war aber nicht so stark wie vor rund einem Jahr, als nach dem ersten Lockdown wieder Urlauber kommen durften. Auch auf den Zufahrtsstraßen zu den Fähren in Dagebüll war nicht übermäßig viel Verkehr.

Dynamische Buchungslage

Die Leiterin der Tourismuszentrale in St. Peter-Ording, Katharina Schirmbeck, sagte NDR Schleswig-Holstein: "Es ist endlich wieder was los in St. Peter-Ording. Alle Betriebe haben sich im Detail vorbereitet und sind jetzt glücklich, die Gäste begrüßen zu dürfen." Die Buchungslage sei dynamisch, weil sich immer noch Betriebe nachmeldeten. Am Wochenende waren es etwa 300 Betriebe, die in St. Peter-Ording an am Projekt der Modellregion teilnahmen.

Stellenweise wurde es eng

Im Ortsteil Bad von St. Peter-Ording und auf der Seebrücke wurde es am Sonntagnachmittag nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein zeitweise fast etwas eng: Wer sich hinsetzte, um sein Eis oder Fischbrötchen zu essen, kümmerte sich selten um Abstände. An den Tischen der Außengastronomie saßen offenbar teilweise auch mehr als zwei Haushalte zusammen. Ein Sicherheitsdienst wies die Gäste auf Masken- und Abstandspflicht hin.

Wer entspannen will, muss sich testen lassen

Wer in der Modellregion Nordfriesland Urlaub machen will, muss bei seiner Anreise einen negativen Corona-Test vorlegen. Der darf nicht älter sein als 48 Stunden. Wer in einem Restaurant essen gehen möchte, muss vor höchstens 24 Stunden negativ getestet worden sein. Dazu wurden im ganzen Kreis weitere Schnelltest-Zentren errichtet. Fünf Test-Container stehen etwa am Anleger Dagebüll, zehn sind es allein in St. Peter-Ording. Im Ortsteil Ording gibt es sogar eine Fahrradtest-Station.

Corona-Fälle in der Modellregion?

Nach Angaben der Kreisverwaltung fielen am Wochenende auf Sylt vier Schnelltests positiv aus, einer auf Amrum. Die Ergebnisse werden nun mittels PCR-Test überprüft, so lange bleiben die Urlauber in ihren Unterkünften in Quarantäne.

Die Auswertung der PCR-Tests dauert auf den Inseln länger als normalerweise, weil die gesammelten Proben zunächst mit der Fähre auf das Festland ins Labor gebracht werden müssen. Sollten nun auch die PCR-Ergebnisse positiv ausfallen, dann werden die Gäste weiter in Quarantäne bleiben müssen. Bezahlen sollen sie den verlängerten Aufenthalt dann selbst. Einzige Ausnahme: Wenn sie mit dem eigenen Auto angereist sind, dann dürfen sie - nach Absprache mit dem Gesundheitsamt - damit auch wieder zurück nach Hause.

Gute Buchungslage nicht nur auf den Inseln

Die Inseln Amrum, Föhr, Pellworm und Sylt melden eine gute Buchungslage. Den Weg dorthin werden in den kommenden Tagen wohl immer mehr Urlauberinnen und Urlauber antreten. "Wir rechnen in den kommenden Tagen mit einem erhöhten Reisenden-Aufkommen", sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn (DB). Empfohlen wird, auf Züge entweder frühmorgens oder abends auszuweichen.

Und auch auf dem Festland werden wieder Gäste erwartet: Tönning, Friedrichstadt und St. Peter Ording sprechen von einer sehr guten Buchungslage. Zum Beispiel in St. Peter-Ording gibt es aber noch einzelne freie Zimmer. Am Wochenende waren auch viele Wohnmobile unterwegs, immer wieder gab es "Stop and go" vor den Zufahrten der Campingplätze und Parkplätze.

Teilnahme an Modellregion ist weiter möglich

Mehr als 5.000 Betriebe haben sich nach Angaben der Nordsee-Tourismus Service GmbH bisher für das Projekt angemeldet. Genaue Zahlen gibt es noch nicht, weil die Liste der teilnehmenden Betriebe noch nicht vollständig ist. Anmeldungen sind noch immer möglich. Von der Insel Föhr heißt es, dass einige Betriebe noch nicht sofort Teil der Modellregion sein wollen, sondern erst nach ein bis zwei Wochen einsteigen wollen. Das Projekt läuft zunächst bis zum 31. Mai mit der Option auf eine Verlängerung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 03.05.2021 | 08:00 Uhr

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